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Bodenmarkt

BVVG muss noch 100.000 Hektar privatisieren

Ackerflächen rund um ein Dorf in Mecklenburg-Vorpommern
am Donnerstag, 28.01.2021 - 15:24 (Jetzt kommentieren)

Die Summe der landwirtschaftlichen Flächen in den ostdeutschen Bundesländern, die von der Bodenverwertungs- und -verwaltungs GmbH (BVVG) noch zu privatisieren sind, beläuft sich auf etwa 100.000 Hektar. Bis 2030 sollen die Privatisierungen abgeschlossen sein.

Durchschnittlich zwei Prozent der landwirtschaftlichen Flächen in Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen befinden sich noch im Eigentum der BVVG.

An forstwirtschaftlicher Fläche, die durch das staatliche Unternehmen zu privatisieren ist, verblieben bis Ende 2020 noch etwa 5.600 Hektar.

Bei der Vorstellung ihres Geschäftsberichtes teilte die BVVG weiterhin mit, dass sich der Überschuss zum 31. Dezember 2020 auf 216 Mio. Euro belief.

Verkaufte Flächen waren durchschnittlich 7 Hektar groß

Mit 1.1000 abgeschlossenen Kaufverträgen gingen letztes Jahr 7.850 Hektar Acker- und Grünland von der BVVG in Privateigentum über. Somit handelte es sich pro Kaufvertrag durchschnittlich um eine Flächengröße von 7,1 Hektar. In den Privatisierungsgrundsätzen des Bundes und der ostdeutschen Länder ist vorgesehen, dass die Flächen pro Verkauf nicht größer als 15 Hektar sein sollten. Die flächenmäßige Begrenzung soll übermäßige Käufe von Investoren verhindern.

Die jährliche Verkaufsfläche ist laut Privatisierungsgrundsätze auf 10.000 Hektar beschränkt.

Außerdem sind 30 Prozent des jährlichen Ausschreibungsvolumens für beschränkte Ausschreibungen vorgesehen, für die vor allem Bieter mit arbeitsintensiven Betriebsformen (zum Beispiel Bio- oder Gemüsebaubetriebe) und Junglandwirte Gebote abgeben sollen.

Beschränkt ausgeschrieben wurden im letzten Jahr etwa 7.400 Hektar landwirtschaftlicher Fläche. Davon wurden etwa 1.400 Hektar verkauft und 4.000 Hektar verpachtet. Die verbleibenden 2.000 Hektar befänden sich noch in Bearbeitung, teilt die BVVG mit.

Ungefähr 5.550 Hektar Acker- und Grünland verkaufte die BVVG über öffentliche, bedingungsfreie Ausschreibungen. Verpachtet wurden in diesem Rahmen 11.000 Hekar.

Der Verkauf landwirtschaftlicher Flächen erfolgte 2020 vor allem über Ausschreibungen zum Verkehrswert.

Verpachtete Fläche etwa dreimal so groß wie verkaufte Fläche

Im Jahr 2020 verpachtete die BVVG etwa 22.700 Hektar. Hierzu wurden 1.600 Pachtverträge abgeschlossen, was einer durchschnittlichen Pachtfläche von 14 Hektar entspricht.

Der durchschnittliche Pachtpreis der BVVG betrug 446 Euro pro Hektar. Im Vorjahr 2019 habe er noch bei 437 Euro gelegen.

In Mecklenburg-Vorpommern wurden zwei Verpachtungen zur trinkwasserschonenden Flächenbewirtschaftung ausgeschrieben. Die beiden Flächen werden voraussichtlich bald Biobetriebe bewirtschaften.

Außerdem sollen sich in diesem Jahr weitere acht Verpachtungsausschreibungen an Biobetriebe richten. Die betreffenden Flächen befinden sich in allen fünf ostdeutschen Bundesländern und sollen längerfristig verpachtet und für besondere Umwelt- und Naturschutzmaßnahmen genutzt werden.

Preise im Vergleich zum Vorjahr stabil geblieben

Im Vergleich zu 2019 sind bei den Flächenverkäufen die Verkehrswerte etwas gesunken: Kostete der Hektar 2019 noch 21.379 Euro, lag der Preis im letzten Jahr bei 20.625 Euro. Die BVVG weist darauf hin, dass der bundesweite Preis für Acker- und Grünland im Jahr 2019 durchschnittlich 26.439 betragen habe. Außerdem habe sich die seit 2007 zu beobachtende Preisentwicklung mittlerweile „deutlich abgeschwächt“.

Moorschutzstrategie des Bundes soll unterstützt werden

Über dem Bergwerkseigentum „Grambower Moor 2“ in Mecklenburg-Vorpommern liegt eine etwa 550 Hektar große Moorfläche, mit der die BVVG die Moorschutzstrategie des Bundes in diesem Jahr unterstützen will. 95 Prozent des Vorkommens soll nicht privatisiert, sondern auf das Land übertragen werden. Außerdem besteht laut BVVG die Möglichkeit, dass das Bergwerkseigentum anteilig aufgehoben wird.  

Ehemaliges Volkseigentum noch bis 2030

Nach ihrem gesetzlichen Auftrag soll die BVVG Privatisierungen noch bis zum Jahr 2030 weiterführen.

Für das laufende Jahr ist eine Privatisierung von 8.650 Hektar landwirtschaftlicher Fläche geplant. Davon sollen 8.200 Hektar zum Verkehrswert veräußert werden.

Derzeit sind in den vier Landesniederlassungen 317 Mitarbeiter beschäftigt. Bis zum Jahresende soll die Niederlassung Sachsen/Thüringen geschlossen werden. Ab 2022 soll die Niederlassung Brandenburg/Berlin die Aufgaben im Land Sachen und die Niederlassung Sachsen-Anhalt die Aufgaben im Land Thüringen übernehmen.

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