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Rohstoffmärkte und Betriebskosten

Corona-Folgen: Absturz bei Rohölpreisen

Öllager
am Mittwoch, 05.02.2020 - 12:43 (Jetzt kommentieren)

Die Ausbreitung des Corona-Virus in China hat massive Folgen für die Rohstoffmärkte. Abzulesen ist dies unmittelbar am Absturz der Rohölpreise.

Die gute Nachricht für Landwirte und Verbraucher: In der Folge haben sich auch Heizöl, Diesel und andere Energieträger (außer Strom) deutlich verbilligt. Der Preis für Heizöl ist diese Woche erstmals seit fast zwei Jahren zweitweise unter die Marke von 60 Euro gefallen. Im bundesweiten Mittel mussten die Verbraucher am Dienstag nur noch 59,50 Euro für 100 Liter bezahlen. Das ist der niedrigste Preis seit Februar 2018.

Zum Wochenbeginn – mit dem Ende des chinesischen Neujahrsfestes und der Eröffnung der dortigen Märkte – waren die Rohölpreise zweitweise auf den niedrigsten Stand seit einem Jahr abgestürzt. Trotz der leichten Erholung der Preise am Mittwoch bleiben Aussichten für den wichtigsten globalen Wirtschaftsindikator weiter gedrückt und die Sache ist noch lange nicht ausgestanden.

Für den Ölmarkt bleiben die Entwicklung und die Auswirkungen des Corona-Virus weiter preisbestimmend. Noch immer breitet das Virus sich weiter aus. Die Zahl der Infizierten ist zuletzt auf über 24.500 gestiegen. Das ist mehr als die Anzahl der offiziell gemeldeten Fälle während der SARS-Epidemie im Jahr 2003. Die Sterbensrate liegt derzeit bei 2 Prozent der Erkrankten.

Ölnachfrage in China bricht ein

Öllager

Die Ölnachfrage aus China ist um etwa 20 Prozent zurückgegangen, berichten Analysten. Und das dürfte noch nicht das Ende der Fahnenstange sein. Für die Öl- und Rohstoffmärkte bedeutet dies Preisdruck, denn China ist für einen großen Teil der globalen Öl- und Rohstoffnachfrage verantwortlich. Deshalb hat die OPEC jetzt reagiert. Die Rohölpreise fanden Unterstützung, als sich Experten der OPEC am Dienstag in Wien trafen und mit China über die Auswirkungen des Corona-Virus auf den chinesischen Energiemarkt diskutierten.

Das Ergebnis der Sitzung (am Mittwoch) wird darüber entscheiden, ob die OPEC eine Dringlichkeitsbesprechung einberuft, um rasch weitere Kürzungen der Rohölproduktion umzusetzen, anstatt auf die nächste Sitzung im März zu warten. Auch die Äußerungen Russlands am Dienstag stützten die Rohölpreise. Ein Kreml-Sprecher sagte, dass der russische Präsident Putin und der saudische König die weltweite Situation der Energienachfrage diskutieren wollen.

Er bestätigten zudem die Bereitschaft Russlands, an der OPEC-Besprechung teilzunehmen. Gestützt wurden die Märkte noch durch eine weitere Meldung: Chinas Zentralbank (PBOC) hat dem chinesischen Bankensystem 400 Milliarden Yuan (57 Milliarden US-Dollar) an Liquidität zugeführt. Das ist die größte Geldzufuhr in das System seit 13 Monaten. Das Vorgehen der PBOC verstärkt bei den meisten Beobachtern die Hoffnung, dass China die nötigen Maßnahmen ergreift, um den wirtschaftlichen Schaden durch die Ausbreitung des Corona-Virus zu begrenzen.

Rohöl und Heizölpreise finden Boden

Rohöl

Die Rohölpreise erhalten auch durch den drastischen Rückgang der OPEC-Produktion Unterstützung. Diese ist im Januar um 500.000 Barrel pro Tag auf 28,37 Mio. Barrel pro Tag gefallen war. Das bedeutet die geringste tägliche Produktionsmenge seit mehr als 10 Jahren. Die Rohölpreise gerieten am Dienstagnachmittag jedoch erneut unter Druck, als bekannt wurde, dass die US-Rohölvorräte weiter angestiegen sind. Analysten gehen davon aus, dass die US-Rohölvorräte weiter steigen werden und auf die Preise drücken.

Am heutigen Mittwoch liegen die Preise für das US-Leichtöl WTI im laufenden Handel bei 50,80 Barrel je Dollar und damit um 1,2 Dollar höher als am Vortag. Das Nordseeöl Brent wird mit einem Plus von 1,4 US-Dollar bei 55,2 US-Dollar notiert. Gleichzeitig geben die Preise für US-Erdgas weiter nach und befinden sich zumindest in den USA auf dem tiefsten Stand seit knapp vier Jahren.

Bei den Heizölpreisen war hingegen kein weiterer Preisrückgang zu beobachten. Die Angebotspreise orientieren sich derzeit an den Gasölpreisen, vermeldet der Branchen-Spezialist Tecson. Und diese bewegten sich leicht im Plus. Im bundesweiten Mittel meldet Tescon am Mittwoch Heizölpreise von 59,6 Cent/Liter. Noch im Januar kostete Heizöl im Durchschnitt 65,80 Euro je 100 Liter. Die aktuellen Preise sind 10 Prozent günstiger als vor einem Monat und 12,5 Prozent günstiger als vor einem Jahr. 

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