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Dürrekatastrophe

Dürre: Bayern will Mehrkosten für Futterzukauf ausgleichen

Rundballen
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Josef Koch, agrarheute
am
31.07.2018

Konkrete Hilfen sind beim Dürregipfel von Bund und Ländern in Berlin noch nicht zu erwarten. Bayern will aber seinen Bauern helfen.

Kaniber-Heidl-Erntefahrt

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder verspricht den Bauern, die von der Dürre bessonders betroffen sind, Hilfen. „Für uns ist klar: Wir lassen unsere Landwirte in dieser besonderen Situation nicht alleine. Die Staatsregierung beobachtet die Situation sehr genau und wird angepasst an die weitere Entwicklung zielgerichtet helfen. Die Bäuerinnen und Bauern können sich auf uns verlassen,“ so der Ministerpräsident in der heutigen Kabinettssitzung.

Bayerische Bauern leiden vor allem in Teilen Frankens und der Oberpfalz unter einer ausgeprägten Trockenheit. Es drohen Ernteausfälle und Futtermangel.

„Wir werden den Futterbaubetrieben in den bayerischen Trockengebieten schnell helfen, indem wir Mehrkosten für den Futterzukauf finanziell ausgleichen," betonte Bayerns Agrarministerin Michaela Kaniber. In begründeten Einzelfällen bestehe außerdem die Möglichkeit, steuerliche Erleichterungen gegenüber dem Finanzamt geltend zu machen.

Bund soll Zwischenfrüchte auf Vorrangflächen freigeben

Kaniber wies darauf hin, dass Bayern bereits seit 1. Juli Brachflächen, die als ökologische Vorrangflächen ausgewiesen sind, zur Futternutzung freigegeben hat. Den Bund forderte Kaniber auf, das gleiche auch für Zwischenfrüchte auf ökologischen Vorrangflächen zu ermöglichen.

Auch an Hilfen für die Bauern müsse sich der Bund beteiligen. Wichtig seien die Förderung von Mehrgefahrenversicherungen und eine reduzierte Versicherungssteuer, um die private Absicherung vor Witterungsextremen wie Trockenheit und Ernteausfällen langfristig voranzubringen.

Konkrete Hilfen dauern

Allerdings werden konkrete Hilfszusagen noch eine Weile dauern. Bundesagrarministerin Julia Klöckner beharrt angesichts von Forderungen nach Dürre-Nothilfen für Bauern auf einer abschließenden Bilanz der laufenden Ernte.

"Das ist Steuerzahlergeld, und wir brauchen erst repräsentative Daten", sagte sie am Dienstag in Bad Kreuznach. Klöckner will morgen auch das Bundeskabinett über den aktuellen Stand informieren. Dafür wollten Ministeriumsexperten von Bund und Ländern am Dienstag in Berlin Erkenntnisse zusammentragen. Ein Ergebnis dazu liegt agrarheute bisher noch nicht vor.

Der Bauernverband fordert rasche Nothilfen für stark betroffene Höfe von möglichst einer Milliarde Euro. Klöckner rechtfertigte staatliche Unterstützung für Bauern mit extremen Wetterschäden grundsätzlich. Es gehe bei Lebensmitteln nicht um irgendein Produkt.

Mit Material von dpa
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