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Förderung

Dürrehilfe: Erleichterungen für Tierhalter

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Josef Koch, agrarheute
am
18.11.2018

Für die Dürrehilfe können die Bundesländer bei der Schadensberechnung Erlöse aus Notverkäufen von Tieren unberücksichtigt lassen. Damit haben Tierhalter bessere Chancen auf die Hilfen.

Die Bundesländer können bezüglich der Dürrehilfen bestimmen, dass antragstellende Betriebe ihre Erlöse aus der Tierhaltung mit den durch die Trockenheit eingetretenen Schaden im Ackerbau nun doch nicht aufrechnen müssen. Wie Mecklenburg-Vorpommerns Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus mitteilte, hat das Bundeslandwirtschaftsministerium bei der Beratung mit den Ländern am vergangenen Freitag in diesem Punkt eingelenkt.

Die bisherige Vorgabe hat laut Backhaus in vielen Fällen zu einer Verringerung des errechneten Schadens und damit auch der Schadenshilfe geführt.

Nachteile für Tierhalter abgebaut

Till Backhaus bei der AMK

Das Bundeslandwirtschaftsministerium habe eingeräumt, dass diese Praxis zu einer Benachteiligung der viehhaltenden Betriebe führe und den Bundesländern freigestellt, dies zu ändern.

Tipp: Fragen Sie daher in Ihrem Bundesland bei der zuständigen Antragsstelle nach, ob diese die Erlöse aus der Tierhaltung bei der Schadensberechnung berücksichtigt oder nicht und ob Sie nachträglich noch einen Antrag stellen können. 

„Ich bin froh, dass der Bund erkannt hat, dass dadurch insbesondere rinderhaltende Betriebe, die aufgrund der Futterknappheit in Schwierigkeit geraten sind und gezwungen waren, ihren Tierbestand zu reduzieren, von den Hilfsmaßnahmen nur wenig profitierten“, erklärte Backhaus. Er kündigte an, das Verfahren deshalb umgehend zu ändern.

 

Mecklenburg-Vorpommern verlängert Antragsfrist

Für die Landwirte bedeute dies, dass bei der Antragsbearbeitung jetzt nur die witterungsbedingten Schäden aus der Tierhaltung betrachtet würden, die durch die Dürre entstanden seien, nicht aber die Erlöse, erläuterte der Minister.

Mecklenburg-Vorpommern prüft nun, inwieweit die derzeit vorliegenden Anträge ausreichten, um den Schaden durch das Amt neu zu berechnen.

Zudem wird das Land laut Backhaus die Antragsfrist verlängern, damit Landwirte ihren Antrag noch stellen können. Sie wären sonst aufgrund ihrer Einnahmen aus der Tierhaltung bisher aus der Schadensbetrachtung herausgefallen. Die neue Antragsfrist hat das Land aber noch nicht mitgeteilt. In Mecklenburg-Vorpommern wäre die Antragsfrist am vergangenen Freitag, 16. November 2018 ausgelaufen.

Mit Material von Agra-Europe
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