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Dürrehilfen

Dürre: EU erlaubt ÖVF-Zwischenfrüchte als Futter

Jetzt knappen Grundfuttervorräten mit beerntbaren Zwischenfrüchten beg
am Mittwoch, 28.08.2019 - 13:58 (Jetzt kommentieren)

Dürregeplagte Landwirte können auf weitere Hilfen aus Brüssel bauen. Doch zunächst müssen die Bundesländer ihre Hausaufgaben erledigen.

Zwischenfruchtmischung

Die EU-Mitgliedstaaten haben heute wegen der Dürre in Europa Unterstützungsmaßnahmen zugestimmt, die die EU-Kommission vorgeschlagen hatte, um die finanziellen Schwierigkeiten der Landwirte aufgrund der ungünstigen Witterungsverhältnisse abzumildern und mehr Futtermittel für Tiere verfügbar zu machen.

So erlaubt die EU Ausnahmen von bestimmten Ökologisierungsvorschriften, um mehr Futtermittel für Rinder verfügbar zu machen. Hier haben viele Bundesländer teilweise schon im Juli reagiert und Bracheflächen für die Futternutzung freigegeben.

So erlaubt Brüssel unter anderem

  • brachliegende Flächen als gesonderte Kultur oder als ökologische Vorrangfläche zu betrachten, auch wenn diese Flächen abgeweidet oder zu Erzeugungszwecken abgeerntet wurden;
  • Zwischenfrüchte als „Reinkultur“ und nicht, wie derzeit vorgeschrieben, Mischkultur anzupflanzen, wenn sie für die Beweidung/Futtererzeugung bestimmt sind;
  • den Mindestzeitraum von acht Wochen für den Anbau von Zwischenfrüchten zu verkürzen, damit Ackerbauern ihre Winterkulturen rechtzeitig nach ihren Zwischenfrüchten aussäen können.

Nach der heutigen Entscheidung dürfte dieses Maßnahmenpaket Anfang September offiziell angenommen werden, heißt es aus Brüssel.

Wichtig: Bevor Landwirte aber Zwischenfrüchte und Untersaaten auf ökologischen Vorrangflächen als Futter nutzen, müssen sie abwarten, bis der Bundesrat einer entsprechenden Änderung der Verordnungen zugestimmt hat. Das wird voraussichtlich bis  Ende September geschehen, ist sich Niedersachsens Agrarministerin Otte-Kinast sicher.

Die Bundesregierung hatte eine Verordnung zur Änderung der Direktzahlungen-Durchführungsverordnung und der Agrarzahlungen-Verpflichtungsverordnung auf den Weg gebracht.

    Schnellere EU-Direktzahlungen auch für deutsche Landwirte?

    Daneben dürfen Mitgliedstaaten höhere Vorauszahlungen für EU-Gelder leisten. Betroffene Landwirte werden einen höheren Prozentsatz der Zahlungen im Rahmen der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) abrufen können, um ihre Liquidität zu verbessern. Dies umfasst Folgendes:

    • Bereitstellung von bis zu 70 Prozent ihrer Direktzahlungen ab Mitte Oktober;
    • Bereitstellung von bis zu 85 Prozent ihrer Zahlungen für die ländliche Entwicklung, sobald das Maßnahmenpaket Anfang September offiziell angenommen ist.

    Ob deutsche Landwirte in den Genuss einer zeitnahen, höheren Auszahlung von EU-Zahlungen kommen werden, dürfte wie im Vorjahr auch, eher unwahrscheinlich sein. So müssen die Bundesländer erst ihre Vor-Ort-Kontrollen erledigt haben, bevor sie die EU-Gelder auszahlen dürfen. Zumindest 2018 haben sie das nicht vorzeitig geschafft.

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