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Solarenergie und Landverpachtung

Farmer verdienen lieber Geld mit Solarenergie als mit Humusaufbau

solarpark.
am Montag, 12.07.2021 - 14:10 (1 Kommentar)

Farmer in den USA verpachten ihr Ackerland lieber an Solarfirmen als in das Geschäft mit der CO2-Abscheidung einzusteigen.

Derzeit ist die Gruppe der Landwirte, die Verträge zur Kohlenstoffbindung unterzeichnet haben, halb so groß wie die Gruppe, die Land für die Solarstromproduktion verpachtet hat. Und die Solargruppe wächst sehr schnell. Das ist ein Ergebnis des monatlichen Ag-Economy-Barometers der Purdue-Unversität und der US-Terminbörse CME.

Danach haben knapp 3 Prozent der Landwirte in der monatlichen Umfrage angegeben, dass sie für einen Teil ihres Ackerlandes bereits einen Solarpachtvertrag abgeschlossen haben. Eine deutlich größere Gruppe führt bereits Gespräche über den möglichen Abschluss von Pachtverträgen. Die Gruppe Landwirte, die Verträge zur Kohlenstoffbindung unterzeichnet haben, ist nur halb so groß.

Solarpachtverträge, die jährlich 1.000 US-Dollar pro Acre deutlich überschreiten können, sind nach Aussagen der Farmer ökonomisch weitaus interessanter als die für die CO2-Abscheidung bzw. Humusanreicherung angebotenen Tarife, berichtet der Agraronline-Dienst Successful Farming in der vorigen Woche.

Viele Farmer verhandeln schon – mit Solarunternehmen

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Das Interesse an der Verpachtung von Ackerland für Solarenergieprojekte ist in den letzten Jahren stark gestiegen. Fast ein Drittel bzw. 32 Prozent der landwirtschaftlichen Betriebe in der aktuellen Juni-Umfrage der Purdue-Unversität gab an, dass sie die Möglichkeiten des Solarleasings für ihr Ackerland möglicherweise nutzen wollen.

Von denjenigen, die über die Verpachtungsmöglichkeiten Bescheid wissen, gaben 29 Prozent an, bereits mit Unternehmen Gespräche über die Verpachtung eines Teils ihres Ackerlandes geführt zu haben. Knapp 3 Prozent der Umfrageteilnehmer gaben an, bereits einen Solarpachtvertrag auf einem Teil ihres Ackerlandes abgeschlossen zu haben. Dies sind ungefähr doppelt so viel wie die Landwirte, die bei einer Umfrage im Frühjahr angaben, einen Vertrag zur Kohlenstoffbindung unterzeichnet zu haben.

Purdue-Ökonom James Mintert sagte dazu, dass höhere Einnahmen durch Solarpachtverträge der Schlüsselfaktor sind, verglichen mit den Einnahmen aus der landwirtschaftlichen Produktion, die nach Abzug der Kosten in der Regel erheblich geringer sind.

Erst recht gilt das für die derzeitigen Verträge zur CO2-Bindung, diese bringen weniger als 20 USD pro Acre ein und erfordern möglicherweise, dass die Landwirte, ihre Produktions-Praktiken umstellen müssen. Eine Solaranlage verhindert auf den verpachteten Flächen allerdings für viele Jahre die gesamte landwirtschaftliche Produktion.

Preise für CO2-Programme viel zu niedrig

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Die Einnahmen für Solarenergie könnten im Vergleich zu den erwarteten Erträge aus der Produktion von Getreide recht günstig aussehen, sagte Mintert weiter. „Bisher ist der Dollar-pro-Acre-Wert für CO2-Abscheidungsverträge zu gering, selbst im Verhältnis zum Preis pro Buschel bei den Hauptkulturen wie Mais und Sojabohnen. Daher zögern die meisten Landwirte, sich für die geringe Erlöse pro Hektar/Jahr, die die meisten CO2-Verträge bieten, zu Änderungen ihrer Produktionspraktiken zu verpflichten oder ihre zukünftigen Alternativen einzuschränken.“

Die Solarindustrie hat allein in den ersten drei Monaten dieses Jahres 5 Gigawatt Leistung installiert, teilte der Branchenverband Solar Energy Industries am 15. Juni mit. Die Branche hat ihre Leistung seit 2016 verdoppelt, unterstützt durch eine Investitionsförderung und sehr niedrigere Kosten für Photovoltaikanlagen. Solarbetreiber suchen nach Grundstücken, die das ganze Jahr über reichlich Sonnenlicht erhalten und in der Nähe von Straßen und Anschlusspunkten für das Stromnetz liegen.

Der Solarpachtvertrag enthält verschiedene Elemente wie die monatliche Pacht, die Dauer des Mietvertrags und die benötigte Fläche. Darüber hinaus ist es von entscheidender Bedeutung, zu wissen, was mit der Solaranlage nach Ablauf des Pachtvertrags passiert, da viele Grundstückseigentümer möglicherweise das Land in seinen ursprünglichen Zustand zurückversetzen möchten, was ein äußerst kostspieliges Unterfangen sein kann, heißt es.

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