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Farmkrise/USA: Farm-Pleiten auf 8-Jahreshoch

US Farm
am Freitag, 31.01.2020 - 10:55 (Jetzt kommentieren)

Die Farm-Insolvenzen in den USA stiegen im Jahr 2019 um 20 Prozent auf den höchsten Stand seit 8 Jahren.

Noch schlimmer war es nur zur letzten großen Farmkrise. Ohne die massive finanzielle Unterstützung durch die Trump-Administration wäre das Farmsterben wohl noch viel schlimmer ausgegangen.

Das ergibt eine Auswertung von Insolvenzdaten des US-Bundesgerichts durch das American Farm Bureau - die größte Farmer-Organisation der USA. Nach den Angaben, die diese Woche von den Gerichten der Vereinigten Staaten veröffentlicht wurden, meldeten die Landwirte in den USA im vorigen Jahr 595 Insolvenzen an, im Vergleich zu 498 Farmpleiten im Jahr zuvor.

Die Daten zeigen auch, dass die Insolvenz-Anträge in den letzten fünf Jahren immer weiter zugenommen haben. Außerdem ist der höchste Stand seit 2011 - nach der großen Rezession. Dies geht aus Gerichtsdaten hervor, die vom American Farm Bureau analysiert wurden.

Farmsterben und viele Probleme

US Farm

Das American Farm Bureau berichtet auch, dass Landwirte im ganzen Land ihre Farmen wegen der finanziellen Schwierigkeiten verkaufen müssen. Das verändert nicht nur die ländlichen Regionen im Mittleren Westen massiv sondern konzentriert die Agrarproduktion auch in immer weniger Händen.

Nicht jede geschlossene Farm meldete nach den Erkenntnissen des Farm Bureau auch Insolvenz an, was darauf hindeutet, dass die Anzahl der aufgegebenen Farmen noch erheblich höher sein dürfte. Die starke Zunahme der Insolvenz-Fälle war jedoch erwartet worden, sagten Insolvenz-Experten und Agrarökonomen.

Grund sind Absatzprobleme aus den aktuellen Handelskämpfen mit China und anderen Ländern, die steigenden Schulden, anhaltend niedrige Rohstoffpreise und auch die extremen Wettereignisse der letzten Jahre. Selbst die Milliarden von Dollar, die in den letzten zwei Jahren für staatliche Agrarhilfe ausgegeben wurden, haben den Strukturwandel nicht aufhalten können.

Handelskriege und Exportverluste

US Agrarflächen

Viele US-Farmer sagen jedoch, sie hätten lieber einen starken Handel als Beihilfezahlungen, aber das Geld hat dazu beigetragen, die Lücke in den letzten zwei Jahren zu schließen. Amerikas Handelskriege sorgten für große Unsicherheit in Bezug auf die Märkte. Die Verhandlungen mit Kanada und Mexiko - zwei der größten Exportmärkte für die US-Farmer – über die Neufassung des nordamerikanischen Freihandelsabkommens - dauerten mehr als zwei Jahre.

China revanchierte sich mit Zöllen auf zahlreiche amerikanischer Agrarerzeugnisse nach den massiven Zollerhöhungen durch die USA. Infolgedessen gingen die Exporte nach China drastisch zurück. Die Preise sanken und eine Rekordmenge von Sojabohnen wurde eingelagert.

Um einige dieser Verluste auszugleichen, hat die Trump-Administration in den letzten zwei Jahren ein Hilfspaket in Höhe von 28 Mrd. USD für Landwirte bereitgestellt. Das meiste Geld wurde direkt an die Landwirte gezahlt.

Beihilfen haben schlimmeres verhindert

Felder Kalifornien

Die Beihilfezahlungen erhöhten das landwirtschaftliche Einkommen, das 2019 voraussichtlich um 10 % steigen wird. Ohne die Subventionen wäre es geschrumpft. Fast ein Drittel der landwirtschaftliche Nettoeinkommen im Jahr 2019 stammte aus Zahlungen für staatliche Beihilfen und der von mit Steuergeldern subventionierten Warenkreditversicherungen.

Die Gerichtsdaten deuten darauf hin, dass diese Unterstützungen dazu beigetragen haben, einen weitaus schlimmeren wirtschaftlichen Niedergang zu verhindern, sagte John Newton, Chefökonom der American Farm Bureau.

Die Insolvenzdaten "signalisieren, dass sich nichts geändert hat", sagte Newton. „Wir haben immer noch Unsicherheiten in Bezug auf Angebot und Nachfrage. Wenn wir anhaltend niedrige Preise sehen, würde ich nicht erwarten, dass sich dieser Trend verlangsamt.

Mittlere Westen besonders betroffen

Wisconsin, bekannt als America's Dairyland, verzeichnete im vergangenen Jahr die meisten Insolvenzanträge. Sie erreichten den höchsten Stand seit einem Jahrzehnt. Die Insolvenzen lagen iningesamt  10 Bundesstaaten auf oder über einem dem hohen Stand von vor zehn Jahren. Dazu gehören: Iowa, Illinois, Kansas, Minnesota, Nebraska, New Hampshire , Ohio, South Carolina, South Dakota und Wisconsin.

In vielen Bundesstaaten des Mittleren Westens, des Westens und des Südostens nahmen die Insolvenzen von Farmen ebenfalls kräftig zu. Georgia verzeichnete den größten Anstieg. Danach folgten dann Iowa und Florida sowie Nebraska.

In allen Regionen – bis auf bis auf drei - waren die Insolvenzraten höher als im Jahr 2018. Fast 46 % der Insolvenzen fanden in der wichtigsten Agrar-Region des Mittleren Westens statt, gefolgt von 22 % im Südosten.

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