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Digitalisierung: Von der Pflanze her denken

Streukarte für die Stickstoffdüngung
am
30.05.2019
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Die Automatisierung wird auf dem Acker viel bringen, wenn sie das Beste der Pflanzenbauwissenschaften bündelt. Davon ist agricon-Gründer Peer Leithold überzeugt. Seine Replik auf Kritik an der Digitalisierung.

Peer Leithold agricon

Die Digitalisierung des Ackerbaus beschäftigt die Landwirtschaft seit Jahren. Neue Produkte etablierter Anbieter und von Start-ups erscheinen gefühlt im Wochentakt. Höhepunkt des „Digitalisierungshypes“ war die diesjährige Internationale Grüne Woche in Berlin; ein weiterer dürfte im November auf der Agritechnica in Hannover folgen.

Deutsche Landwirte sind in der Nutzung intelligenter Technologien sicherlich führend in Europa. Allerdings mehren sich die kritischen Stimmen, ob denn alles, was angeboten wird, auch sinnvoll ist?

Wo Digitalisierung stattfindet

Aktuell gibt es drei Bereiche, in denen Digitalisierung sichtbar wird:

  1. Precision Farming: Das Ziel des teilflächenspezifischen Pflanzenbaus ist es, mit weniger Aufwand mehr zu produzieren, also Betriebsmittel zu sparen, Erträge zu steigern, Umweltwirkungen zu minimieren und Entscheidungsprozesse zu objektivieren.
  2. Automatisierung: Vom Pferd zur Maschine, von mechanisch zu elektrisch, von manuell zu (teil)automatisch und irgendwann zu autonom.
  3. Verwaltung und Abrechnung: Jedes Unternehmen muss Ressourcen verwalten, Prozesse dokumentieren sowie Aufwendungen und Erlöse abrechnen.

Precision Farming vom Kopf auf die Füße stellen

Gegenwärtig läuft ein Selektionsprozess. Nicht alles, was angeboten wurde und wird, erfüllt die Erwartungen der Nutzer. Von einem genaueren Hinsehen und einer selbstkritischen Fehleranalyse können wir alle etwas lernen.

Bisher war der Markt getrieben von der Verfügbarkeit von Technik oder Software, weniger von der agronomischen Fragestellung oder dem wirtschaftlichen Nutzen. Darum muss Precision Farming jetzt vom Kopf auf die Füße gestellt werden.

Anders ausgedrückt: Wir müssen vom richtigen Ende her denken, der Pflanze. Welche ackerbauliche Anwendung will ich verbessern? Welche agronomischen Informationen brauche ich dazu? Nach welchen Regeln muss ich diese anwenden? Das alles sind zunächst ackerbauliche Fragen.

Gute Agronomie und umfassende Beratung sind unabdingbar

Damit eine Precision-Farming-Lösung ­vernünftig funktioniert und der Anwender gern und erfolgreich in der Praxis damit arbeitet, müssen nach meiner langjährigen Erfahrung robuste Informationstechnologien, gute Agronomie, geschmeidiges Datenmanagement und eine umfassende Einführungsberatung zusammenkommen.

Die Chancen sind groß, die Risiken, bei vernünftiger Herangehensweise, überschaubar. Ein Entkommen aus dem Dilemma, effizient und kostengünstig unter deutschen Bedingungen zu produzieren und den manchmal ins Unermessliche steigenden Umweltauflagen zu genügen, wird nur mit digitalen Produktionsweisen gelingen.

Mehr lesen Sie im aktuellen agrarheute Magazin

Den vollständigen Kommentar von Peer Leithold, Gründer und Geschäftsführer der agricon GmbH, lesen Sie im aktuellen agrarheute Magazin, das am 31. Mai erscheint.

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