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MARS-Crop-Monitoring

Europa: Nasser Winter bremst Feldarbeiten

Frühjahrs-Aussaat
am Dienstag, 24.03.2020 - 08:39 (Jetzt kommentieren)

In Deutschland und Frankreich bremst ein sehr nasser Winter die Feldarbeiten im Frühjahr. Der Schädlingsdruck ist hoch. In Frankreich sind auch die Wintersaaten in keiner guten Verfassung.

In weiten Teilen Europas war der Winter 2019/2020 der wärmste seit 1979 bzw. seit Beginn der Aufzeichnungen der europäischen Crop-Monitoring-Agentur MARS.

In den meisten Regionen lag die durchschnittliche Tagestemperatur um 2 Grad Celsius bis 4 Grad Celsius über dem langjährigen Durchschnitt. In Ost- und Nordeuropa herrschten noch größere Temperaturanomalien. MARS stellt fest: „Infolge des milden Winters sind die Winterkulturen in Mittel-, Ost- und Nordeuropa in gutem Zustand und in der Entwicklung weit fortgeschritten“.

Ein Niederschlagsdefizit meldet MARS lediglich aus den wichtigsten Hartweizenanbauregionen (Süditalien, Spanien, Griechenland) sowie aus Teilen Rumäniens und Bulgariens. In den meisten dieser Regionen wird jedoch noch Regen erwartet, so dass Auswirkungen auf die Erträge vermieden werden können, schreibt MARS.

Großer Rückstand bei Sommersaaten

Getreide-Aussaat

In den wichtigsten europäischen Getreide-Anbauregionen in Nordwesteuropa (Frankreich, Benelux, Deutschland, Vereinigtes Königreich) war das Wintergetreide übermäßig nasser Witterung ausgesetzt. In diesen Regionen haben sich die Winterkulturen deshalb oft noch nicht gut etabliert und die notwendigen Feldarbeiten wurden behindert, schreibt MARS.

Außerdem verzögert sich auch die Aussaat der Frühjahrskulturen. Die trockenere Wettervorhersage für die zweite Märzhälfte reicht möglicherweise nicht aus, um die Feldarbeiten vollständig aufholen zu können, heißt es.

Zu diesem frühen Zeitpunkt der Saison basieren die gemeldeten Ertragsprognosen hauptsächlich auf historischen Trends oder Durchschnittswerten und liegen für Weizen mit 5,66 Tonne je Hektar 2,2 Prozent unter dem Wert des Vorjahres – jedoch 2,3 Prozent über dem langjährigen Mittel.

Deutschland: Übermäßige Nässe, späte Aussaat

Wintergetreide

Nach einem relativ trockenen Dezember, gefolgt von noch trockeneren Bedingungen im Januar, gab es Befürchtungen, dass es auf den unter Wassermangel leidenden Böden zu schwierigen Bedingungen im Frühling kommen könnte. Anfang Februar änderte sich das Niederschlagsmuster jedoch dramatisch, was zu einem Übermaß an Nässe im Februar und Anfang März führte.

Den meisten Niederschlag gab es im Westen mit etwas abnehmender Tendenz nach Osten, stellt MARS fest. Folglich weist die gesamte Wintermonatsperiode (Dezember-Januar-Februar) in den meisten Regionen einen Niederschlagsüberschuss auf. Gegen Ende Februar begann sich das optimale Fenster für die Frühjahrssaat zu öffnen. Die Böden mussten jedoch zunächst trocknen, um den Zugang überhaupt zu gewährleisten.

Daher ist eine zeitliche Verzögerung der Aussaat wahrscheinlich. Mit Ausnahme einiger Tage lagen die Durchschnittstemperaturen über dem Mittelwert. Die Anzahl der kalten Tage (min <0 ° C) war außergewöhnlich niedrig. Es war jedoch kalt genug für die Vernalisation. Allerdings waren die Böden nicht ausreichend gefroren, um den Schädlings- und Krankheitsdruck zu senken.

Frankreich: Probleme bei Winter- und Sommergetreide

Überflutung

Dieser Winter war in Frankreich außergewöhnlich feucht und mild, mit überdurchschnittlichen Niederschlägen im Dezember, im Februar und in der ersten Märzhälfte und nach einem erheblichen Niederschlagsüberschuss im Oktober und November des vorigen Jahres. Nach dem ungünstigen Saisonstart im Herbst (trockene Böden zur Aussaat und Etablierung von Winterraps; zu feucht für Winterweizen), waren die Wetterbedingungen im Winter und im zeitigen Frühjahr ebenfalls sehr ungünstig.

Auf schweren Böden verursachte Staunässe weitere Verzögerungen der Entwicklung der Pflanzen und schwächte die Entwicklung der Wurzeln. Der außergewöhnlich reichliche Niederschlag führt zu erheblichen Stickstoff-Auswaschungen, wodurch der Stickstoffgehalt im Boden reduziert wurde, stellt MARS fest. Ein weiterer negativer Aspekt des Regenwetters war, dass es die Düngung sowie die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln behindert wurde. Das feuchte und milde Wetter begünstigt außerdem die Ausbreitung von Schädlingen und Krankheiten.Deshalb wird in diesem Frühjahr ein hoher Krankheitsdruck erwartet.

Die Aussaat von Sommergetreide und insbesondere von Sommergerste hat sich aufgrund des zu feuchten Wetters erheblich verzögert. Die Anbaufläche für Sommergetreide wird wahrscheinlich abnehmen, wodurch die reduzierten Flächen für Winterweizen und Winterraps nicht ausgeglichen werden können. Infolgedessen wird ein relativ großer Teil der Ackerfläche mit anderen Sommerkulturen wie Mais und Sonnenblumen bestellt.

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