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Konjunkturbarometer

Dürre vermiest Bauern die Laune

Massive Bodenrisse durch Trockenheit
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Josef Koch, agrarheute
am
17.07.2018

Die Trockenheit und die großen Ernteausfälle drücken auf die Stimmung der deutschen Bauern. Auf vielen Höfen wird das Geld knapp. Das hat Folgen für Investitionen.

Trockenheit im Maisfeld

Die wirtschaftliche Stimmung der deutschen Landwirte hat sich im Juni weiter verschlechtert. Hauptgrund sind trockenheitsbedingte Ernteeinbußen in vielen Regionen. Nach den neuesten Daten des Konjunkturbarometers Agrar des Deutschen Bauernverbandes (DBV) hat sich die Liquiditätslage der Landwirte wieder verschärft. Die Investitionstätigkeit geht drastisch zurück.

Aktuell ist der Index des Konjunkturbarometers Agrar gegenüber März 2018 von 22,1 Punkten auf 21,1 Punkte gefallen. Der aktuelle Indexwert liegt damit um 10,3 Punkte niedriger als im Juni 2017.

Er ist damit erheblich unter den relativ hohen Werten aus der Zeit von 2011 bis 2014. In der Spitze wurden damals 36,2 Punkte erreicht. Der Indexwert fasst die Einschätzung der aktuellen wirtschaftlichen Lage und die Erwartung an die künftige wirtschaftliche Entwicklung zusammen.

Auf vielen Höfen fehlen liquide Mittel

Die Liquidität der Betriebe hat sich gegenüber dem Frühjahr deutlich verschlechtert. Grund dafür ist der eher liquiditätsarme Monat Juni in Verbindung mit der aktuell schwierigen Ernte- und Marktsituation bei wichtigen landwirtschaftlichen Erzeugnissen. Der Anteil der Landwirte, der die aktuelle betriebliche Liquidität als angespannt bewertet, ist im Osten Deutschlands mit 24 Prozent besonders groß. Vor allem Ackerbau- und Futterbaubetriebe sind betroffen.

Nur 25 Prozent der Landwirte wollen in den kommenden sechs Monaten investieren. Vor einem Jahr waren es noch 31 Prozent. Das für die nächsten sechs Monate geplante Investitionsvolumen liegt mit 3,4 Mrd. Euro um 0,9 Mrd. Euro unter dem entsprechenden Vorjahresstand.

Das ist gegenüber dem relativ hohen Investitionsniveau in 2013 und 2014 mit geplanten halbjährlichen Investitionsvolumina von gut 6 Mrd. Euro etwa nur die Hälfte.

Vor allem weniger Ställe und Technik

Vom aktuell geplanten Investitionsvolumen von 3,4 Mrd. Euro entfallen auf den Bereich Ställe und Stalltechnik 1,9 Mrd. Euro. Gegenüber dem Vorjahr ist das ein deutliches Minus von 0,4 Mrd. Euro. Mit 0,7 Mrd. Euro fallen die vorgesehenen Maschineninvestitionen im Jahresvergleich um 0,2 Milliarden Euro niedriger aus.

Während Investitionsvorhaben im Bereich Erneuerbare Energien im Jahresvergleich stabil bleiben, gehen auch die Landkäufe und die Investitionen in nichtlandwirtschaftliche Zwecke wie für Wohngebäude deutlich zurück.

Die Zukunft sehen vor allem Veredlungsbetriebe schlechter

Auf der Notenskala von 1 bis 5 wird die zukünftige wirtschaftliche Entwicklung im Durchschnitt der Betriebe mit 3,12 bewertet. Die Beurteilung der aktuellen wirtschaftlichen Situation erreicht mit 2,95 einen etwas besseren Wert.

Gegenüber März fällt die Einschätzung der aktuellen wirtschaftlichen Situation in allen Betriebsformen schlechter aus. Besonders ungünstig wird die aktuelle wirtschaftliche Lage in den Ackerbaubetrieben gesehen.

Die Zukunftserwartungen sind weiterhin eher von Skepsis geprägt. Allerdings sind die Entwicklungen in den einzelnen Betriebsformen unterschiedlich. Futterbau- und Ackerbaubetriebe blicken etwas positiver in die Zukunft als noch im März. Veredlungsbetriebe neigen dagegen auch aufgrund niedrigerer Preise und höherer Kosten zu einer pessimistischeren Einschätzung.

DBV-Konjunkturbarometer Juni 2018

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