Login
Klimaveränderung

Darum bringt der Klimawandel höhere Bodenpreise im Norden

am
05.09.2019
(Kommentar verfassen)

Weil der Klimawandel die Produktivität stark verändert, wird dies Folgen auf die Bodenpreise und Einkommen der Landwirte haben. Wer gewinnt, wer verliert.

Klimawandel

Aufgrund des Kilimawandels werden die Bodenpreise in Norddeutschland deutlich steigen. Für den süddeutschen Raum sind dagegen deutlich sinkende Preise zu erwarten. Das geht auf einem Bericht der Europäischen Umweltagentur (EUA) hervor. Sie erwartet erhebliche Auswirkungen des Klimawandels auf die Landwirtschaft in den einzelnen Mitgliedstaaten.

Den mit jeweils mehr als 60 Prozent kräftigsten Anstieg des Wertes von Ackerland bis 2100 gegenüber dem Zeitraum 1971 bis 1990 sagt die EUA für Schweden und Österreich voraus. Aufschläge von bis zu 40 Prozent werde es in Dänemark, auf den britischen Inseln und in Norddeutschland geben. Dagegen müsse man sich in Süddeutschland sowie Teilen Nordrhein-Westfalens und Sachsens auf bis zu 20 Prozent abnehmende Werte von Ackerböden einrichten. Entsprechende Prognosen für Osteuropa legte die EUA mangels Daten nicht vor.

Vom Klimawandel profitieren werden dagegen laut den Analysen der Behörde die Länder im Norden und Nordwesten der EU sowie im Alpenraum. Längere Vegetationsperioden und eine frostfreie Periode könnten den Anbau neuer Kulturen und Sorten wie Körnermais und Winterweizen in einigen Gebieten Nordeuropas ermöglichen. Zudem könnte die Erderwärmung in den kälteren Regionen höhere Weizenerträge nach sich ziehen.

Gravierende Folgen für südeuropäische Bauern

Die Umweltagentur erwartet einer stark sinkende Produktivität im Süden und höhere Erträge vor allem im Norden einschließlich Norddeutschland. Extreme Wetter- und Klimaereignisse wie Dürren und Frost würden die Pflanzenproduktion sowie die Handelsmuster und die Einkommensverteilung in der europäischen Landwirtschaft verändern, heißt es in einem veröffentlichten EUA-Bericht.

Demnach muss man sich in Italien, Griechenland, Portugal, Südfrankreich und Spanien auf eine stark sinkende Rentabilität der Landwirtschaft einstellen. Davon besonders stark betroffen sei Südspanien. Es sei zu befürchten, dass dort der Wert von Ackerflächen bis zum Jahr 2100 gegenüber dem Vergleichszeitraum 1971 bis 1990 um mehr als 80 Prozent abnehmen werde, prognostiziert die EUA. In Italien und Griechenland sei mit Wertminderungen zwischen 40 und 80 Prozent zu rechnen.

Landwirte brauchen Unterstützung für Anpassung

Der Klimawandel bis 2050 könne zu einem Verlust von bis zu 16 Prozent des landwirtschaftlichen Einkommens in der EU führen. Daher sollte die Staatengemeinschaft und die einzelnen Mitgliedsländer weiter an einer besseren Anpassung der Branche an die Erderwärmung arbeiten, unterstrich die Umweltagentur.

Daran müsse man auch die künftige Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) ausrichten.

Mit Material von AgE

Bodenpreise: Das kostete der Hektar 2018

Bodenpreise Deutschland 2018
Bodenpreise Schleswig-Holstein 2018
Bodenpreise Mecklenburg-Vorpommern 2018
Bodenpreise Niedersachsen 2018
Bodenpreise Brandenburg 2018
Bodenpreise Sachsen-Anhalt 2018
Bodenpreise Nordrhein-Westfalen 2018
Bodenpreise Sachsen 2018
Bodenpreise Thüringen 2018
Bodenpreise Hessen 2018
Bodenpreise Rheinland-Pfalz 2018
Bodenpreise Saarland 2018
Bodenpreise Baden-Württemberg 2018
Bodenpreise Bayern 2018

Kommentare

agrarheute.comKommentare werden geladen. Bitte kurz warten...
Auch interessant