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Nachhaltigkeit

DLG-Nachhaltigkeitsindex: Ökologie stark, Ökonomie schwach

Aussaat von Raps
am
01.03.2019

Die Nachhaltigkeit der Landwirtschaft hat sich vor allem im ökologischen Bereich verbessert. Die Ökonomie blieb schwach.

Die Nachhaltigkeit der deutschen Landwirtschaft hat sich seit 1990 durchschnittlich jährlich um 1,4 Prozent verbessert.

Das hat die Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) mit ihrem eigens für die deutsche Landwirtschaft entwickelten Nachhaltigkeitsindex herausgefunden. Für den Index wurden die drei Komponenten Ökonomie, Ökologie und Soziales berücksichtigt.

Nachhaltigkeit ist unternehmerisches Ziel

„In der Wertegesellschaft des 21. Jahrhunderts wollen Menschen moralisch richtig handeln und die Welt verbessern. Das zeigt sich in vielen Debatten über die ‚richtige‘ Landwirtschaft“, sagte DLG-Präsident Hubertus Paetow anlässlich der Herausgabe des Nachhaltigkeitsindex 2018.

Landwirte verstehen sich nach Einschätzung von Paetow als Teil der zukunftsorientierten Bioökonomie und als Erzeuger von Lebensmitteln und biogenen Rohstoffen. Dieses Verständnis impliziere die schonende Behandlung der Bewirtschaftungsgrundlagen und der Ressourcen zur Sicherung der Zukunftsfähigkeit der landwirtschaftlichen Betriebe.

Deshalb sei Nachhaltigkeit der Produktionsverfahren in Ackerbau und Tierhaltung längst zum unternehmerischen Ziel moderner Landwirtschaft geworden, so Paetow.

Ökologie verbessert sich deutlich

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Die Index-Komponente „Ökologie“ errechnet sich aus der Entwicklung der zwei Teilindikatoren Stickstoff-Gesamtbilanz-Überschussabbau und Minderung der Treibhausgas-Emissionen (THG).

Der Stickstoffüberschuss und die Treibhausgas-Emissionen aus der Landwirtschaft befinden sich derzeit stark in der öffentlichen Kritik, stellte der DLG-Präsident fest. Die durchschnittliche jährliche Besserungsrate des Teilindikators Abbau Stickstoff-Gesamtbilanz-Überschuss  beträgt immerhin 3,6 Prozent.

Die Minderung der Treibhausgas-Emissionen weist der Index mit 2,3 Prozent aus. Die Komponente Ökologie insgesamt schneidet daher mit einer durchschnittlichen jährlichen Zielverbesserung von 3,1 Prozent ab.

Produktivität hat kaum zugenommen

Zur Bestimmung der Komponente Ökonomie werden die wertschöpfungsbasierte Arbeitsproduktivität und deren Änderungsrate herangezogen. Damit wird die Produktivitätsentwicklung hinsichtlich realer Wertschöpfung erfasst. Durch die Wachstumsrate lässt sich der Fortschritt in Produktivität und Effizienz ablesen. Die durchschnittliche jährliche Wachstumsrate beträgt 0,15 Prozent.

„Leider musste die Landwirtschaft in den vergangenen Jahren aufgrund von Preistiefs Produktivitätseinbrüche hinnehmen, die zu geringeren Wachstumsraten geführt haben“, erläutert DLG-Präsident.

Einkommen wachsen sehr langsam

Als geeigneter Indikator für die Komponente Soziales wird der einfache Einkommensvergleich herangezogen. Darin wird der Bruttoinlandsproduktanteil  der Landwirtschaft auf den Beschäftigtenanteil bezogen. Der durchschnittliche Zuwachs beträgt 0,3 Prozent.

„Aus den geringeren Steigerungsraten der Indikatoren Ökonomie und Soziales lässt sich ableiten, dass die Steigerung des aggregierten Nachhaltigkeits-Index von jährlich insgesamt 1,4 Prozent vor allem auf Verbesserungen im Umweltbereich zurückzuführen ist“, erklärt Paetow.

Er stellt weiter fest: „Die Landwirte antizipieren die Anforderungen der Gesellschaft an Umwelt- und Klimaschutz und verstehen unter Fortschritt Verbesserungen von Verfahren sowie des Tierwohls, denn die Erreichung von Nachhaltigkeitszielen sichert die dauerhafte gesellschaftliche Akzeptanz.“

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