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Milcherzeugung im Ökolandbau

Bio bei Arla wird strenger: Milchbauern müssen ihre Betriebe anpassen

Milchvieh auf der Weide
am Mittwoch, 20.10.2021 - 12:08 (Jetzt kommentieren)

Für ihre Biomilchbauern führt die Molkereigenossenschaft Arla neue Kriterien ein. Viele von ihnen orientieren sich an den Verbraucherwünschen. Unter anderem müssen die Tiere länger auf der Weide gehalten und dürfen ab Herbst 2024 nicht mehr angebunden werden.

Insgesamt gibt es elf neue Kriterien, die alle Arla-Milchbauern erfüllen müssen. Die meisten dieser Anforderungen sollen schon im laufenden Wirtschaftsjahr umgesetzt werden, teilt Arla in einer Pressemitteilung mit. Betroffen sind die Bereiche Klima, Biodiversität, Bodengesundheit und Tierwohl. Zweimal muss zwischen einzelnen Maßnahmen ausgewählt werden, die anderen neun Kriterien sind verbindlich.

Mit Einführung der neuen Kriterien gehen die Vorgaben über den Mindeststandard der EU-Öko-Verordnung und über den bisherigen Biostandard von Arla hinaus. So schreibt die EU-Öko-Verordnung beispielweise einen ständigen Zugang zu Weideland vor, sofern die Witterungsbedingungen dies zulassen. Wie einige Bioverbände legte Arla für die Weidehaltung bisher eine Untergrenze von 120 Tagen fest. Diese wird jetzt auf 150 Tage angehoben.

Abschaffung der Anbindehaltung in drei Jahren

Im Bereich Bodengesundheit gilt es für die 100 deutschen und 900 europäischen Arla-Biomilchbauern, Bodenproben in ein externes Labor zu geben, um den Kohlenstoffgehalt des Bodens bestimmen zu lassen. Konkret soll das Labor unter anderem Werte für die organische Substanz, den organischen Kohlenstoff, den Gesamtkohlenstoff, den Gesamtstickstoff und das Kohlenstoff-Stickstoff-Verhältnis ermitteln. Weiterhin sollen die Landwirte aus einem neuen Maßnahmenkatalog fünf von 22 Maßnahmen zur Bodengesundheit verbessern. Als Beispiele führt die Genossenschaft Bodendecker, höhere Grasanteile und eine reduzierte Bearbeitung an. Bereits ab 2022 sollen die Milchbauern außerdem jedes Jahr selbstständig ihren Boden nach Arla-Vorgaben kontrollieren: In die jährlichen Eigenkontrollen fließen zum Beispiel der Bodengeruch oder die Anzahl der Regenwürmer ein.

Ebenfalls soll im Katalog eine Auswahl von Maßnahmen zum Erhalt der Biodiversität zu finden sein. Für diesen Bereich gebe es insgesamt 33 Maßnahmen, von denen sieben umgesetzt werden müssen. Möglich sind laut Arla etwa das Anlegen von Blühstreifen, Hecken oder natürlichen Grünlandflächen. Auch die Maßnahmen zur Biodiversität sollen im Rahmen der jährlichen Eigenkontrolle erfasst und überprüft werden.

Der Komplex Klima sieht eine verpflichtende Teilnahme der Arla-Biolandwirte am Klimacheck-Programm der Molkereigenossenschaft vor. Ein wichtiges Ziel ist dabei für Arla, dass die Milchbauern 30 Prozent CO2 pro Kilogramm Milch einsparen. Diese Einsparung soll um zwei Jahre vorgezogen, also bis 2028 umgesetzt werden. Als dritte Anforderung im Bereich Klima schreibt Arla eine vollständige Umstellung auf erneuerbare Energiequellen (Wind, Solar, Biogas, Wasserkraft) vor.

Neben der Erhöhung der Weidetage von 120 auf 150 sollen im Bereich Tierwohl Kuhbürsten für alle Tiere, die mindestens sechs Monate alt sind, angebracht werden. Mindestens eine Bürste für 50 Tiere und pro Melkroboter werden vorgeschrieben. Die Abschaffung der Anbindehaltung soll bis Herbst 2024 erfolgen.

Veränderungen im Einklang mit Verbraucherwünschen und der Farm-to-Fork-Strategie

Peter Giørtz-Carlsen, leitender Vizepräsident und Europa-Vorstand von Arla-Foods, erklärt, dass die Verbraucherwünsche bei der Entwicklung der neuen Kriterien ausschlaggebend waren. So gebe es ein immer größeres Verbraucherinteresse an Biodiversität und Bodengesundheit. Mit der Einführung von Kriterien in diesen beiden Bereichen könne sich die dänisch-schwedische Molkereigenossenschaft außerdem auf dem Markt absetzen. „Wir sind von unserer Bio-Agenda voll und ganz überzeugt. Angetrieben von der Farm-to-Fork-Strategie der EU führen wir die Bio-Kategorie mit diesem nächsten Schritt in die Zukunft“, betont Giørtz-Carlsen.

Darüber hinaus weist Arla auf ihre vor Kurzem einführte Untersuchung regenerativer Methoden in der Landwirtschaft hin, für die die Biodiversität und Bodengesundheit ebenfalls eine entscheidende Rolle spielten.

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