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Trockenheit

Brandschutz auf dem Betrieb überprüfen

Maschinenhalle in Vollbrand
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Katharina Krenn, agrarheute
am
04.07.2018

Fast nirgendwo sonst brennt es so oft wie auf landwirtschaftlichen Betrieben. Tipps von Experten zum Brandschutz auf Hof und Feld.

Brandschutzexperten bemängeln, dass Brandschutzkonzepte für landwirtschaftliche Betriebe eher die Seltenheit seien. Und dass, obwohl dort die Brandrisiken sehr hoch seien. Feuerrisiken auf einem Betrieb müssten auch immer wieder neu bewertet werden, insbesondere beim Um- oder Ausbau bestehender Stallungen. Nicht nur aufgrund der Größe, computergesteuerter Fütterungsanlagen, der Photovoltaik - oder Biogasanlagen steigen die Risiken.

Die Landwirte sind sich nicht immer der Brandgefahr bewusst. Hilfreich ist eine Hofbegehung mit Mitarbeitern der Feuerwehr.

Brandschutz bei Umbau neu bewerten

Landwirtschaftliche Anwesen werden selten komplett neu errichtet, im Laufe der Jahre werden diese um- und ausgebaut. Dabei werde zu selten auf Brandabschnitte, Brandschutzmauern, Brandschutztüren, wie auf eine gesicherte Elektrik (Nager, Blitzschutz, Meldeeinrichtungen) geachtet, bemängeln Experten. Empfohlen werden sogenannte Notausschalter, um Gebäudeteile, wie auch Lüftungen oder Transportanlagen im Brandfall stromlos zu schalten.


Feuerwehrleute berichten auch immer wieder von Bränden neuerer Stallungen, bei denen Dachfenster und Flächen aus Kunststoff verbaut wurden. Der geschmolzene Kunststoff tropfte dann während des Brandes auf die Tiere. Solche Kunstoffenster sollten nicht über den Tierboxen angebracht werden, sondern in der Stallmitte.

Tipps zum Brandschutz bei Umbau

  • Sämtliche Maschinen sollten nicht in einem Gebäudeteil untergestellt werden. Man sollte Brandabschnitte erstellen, so können Heu oder landwirtschaftliche Maschinen dementsprechend aufgeteilt werden.
  • Werkstatträume,  in denen geschweißt, geflext oder gelötet wird, sollten sich nicht im gleichen Gebäudeteil befinden, in dem Heu, Dünger oder ähnliches brennbares Material lagert.
  • Bei Neu- oder Anbauten sollte ein neuer Brandabschnitt mit einer entsprechenden ergänzenden Wasserversorgung (Hydrant, Löschwasserteich) gedacht werden.
  • Jedes Gebäude sollte mit einem Rauchmelder ausgestattet werden.
  • In jedem Gebäude und Erntefahrzeug sollte sich ein geprüfter Feuerlöscher befinden.

Funkvernetzte Ansaugrauchmelder

Gerade die heutige hoch technisierte Zeit beinhaltet gute vernetzte Meldesysteme. Ein landwirtschaftlicher Betrieb besteht selten aus einem Gebäude. Die neue Generation der Rauchmelder (Ansaugrauchmelder) sind funkvernetzt und melden auf mehrere Handys.

Brandgefahr Heumiete

Zur Vorbeugung der Selbstentzündung in Heumieten dienen in erster Linie Heubelüftungen. Besteht der Verdacht, dass eine Heuselbstentzündung eintreten könnte, werden sogenannte Heusonden eingesetzt, die die Temperatur im Inneren der Miete messen. Diese sollte unter 50°Grad Celsius liegen. Wird diese Grenze überschritten, ist eine noch strengere Kontrolle in kurzen Zeitabständen durchzuführen. Spätestens bei einer Temperatur von 70°C muss die Feuerwehr alarmiert werden.
 

Versicherungen checken

Ein Blick in den Versicherungsvertrag klärt wie bzw. ob die Gebäude und Fahrzeuge auf Neuwert versichert sind oder ob bei älteren Gebäuden eine andere Regelung zutrifft. Es gibt spezielle landwirtschaftliche Sachversicherungen. Eine Betriebsunterbrechungsversicherung oder Ertragsschutz-Versicherung schützt vor den wirtschaftlichen Folgen, wenn der Betrieb stillsteht, auch nach Schäden an Einrichtungen, Vorräten und Waren durch Feuer.
Auch hier gilt, im Schadensfall ist man nachweispflichtig. Vorher gefertigte Bilder und Auflistungen von Maschinendaten helfen dabei.

Mit Material von brand-feuer.de

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