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Risikomanagement

Bayern will Landwirte bei Dürreversicherungen unterstützen

am
29.04.2019

Bayern setzt sich massiv für staatliche Zuschüsse für Dürreversicherungen ein. Das Land startet jetzt eine Bundesratsinitiative.

Kaniber und Dürre2018

Bayerns Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber will die Bauern besser gegen Dürre-Schäden absichern. Die Ministerin startet deshalb eine Bundesratsinitiative zur staatlichen Unterstützung der Mehrgefahrenversicherungen in der Landwirtschaft.

„Ich bin der Auffassung, dass wir die Risikoabsicherung unserer Landwirte durch faire und ausgewogene Rahmenbedingungen verbessern müssen. Eine staatlich unterstützte Mehrgefahrenversicherung in der Landwirtschaft ist dafür am besten geeignet. Denn die Erfahrung aus anderen Ländern zeigt, dass eine breite Absicherung von Risiken wie etwa Dürre nur dann zu erreichen ist, wenn die Versicherungsprämien für die Bauern bezahlbar bleiben“, sagte Kaniber.

So sieht der Zeitplan aus: Spätestens bis Mitte Mai soll das bayerische Kabinett den Antrag behandeln und spätestens bis 20. Mai in den Agrarausschuss einbringen. Läuft alles nach Plan, wird das Bundesratsplenum über Bayerns Antrag abstimmen.

Bayern schließt Dürresoforthilfen aus

Kaniber sieht hier den Bund in der Pflicht. Er müsse Mittel über die Gemeinschaftsaufgabe „Agrarstruktur und Küstenschutz“ (GAK) beisteuern. Bayern will seiner Forderung an den Bund nun in der Länderkammer Nachdruck verleihen.

Bei einer GAK Finanzierung trägt der Bund 60 Prozent und die Länder 40 Prozent der Kosten. Kaniber favorisiert unter dieser Voraussetzung ein Modell wie in Österreich: Die Landwirte zahlen 50 Prozent der Versicherungsprämie für die Mehrgefahrenversicherung (ohne Hagel), den Rest teilen sich Bund und Land.

Ab dem 1. Juli 2019 soll es auch keine Ad-hoc-Zahlungen mehr geben. Die Bürger hätten kein Verständnis für immer neue Hilfszahlungen nach Katastrophen.

Niedrigere Versicherungssteuer bringt wenig Entlastung

Das Risikomanagement für die Landwirtschaft müsse allerdings auf mehreren Beinen stehen, sagte Kaniber. Die Ministerin will einen Mix an staatlich unterstützten Risikovorsorgeinstrumenten. Sie fordert neben der erwähnten Bezuschussung von Mehrgefahrenversicherungen den ermäßigten Versicherungssteuersatz für Elementargefahren auch für das Risiko „Trockenheit“. Dieser Satz soll 0,03 Prozent der Versicherungssumme statt 19 Prozent der Versicherungsprämie betragen. "Damit werden die Versicherungsprämien für die Landwirte erschwinglicher", so Kaniber.

Recherchen von agrarheute zeigen, dass die Vergünstigungen durch eine Absenkung der Versicherungssteuer im Vergleich zur staatlichen Bezuschussung wenig ins Gewicht fallen. Je nach Region können Landwirte zwischen 11 und 15 Prozent Prämien sparen. Laut Angaben der Münchener und Magdeburger Agrarversicherung beträgt die Einsparung beispielsweise bei Getreide bei 1.800 Euro Versicherungssumme rund 8,20 Euro/ha (siehe Printausausgabe agrarheute 11/2018). Etwas höher sind die Einsparungen bei höheren Deckungssummen wie bei Kartoffeln.

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