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Asylbewerber

Flüchtlinge einstellen: Erfahrungen aus der Praxis

Saisonarbeitskraft
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Dagmar Deutsch, agrarheute
am
20.09.2017

Asylbewerber als Arbeitskräfte einzustellen, kann eine Chance für landwirtschaftliche Betriebe sein. Betriebsleiter geben hierzu praktische Tipps.

In der Landwirtschaft, gerade in Betrieben mit fehlendem Nachwuchs oder Arbeitskräftemangel, kann die Vermittlung motivierter Asylbewerber eine Chance für beide Seiten bieten. Positive Beispiele gibt es hierfür genug. Wer selbst einen Flüchtling auf seinem Betrieb beschäftigen möchte, findet im Ratgeber des Thünen-Insitut „Flüchtlinge einstellen – Tipps von Unternehmern für Unternehmer“ praktische Erfahrungen und Empfehlungen aus der Praxis. Hierfür befragten Agrarökonomen 21 Betriebe aus unterschiedlichen Branchen.

Flüchtlinge müssen nicht perfekt Deutsch sprechen

Die befragten Betriebsleiter gaben unter anderem persönliches Engagement, Höflichkeit und handwerkliches Geschick als Schlüsselqualifikationen für eine Festeinstellung von Flüchtlingen an. Sprachkenntnisse spielten eine kleinere Rolle: nur 14 der 22 Flüchtlinge hatten einen Intensivsprachkurs besucht. Dennoch sollten Landwirte das Weiterlernen der deutschen Sprache unterstützten, denn für die Geflüchteten ist es wichtig, ein Teil der Betriebsmannschaft zu sein. Verbesserte Sprachkenntnisse helfen im Umfang mit Kollegen, Kunden und im sozialen Umfeld.

Den Flüchtling im Praktikum kennenlernen

Ein Tipp, wie Sie passende Bewerber finden, ist zum Beispiel, den Flüchtling zunächst kennenzulernen; in der Regel ging der Einstellung ein erfolgreiches Praktikum voraus. Fast die Hälfte der Betriebe haben die Flüchtlinge innerhalb eines Monats eingestellt, nach sechs Monaten waren die Flüchtlinge in allen Betrieben fest angestellt. Vor der Einstellung des Flüchtlings sollten sich Betriebsleiter über den rechtlichen Status der Person informieren.

Unterstützung vermeidet Bürokratie

Mehr als die Hälfte der befragten Betriebe hatten keinen oder nur geringen bürokratischen Mehraufwand gegenüber der Einstellung deutscher Arbeitskräfte. Mit mehr Bürokratie hatten Betriebsleiter nur zu kämpfen, wenn sie keine Unterstützung von Dritten erfuhren. Unterstützung bekommen sie zum Beispiel beim Arbeitgeberservice der Bundesagentur für Arbeit oder den ehren- und hauptamtlichen Flüchtlingsbetreuern.

Die 24-seitige Broschüre des Thünen-Insituts mit allen Ergebnissen der Befragung können Sie per E-Mail bei ratgeber@thuenen.de kostenlos anfordern.

Mit Material von Thünen-Insitut
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