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Risikomanagement

Dürre: Digitalisierung kann Risikomanagement unterstützen

Drohne im Mais
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Norbert Lehmann, agrarheute
am
31.08.2018

Die Landwirtschaft kann das Risiko extremer Wetterereignisse besser managen, indem sie moderne Techniken und Managementinstrumente nutzt, sagt das IAMO.

Das Leibniz-Institut für Agrarentwicklung in Transformationsökonomien (IAMO) hat sich in einer Reihe von Projekten mit der Frage beschäftigt, mit welchen Maßnahmen die Landwirtschaft das Risiko, das von extremen Witterungseinflüssen ausgeht, besser in den Griff bekommen kann.

Nach Einschätzung der Agrarökonomen bieten neueste Satelliten- und Radartechnik, der Einsatz von Drohnen sowie die digitale Auswertung, Verarbeitung und Kommunikation von Daten durch mobile Endgeräte  vielfältige Möglichkeiten der Ertragsmessung und -analyse.

Zugleich werden diese innovativen Anwendungen zur Unterstützung marktbasierter Risikoinstrumente, wie etwa indexbasierter Dürreversicherungen, eingesetzt. Das IAMO stellt fest, auch wenn einzelne Versicherungen in Deutschland derartige Produkte bereits anböten, sei die Nachfrage bislang niedrig.

Hilfszahlungen führen in die Abhängigkeit

„In den kommenden Jahren sind weitere Häufungen von Dürrekrisen zu erwarten. Die Entwicklung und Unterstützung eines effektiven und nachhaltigen Risikomanagements in der Landwirtschaft ist ein dringendes Anliegen", sagt IAMO-Wissenschaftlerin Lena Kuhn.

Die Politik könne wegweisende Anreize setzen, beispielsweise durch eine steuerliche Gleichstellung von Dürreversicherung gegenüber anderen Klimarisikoversicherungen oder die Schaffung rechtlicher Grundlagen zum Einsatz von moderner Drohnentechnik, rät die Expertin.

Hilfszahlungen könnten hingegen die Entwicklung von Digitalisierung und marktorientierten Formen des Risikomanagements verzögern und eine Abhängigkeit der Landwirtschaft von derartigen Zahlungen schaffen.

Lesetipp

Der IAMO Policy Brief 35 „Landwirtschaft in Zeiten der Dürre: Wie Digitalisierung ein nachhaltiges  Risikomanagement unterstützen kann“ ist in deutscher Sprache erschienen und kann auf der nachfolgenden Internetseite kostenfrei heruntergeladen werden.

Über die Entwicklung der Digitalisierung in der Landwirtschaft berichtet das agrarheute Magazin ausführlich in seiner September-Ausgabe.

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