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Milchmarkt

Europäische Auktion für Milchprodukte geplant

© DMK Group
von , am
04.09.2017

Die Leipziger Warenterminbörse EEX und das neuseeländische Auktionshaus Global Dairy Trade (GDT) wollen gemeinsam eine europäische Versteigerung für Milchprodukte aufbauen.

Die European Energy Exchange (EEX) und die GDT haben heute eine entsprechende Absichtserklärung unterzeichnet. In den nächsten Monaten wollen sie mit Käufern und Verkäufern von Milchprodukten über die Möglichkeit eines gemeinsam angebotenen Auktionsmechanismus in Europa beraten.

An der EEX werden bisher Futures auf Magermilchpulver, Butter und Molkenpulver gehandelt. Dabei verzeichnet der Börsenplatz seit der jüngsten Milchkrise ein deutlich zunehmendes Interesse an der Preisabsicherung über Terminkontrakte.

Global Dairy Trade versteigert zweimal im Monat Standardprodukte wie Milchpulver, Molkenpulver, Cheddar und Butter. Sie ist ein Tochterunternehmen der neuseeländischen Molkerei Fonterra. An der elektronischen Auktion nehmen außer Fonterra der indische Milchverabeiter Amul und die europäische Arla Foods als Anbieter teil. Die Käufer stammen aus mehr als 80 Ländern. Insgesamt sind 520 Teilnehmer registriert.

Die in der Auktion erzielten Erlöse gelten als wichtiger Preisindikator für international gehandelte Molkereibasisprodukte.

Zusätzlicher Exportkanal

In der Kooperation wollen EEX und GDT nun feststellen, ob es sich lohnt, gemeinsam eine ähnliche Auktionsplattform für den europäischen Markt aufzubauen.

Sascha Siegel, Leiter des EEX-Handels mit Agrarrohstoffen, erklärte: „Wir sind davon überzeugt, dass dieses Angebot für die Wertschöpfungskette in der Milchbranche erheblichen Nutzen generieren kann, unter anderem als zusätzlicher Vertriebskanal für den Export von europäischen Milchprodukten, aber auch potenziell als eine weitere Datengrundlage für neue Risikomanagementinstrumente.

GDT-Direktor Eric Hansen sieht in der Vereinbarung eine Wachstumschance für das Auktionshaus. Die EEX sei der einzige Marktbetreiber in Europa mit einem signifikanten Volumen in Milchprodukt-Terminkontrakten, sagte Hansen.

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