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Dürrehilfen

Dürrehilfe: BDM verlangt Änderungen bei Kriterien

am Dienstag, 06.11.2018 - 11:36 (Jetzt kommentieren)

Der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter e.V. (BDM) fordert bei der Dürrenothilfe, das Kriterium außerlandwirtschafltiches Einkommen zu lockern. Zudem sollten Bundesländer den Futterzukauf bezuschussen.

Beim Dürrehilfeprogramm von Bund und Ländern verlangt der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter e.V. (BDM) eine schnelle Nachbesserung, was die Grenze für das außerlandwirtschaftliche Einkommen anbelangt.

So habe die Milchmarktkrise 2015/2016 den Milchviehhaltern riesige Verluste beschert. Diese sorgen nun dafür, dass existenziell gefährdete Milchviehhalter in vielen Fällen die Grenze von 35 Prozent Einkünfte aus gewerblicher und nicht landwirtschaftlicher Tätigkeit überschreiten. So weisen laut BDM  die vorliegenden Buchführungsabschlüsse 2016 für die Milcherzeugung sehr niedrige Einkünfte bzw. sogar Verluste aus. Auch die Buchführungsabschlüsse 2017 seien wegen des vom Kalenderjahr abweichenden Wirtschaftsjahres noch deutlich geprägt von der Krise. 

Ähnliche Probleme haben vereinzelt auch Ackerbaubetriebe, die in Vorjahren von schweren Unwettern heimgesucht wurden und entsprechend weniger verdient haben.

Vorschlag: Außerlandwirtschaftliches Einkommen vom Schaden abziehen

Mann-Stefan-BDM

„Die Begründung dieser Schwelle ist zwar im Sinne eines verantwortungsvollen Umgangs mit Steuergeld durchaus nachvollziehbar und gut gedacht, allerdings führt sie in diesem Fall zu einer eklatanten Benachteiligung der Milchviehhalter“, erklärt BDM-Vorsitzender Stefan Mann. 

„Der BDM hat das Bundesministerium daher aufgefordert, die Regelung in diesem Punkt zu überarbeiten. Denkbar wäre beispielsweise, die Regelung dahingehend zu verändern, dass das außerlandwirtschaftliche Einkommen von der Schadenssumme in Abzug gebracht wird.  Damit würde man auch weiterhin dafür Sorge tragen, dass die Gelder vor allem die Landwirte erhalten, die von der Landwirtschaft leben, gleichzeitig könnte aber die Benachteiligung der Milchviehhalter vermieden werden,“ meint der Vorsitzende.

„Wir bauen auf eine konstruktive Lösung durch das Bundesministerium, auch wenn wir bisher noch keine Antwort auf unseren Vorschlag erhalten haben“, so Mann weiter. 
 

Andere Länder sollten Futterkäufe unterstützen

Um eine Ungleichbehandlung der Milchviehhalter in den einzelnen Bundesländern zu verhindern und Wettbewerbsverzerrungen zu vermeiden, regt der BDM außerdem an, dass die Bundesländer dem Beispiel Bayerns folgen und ebenfalls ein eigenes länderspezifisches Hilfsprogramm für Tierhalter auflegen sollten, die auf Grundfutterzukäufe angewiesen sind.

Bayern erstattet diesen Betrieben bis zu 50 Prozent der Kosten für den Futterzukauf, maximal 50.000 Euro. Der Selbstbehalt beträgt 500 Euro. Auch Brandenburg hat den Futterzukauf gefördert.

Die Zuschüsse für den Futterzukauf werden beim Dürrehilfsprogramm von Bund und Ländern angerechnet.

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