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Precision farming

Erste Tests mit dem 5G-Mobilfunknetz in Kartoffeln

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am Dienstag, 23.10.2018 - 09:48 (Jetzt kommentieren)

Die Holländer sammeln erste Erfahrungen mit dem schnellen Mobilfunknetz 5G. Für digitale Hilfe auf dem Acker reicht das bisherige Netz nicht.

Fachleute aus den Niederlanden erwarten, dass die Landwirtschaft eines der wichtigsten Einsatzgebiete für 5G-Anwendungen wird. Mit der schnellen Mobilfunktechnik soll das precision farming rascher möglich werden.

Schnelle Funktest auf dem Kartoffelacker

Getestet wurde der G5-Mobilfunk auf einem Kartoffelacker mit Herbizidversuchen: Eine Kameradrohne scannte das Feld mit einer Multispektralkamera. Sie schoss hochpräzise Bilder, die anschließend über die mobile 5G-Verbindung verarbeitet und an die Pflanzenschutzspritze gesendet wurden. Die soll dann demnächst in Echtzeit den individuellen Aufwand an Präparaten exakt dosieren.

Mit der mobilen 5G-Anbindung lassen sich große Datendateien unmittelbar als Aufgabenbeschreibung an Landmaschinen versenden. So lässt sich „grundsätzlich sofort“ auf Bodenveränderungen reagieren, behaupten die Versuchsansteller. Auf diese Weise werde die Menge an Pflanzenschutzmitteln gesenkt und der Gewinn vom Acker gesteigert. Das dient Geldbörse wie Umwelt.

Von Echtzeit noch zwei Stunden entfernt

Die Anbauer bekämen damit künftig „direkte Kontrolle“ über ihre Kulturen „in Echtzeit“, meint Tom Poelhekken, Cheftechniker beim niederländischen Telekommunikationskonzern KPN. Mit der ZTE Corporation, einem börsennotierten internationalen Anbieter von Telekommunikation fürs mobile Internet, hat er den ersten 5G-Feldlabortest für präzise digitale Einsätze im Feld gestartet. Der Serviceanbieter beliefert über 500 Netzbetreiber in gut 160 Ländern.

An dem Feldversuch im niederländischen Drenthe waren weiter der Spritzenhersteller Agrifac, die Uni Wageningen, die Provinz Drenthe, die Dronehub GAE Foundation und die Organisation Innovation Veenkoloniën beteiligt. Der Test verbessert die Prozesszeit – von etwa zwei Tagen auf zwei Stunden im 5G-Feldlabor. Neben einer hohen Geschwindigkeit soll 5G künftig noch kürzere Reaktionszeiten und größere Zuverlässigkeit bieten.

Verschiedene Frequenzen kombiniert

Die Prozesse benötigen im Upload eine große Bandbreite. Dafür reichen die aktuellen 4G-Netze nicht aus. Die Versuche in Drenthe haben erstmals verschiedene Frequenzbänder kombiniert. Die sogenannte Uplink-Trägeraggregation hat die von der Drohne erzeugten Bilder in Echtzeit gesendet.

Der Test in den Niederlanden ist Teil von vier verschiedenen Feldlaboren für 5G: Zuerst in der Landwirtschaft, dann in städtischen Ballungszentren, weiter in Hafengebieten und schließlich im Autosektor. In diesen Versuchen klären die Holländer mit möglichen Kunden, wie sich Geschäftsprozesse verbessern lassen. Noch dieses Jahr sind erste 5G-Tests in Amsterdam, im Hafen von Rotterdam und auf einer Autobahn bei Helmond geplant.

Mit Material von ZTE, KPN

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