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Bodenmarkt

Bodenpreise erneut kräftig gestiegen

Aussaat
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Norbert Lehmann, agrarheute
am
12.09.2017

Die Bodenpreise haben in Deutschland 2016 erneut erheblich angezogen – aber nur im Westen. Die verkaufte Fläche war so klein wie zuletzt vor 20 Jahren.

Das Statistische Bundesamt hat die Kaufpreisstatistik für 2016 vorgelegt. Danach ist der durchschnittliche Kaufwert für Flächen der landwirtschaftlichen Nutzung (FdlN) gegenüber dem Vorjahr um 13,7 % auf 22.310 Euro geklettert. Das entspricht seit 2010 fast einer Verdopplung.

Erstmals sind die Preise in den ostdeutschen Bundesländern aber nicht weiter gestiegen. Der mittlere Kaufwert in den neuen Ländern gab vielmehr um 2,7 % auf 13.811 Euro je Hektar FdlN nach. Dagegen mussten die westdeutschen Landwirte wesentlich tiefer in die Tasche greifen, auch im Vergleich zu 2015: Der Durchschnittspreis erhöhte sich um fast 2.500 Euro oder 8,1 % auf 32.503 Euro je Hektar FdlN. Der Abstand zwischen dem west- und dem ostdeutschen Bodenmarkt vergrößerte sich damit beträchtlich.

Bodenpreise: Bayern zahlen am meisten, Saarländer am wenigsten

Den höchsten Bodenpreis zahlten 2016 wie in den Vorjahren die bayerischen Bauern, die im Mittel 51.945 Euro für einen Hektar Nutzfläche ausgaben. Es folgten mit einigem Abstand Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen, wo die Preise im Vorjahresvergleich ebenfalls weiter in die Höhe schossen.

Am günstigsten waren Agrarflächen ohne Gebäude und ohne Inventar im Saarland zu haben, wo der durchschnittliche Kaufwert leicht auf 9.401 Euro je Hektar sank. Auch in Thüringen, Brandenburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern und Baden-Württemberg gaben die Kaufpreise nach.

Wenig Fläche auf dem Markt

Auffällig ist, dass am Bodenmarkt im vergangenen Jahr sehr viel weniger Fläche umgeschlagen wurde. Die Zahl der von der Statistik erfassten Veräußerungsfälle von landwirtschaftlichen Flächen ohne Gebäude und ohne Inventar ging um 4,1 % zurück. Noch deutlicher war der Einbruch bei der veräußerten Fläche, die um 22,8 % auf 89.142 Hektar schrumpfte. Weniger Fläche war zuletzt 1997 auf dem Markt.

Mit Material von Statistisches Bundesamt
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