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Betriebsführung

Bullenmast: Höhere Kosten schmälern Mehrerlöse

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Josef Koch, agrarheute
am
19.02.2019

Das Wirtschaftsjahr 2018/18 brachte für Bullenmäster wieder bessere Ergebnisse. Das zeigen Betriebszweigauswertungen aus Niedersachsen.

Neugebauter Bullenmaststall

Das Wirtschaftsjahr 2017/18 bot für die niedersächsichen Bullenmäster ein erfreulicheres Ergebnis als das unbefriedigende Vorjahr. Das Marktpreisniveau lag über dem gesamten Zeitraum über den Vorjahren, nur 2012 wurden höhere Erlöse erzielt.

Leider wurden die guten Erlöse durch höhere Einstallpreise und höhere Futterkosten (Grundfutter) geschmälert. In den betrachteten 205 Mastbetrieben in Niedersachsen ergibt sich, unabhängig vom gewählten Verfahren, eine durchschnittliche Direktkostenfreie Leistung (DkfL) von 307 Euro pro Mastplatz. Das waren 64 Euro mehr als im Vorjahr.

Dieses Preisniveau ist in der Rindermast dringend notwendig. Nur so sind auch zukünftig Investitionen in Ställe für mehr Tierwohl oder auch für die zusätzlichen Umweltanforderungen möglich.

Bessere Ergebnisse mit Fleckvieh

Dabei kamen die Bullenmäster, die Fresser zukaufen, auf 313 Euro Direktkostenfreie Leistung (DkfL) pro Mastplatz. Die Mast mit Starterkälbern erreichte mit 312 Euro pro Platz eine ähnliche Größenordnung. Auch die Bruttospanne betrug mit 2,35 bzw. 2,36 Euro/Tag eine ähnliche Größenordnung.

Die Kosten für Grundfutter waren indes mit 345 Euro/Tier (Starterkälber) um 37 Euro höher als im Vorjahr. Die Einstallkälber waren um 12 Euro teurer. Auf der anderen Seite haben sich Fresser um 24 Euro je Tier verteuert, die Futterkosten stieg bei der Mast mit Fressern 29 Euro je Tier.

Spannend sind die Mastergebnisse nach Kälberrassen. Aufgrund der geringen Zahl ausgewerteter Betriebe sind die Werte aber vorsichtig zu betrachten. So konnten Mäster mit Fleckviehkälbern oder -fressern die höchste Direktkostenfreie Leistung pro Mastplatz erzielen. Sie lag bei 335 Euro (Starterkälber) und 345 Euro (Fresserzukauf). Die Mast mit Braunvieh kam dagegen nur auf um die 286 Euro/Platz.

Diese Ergebnisse erreichten die Spitzenbetriebe

Die erfolgreichsten 25 Prozent der Fleckviehbetriebe erzielten mit 429 Euro eine um 186 Euro höhere Direktkostenfreie Leistung € je Mastplatz als das weniger erfolgreiche Viertel. Bei der Annahme von 200 Stallplätzen ergibt sich in einfacher Rechnung zwischen dem oberen und unteren Viertel ein Unterschiedsbetrag in der Direktkostenfreien Leistung von 37.200 € pro Betrieb.

Dieser mag sich je nach eingesetzter Technik, Arbeitszeit, Neu- oder Altbau oder auch zusätzlicher Kosten für die Gülleabgabe relativieren, so die Kammerexperten.

Die erfolgreicheren Betriebe hatten mit 775 g eine um 56 g höhere Nettozunahme als die weniger Erfolgreichen. Die höheren Zunahmen brachten dem oberen Viertel um 21 kg höheren Zuwachs. Die Mastdauer verkürzte sich damit um 26 Futtertage.

Bessere Klassifizierung

Hohe tägliche Zunahmen sind nur möglich mit Einsatz bester Kälber- bzw. Fresserqualitäten, aber auch eines entsprechenden Managements und guter Haltungsbedingungen. Im oberen Viertel der Fleckviehbetriebe betrugen die Verluste und vorzeitigen Abgänge 2,3 Prozent, bei den weniger Erfolgreichen 5,2 Prozent.

Das erfolgreichere Viertel hatte mit 442 kg ein um 17 kg höheres Schlachtgewicht sowie eine bessere Klassifizierung. Bei den besten Betrieben erreichten 66 Prozent der Tiere die Handelsklasse U gegenüber 48 Prozent bei den weniger erfolgreichen.

Letztlich sind die Klassifizierungsergebnisse auch abhängig vom jeweiligen Schlachtbetrieb; am Ende zählt jedoch das Ergebnis pro Tier. Diese Werte schlagen sich bei den Top-Betrieben nieder in einem mit 4,39 Euro/kg Schlachtgewicht um 13 Cent besseren Erlös. Gerade in Jahren mit hohem Preisniveau sind die Unterschiede noch größer.

Mit Material von LWK Niedersachsen

Die komplette Betriebszweigauswertung der LWK Niedersachsen

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