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Ökolandbau

Brandenburg: mehr Umstellungsprämie - 20 Prozent Öko bis 2024

Marktstand mit verschiedenen Kohlsorten und Gemüese
am Freitag, 09.10.2020 - 11:26 (Jetzt kommentieren)

Brandenburg investiert in Öko: Landwirtschaftsminister Axel Vogel will die ökologisch bewirtschaftete Fläche bis 2024 auf 20 Prozent steigern und erhöht dazu Umstellungsprämien im Bereich Gemüse und Dauerkulturen.

Mit der auf zwei Jahre angelegten Einführungsprämie für Öko-Gemüse und Öko-Dauerkulturen will Brandenburgs Landwirtschaftsminister Axel Vogel die erhöhten Umstellungskosten ausgleichen.

Die Einführungsprämie beträgt

  • für den Gemüse- und Zierpflanzenbau inklusive Erdbeeren, Spargel, Rhabarber, Heil- und Gewürzpflanzen:
    35 Euro pro Hektar
  • für Dauerkulturen von Stein- und Kernobst sowie dazugehörige Baumschulkulturen:
    1.275 Euro pro Hektar
  • für Dauerkulturen von Beeren- und Wildobst sowie dazugehörige Baumschulkulturen:
    1.125 Euro pro Hektar
  • sowie ein Kontrollkostenzuschuss von 50 Euro pro Hektar und bis zu 600 Euro pro Unternehmen ab 2021 für alle Ökounternehmen 

Weitere Förderungen - was können Landwirte beantragen?

Außerdem ist es weiterhin möglich, Neuanträge für das Förderprogramm "Moorschonende Stauhaltung" zu stellen, wodurch Moorgrünland erhalten und geschützt wird. Die Neuanträge für die Förderprogramme "Ökologischer Landbau" und "Moorschonende Stauhaltung" müssen eine verkürzte Laufzeit – von 2021 bis 2023 – haben. Diese Verkürzung im Vergleich zu den bisherigen fünfjährigen Verpflichtungszeiträumen ist dem nahenden Ende der aktuellen Förderperiode geschuldet. Dadurch ist der Anschluss an die nächste Förderperiode der Europäischen Union möglich.

Das in diesem Jahr eingeführte Programm zur Förderung von Blüh- und Ackerrandstreifen wird ebenfalls wieder – etwas modifiziert – angeboten. Neuantragsteller können mehrjährige Blühstreifen und/oder Ackerrandstreifen beantragen. Diese sind für eine Laufzeit von fünf Jahren an Gewässerrändern anzulegen und helfen, die Oberflächengewässer zu schützen.

Für alle Förderprogramme aus dem Kulturlandschaftsprogramm, das sowohl Agrarumwelt- und Klimaschutzmaßnahmen als auch den Ökolandbau umfasst, und deren Verpflichtungszeitraum abgelaufen ist, besteht die Möglichkeit einer weiteren einjährigen Verlängerung.

Hier gibt es eine Übersicht über die bereitgestellten Förderanträge des Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Klimaschutz (MLUK).

Ökoaktionsplan bis Ende 2021

Zudem hat das Agrarumweltministerium jetzt die Erarbeitung eines Ökoaktionsplans gestartet. Damit soll eine enge Zusammenarbeit aller im Biosektor tätigen Akteure geschaffen werden. In dem breit angelegten Beteiligungsprozess sind Verbände und Organisationen aus den beteiligten Bereichen zur Mitarbeit aufgerufen. 

"Mit einem gegenwärtigen Flächenanteil von 13,2 Prozent Ökolandbau belegt Brandenburg einen Spitzenplatz im Bundesvergleich", erklärt Landwirtschaftsminister Axel Vogel. Der Ökoaktionsplan solle hierfür die Weichen in Brandenburg stellen und den Ökolandbau nachhaltig stärken. Um bei der Ausgestaltung einzelner Maßnahmen auf eine möglichst breite Expertise zugreifen zu können, seien schon bei der Erarbeitung Vertreter des landwirtschaftlichen Berufstands, aus dem Bereich des Wissenstransfers und der Gemeinschaftsverpflegung, aus der Ernährungswirtschaft, den Kommunen, und der Verwaltung, Junglandwirtinnen und -wirte, sowie Interessensvertretungen der Verbraucherinnen und Verbraucher beteiligt worden.

Aktuell kann nach Aussage des Ministers die Nachfrage nach Bio-Produkten aus Brandenburg nicht gestillt werden. Vor allem mit dem großen Markt der Millionenmetropole Berlin inmitten Brandenburgs biete zusätzliche Chancen für Angebote und Produkte aus dem Ökolandbau und dadurch für die Brandenburger Betriebe.

Der Aktionsplan soll Ende 2021 vorliegen. Interessierte Verbände, Landwirte und Unternehmen können sich hier für die Teilnahme bewerben.

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