Login
Biodiesel

EU-Parlament will heimisches Öl statt Palmöl für Biodiesel

Biodiesel
pd
am
11.04.2017

Das Europäische Parlament will Palmöl ab 2020 als Rohstoff für die energetische Nutzung ausschließen und anerkennt zugleich die Nachhaltigkeit von Biokraftstoffen aus Ölpflanzen (Raps und Sonnenblume) aus europäischem Anbau.

Das Europäische Parlament hat den Initiativbericht "Palmöl und die Rodung von Regenwäldern" angenommen. Das Parlament forderte anschließend die EU-Kommission auf, Regelungen zu schaffen, um Palmöl zur energetischen Nutzung ab 2020 auszuschließen.

Dies begrüßte die Union zur Förderung von Öl- und Proteinpflanzen (Ufop). Dieser Schritt sei längst überfällig betont die Ufop mit Hinweis auf die wiederholt vom Verband vorgebrachte Kritik, dass die betroffenen Produktionsländer trotz der öffentlichen Nachhaltigkeitsdiskussion zur zukünftigen Ausrichtung der Biodiesel-Politik dennoch Brandrodungen zulassen. Dagegen bescheinigt der Bericht die Nachhaltigkeit ausdrücklich für Rapsöl und Sonnenblumenöl, wenn diese in der EU produziert werden.

"Ohne Gentechnik" ist Treiber der Nachfrage für heimische Öle

Raps und Sonnenblumen sind zugleich die mit Abstand wichtigste heimische und gentechnikfreie Proteinquelle für die Tierernährung, betont die Ufop. In Deutschland wurde 2015 erstmals mehr Rapsschrot als Sojaschrot eingesetzt. Treiber dieser Nachfrage ist die Zunahme von Milchprodukten, Eier und Rindfleischprodukten, die mit dem Label "ohne Gentechnik" ausgezeichnet werden.

Raps und Sonnenblumen seien in Nord- und Südeuropa als Blühpflanzen mit ihren positiven Effekten in Fruchtfolgen alternativlos. Das erreichte Anbauflächenniveau kann aber nur dann wirtschaftlich verstetigt werden, wenn für nachhaltig zertifiziertes Rapsöl auch nach 2020 der Biokraftstoffmarkt als Absatzoption offen bleibt. Die Ufup fordert, dass die bereits in der iLUC-Richtlinie 2015 politisch abgestimmte Kappungsgrenze für Biokraftstoffe aus Anbaubiomasse in Höhe von 7 Prozent unverändert nach 2020 fortgeführt wird. Die Kappungsgrenze müsse aber auf Kulturarten beschränkt werden, die als Koppelprodukt zugleich hochwertiges Protein oder anderweitige hochwertige Futtermittel liefern. Der Verband erinnert daran, dass die Mitgliedsstaaten mit der iLUC-Richtlinie bereits ermächtigt sind, national eine niedrigere Kappungsgrenze festzulegen.

Auch interessant