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Big Data

DLG: 8 Forderungen für digitale Landwirtschaft

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Norbert Lehmann, agrarheute
am
06.02.2018

Die Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) hat acht Kernforderungen zur Digitalisierung formuliert. Im Vordergrund steht die Datenhoheit des Landwirts.

Im Vorfeld der DLG-Wintertagung, die am 20. und 21. Februar 2018 in Münster stattfindet, veröffentlichte die Organisation heute ein Positionspapier mit acht Forderungen zu digitalen Geschäftsmodellen, Dateninfrastruktur und Datensicherheit.

Das sind die Forderungen im Überblick:

  1. Infrastruktur für mobile Telekommunikation ausbauen!
    Die unzureichende Versorgung hemmt die Entwicklung der Landwirtschaft.
  2. Alle betrieblichen Daten gehören dem Landwirt!
    Autorisierung, Kontrolle und Transparenz müssen gewährleistet werden.
  3.  Datenschutz und Datensicherheit ausbauen und Betriebs- und Geschäftsdaten der Landwirtschaft schützen!
    Landwirtschaft ist kein „gläserner Betrieb“. Geschäftsdaten sind zunächst Betriebsgeheimnisse wie in anderen Sektoren auch. Dazu muss der gesetzliche Datenschutz über personenbezogene Daten hinaus auch auf Betriebs-, Maschinen- und Geschäftsdaten ausgedehnt werden.
  4. Landwirte müssen von Geschäften mit ihren Daten Nutzen ziehen können!
    Die unkontrollierte Weitergabe über Datenplattformen auf Cloudsystemen soll ebenso verhindert werden wie Datenmonopole.
  5. Transparenz bei der Big-Data-Analyse schaffen!
    Big-Data ist nur sinnvoll, wenn die Nutzer den Austausch ihrer Daten zum Zwecke der Auswertung autorisieren und von den daraus gewonnenen Informationen profitieren.
  6. Öffentliche und behördliche Daten kostenfrei zur Verfügung stellen!
    Wetterdaten, Katasterdaten, Bodendaten, Wegenetze etc. sollten in standardisierten und praxistauglichen Datenformaten über Schnittstellen als Open Data bereitgestellt werden.
  7. Digitalisierung nutzen, um Landwirtschaft und Verbraucher näher zusammenzubringen!
    Transparenz der Produktionsverfahren und Rückverfolgbarkeit werden durch Digitalisierung vereinfacht: das schafft Vertrauen und erhöht die Wertschätzung für die Landwirtschaft.
  8. Aus- und Weiterbildung stärken! Digitalisierung setzt Qualifikation voraus.
    Digitale Technologien und ihre Anwendung müssen feste Bestandteile der Lehrpläne sein.

Daten werden so wichtig wie Boden, Arbeit und Kapital

DLG-Präsident Carl-Albrecht Bartmer stellte fest, Daten seien zu einem Produktionsfaktor in der Landwirtschaft geworden, der so wichtig werden könnte wie heute Boden, Arbeit und Kapital. Bartmer ist überzeugt, dass sich mit der Digitalisierung viele nutzenbringende  Möglichkeiten für Landwirte und die gesamte Agrarbranche ergeben.

Die Digitalisierung hat das Potenzial, die landwirtschaftlichen Verfahren  zu optimieren, die Umweltwirkungen zu verbessern und Tiergerechtigkeit voranzubringen“, erklärt der DLG-Präsident.

Daten-Experten im Interview

agrarheute hat auf dem Farm & Food Kongress 4.0 Ende Januar in Berlin  Experten dazu befragt, wie die Digitalisierung die Landwirtschaft verändern wird.

Das Video-Interview sehen Sie hier:

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