Login

Das ist ein Artikel vom Top-Thema:

Crop-Monitoring

Europa: Extrem warmes Wetter schadet Wintergetreide

Wintergetreide
am Dienstag, 18.02.2020 - 10:19 (Jetzt kommentieren)

Der Winter ist europaweit deutlich wärmer als üblich. In Südeuropa ist es weiter sehr trocken. Das Wintergetreide ist meist nicht winterhart.

Das meldet die europäische Crop-Monitoring-Agentur (MARS) in ihrem neuesten Bericht für den Zeitraum 1. Januar bis 10. Februar. In weiten Teilen Frankreichs und in vielen Regionen in Osteuropa, an Nord- und Ostsee war es der wärmste Zeitraum vom 1. Januar bis 10. Februar der Aufzeichnungen von MARS (seit 1979).

Infolge der sehr milden Wetterbedingungen bleibt die Frosttoleranz von Wintergetreide, die zum Schutz der Pflanzen bei Kälteeinbrüchen aufgebaut wird, in Deutschland, Polen, den baltischen Ländern und in Südskandinavien erheblich schwächer als gewöhnlich. Auch der Schädlings- und Krankheitsdruck auf die Pflanzen dürfte erheblich höher sein als üblich.

Extrem trocken in Süd- und Südosteuropa

Wetterkarte MARS

In einigen dieser Regionen ist der Grad der Winterhärtung im Februar sogar noch niedriger als schon im Januar. In den Mittelmeerregionen und in der nördlichen Hälfte der Iberischen Halbinsel gehen die wärmeren Bedingungen mit einem deutlichen Niederschlagsdefizit einher. In Rumänien wurden die im Januar gemeldeten Dürrebedingungen durch etwas Regen Ende Januar gemildert. Dies reichte jedoch bei weitem nicht aus, um das kumulierte Niederschlags-Defizit auszugleichen, berichtet MARS.

Ebenso werden in Süditalien und auch in Griechenland die Niederschläge für die kommenden Wochen nicht ausreichen, um das Winterdefizit bei den Niederschlägen auszugleichen. In den meisten Regionen hat dies noch keine direkten Auswirkungen auf die mögliche Ernte. Am Ende des Winters und im Frühjahr werden jedoch überdurchschnittliche Niederschläge erforderlich sein, um ein optimales Nachwachsen der Getreidepflanzen zu ermöglichen, schreibt MARS in seinem Bericht. Lediglich in Westschottland und in Nordirland gab es im gesamten Zeitraum einen deutlichen Niederschlagsüberschuss.

Es bleibt weiter warm – und oft zu trocken

Wintergetreide

Die Wetterbedingungen werden in den nächsten Wochen durch eine Strömung über dem Nordatlantik bestimmt, die Niederschlagsereignisse und einen intensiven Südwestwind entlang der atlantischen Seite Europas hervorruft. In ganz Europa werden weiterhin wärmere Bedingungen als gewöhnlich prognostiziert, wobei die täglichen Durchschnittstemperaturanomalien (in Bezug auf den langjährigen Durchschnitt) hauptsächlich zwischen 2  Grad Celsius und 6 Grad Celsius in West- und Mitteleuropa und zwischen 6 Grad Celsius und 8 Grad liegen Celsius in Ost- und Nordeuropa liegen.

In den meisten Teilen Westeuropas und in großen Regionen Osteuropas wird der Gesamtniederschlag im Prognosezeitraum (bis Ende Februar) weniger als 5 mm betragen. In allen anderen Regionen liegt der kumulative Niederschlag zwischen 10 mm und 40 mm. Deutlich mehr Niederschlag als üblich soll nach Einschätzung von MARS vor allem in Irland, im Westen des Vereinigten Königreichs (wo es lokal mehr als 100 mm sein können), in Dänemark, Südschweden und Südnorwegen erwartet.

Die langfristige Wettervorhersage für die nächsten drei Monate (März-April-Mai) zeigt, dass die Bedingungen in den meisten Teilen Europas und auf der skandinavischen Halbinsel und auch in Russland weiterhin wärmer als gewöhnlich sein dürften.

Kommentare

agrarheute.comKommentare werden geladen. Bitte kurz warten...