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Futterknappheit/Stand 27. September

Futterknappheit: Hier dürfen Landwirte Vorrangflächen mähen

Trockenheit im Maisfeld
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Josef Koch, agrarheute
am
24.07.2018

Immer mehr Bundesländer geben Vorrangflächen für die Futternutzung frei. Lesen Sie, wo und ab wann Sie den Aufwuchs verfüttern dürfen.

Brachfläche mit Bäumen

Nach der Dürre kämpfen Landwirten in vielen Teilen Deutschlands mit der Futtermittelknappheit. In vielen Bundesländern wurden die als Ökologische Vorrangflächen (ÖVF) zur Futternutzung freigegeben. Häufig sind Anträge und Fristen zu beachten. In anderen Bundesländern sind die Freigaben der Flächen und Nutzungszeitpunkte sehr unterschiedlich. Wir fassen zusammen.

Mecklenburg-Vorpommern: Seit 1. Juli Brachflächen freigegeben

Seit 1. Juli 2018 können Landwirte in Mecklenburg-Vorpommern Brachflächen, die im Agrarantrag als ökologische Vorrangflächen ausgewiesen sind, für Mahd und Beweidung nutzen. Das teilte Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus mit.

Wichtig: Ein gesonderter Antrag ist nicht erforderlich.

Das Ministerium macht mit der Freigabe von der Möglichkeit Gebrauch, von der ausschließlichen Beweidung dieser Flächen ab 1. August durch Schafe und Ziegen und ohne Mahd abzuweichen.

„Die Nutzung solcher Flächen vor dem 1. Juli ist rechtlich nicht erlaubt und aus umweltpolitischer Zielstellung nicht zulässig“, erklärt das Landwirtschaftsministerium in Schwerin. „Sie würde zur Aberkennung als Ökologische Vorrangfläche führen.“

In Mecklenburg-Vorpommern sind rund 28.879 ha Brache als ökologische Vorrangflächen beantragt. Deren Aufwuchs könnte dann für die Futtergewinnung zur Verfügung stehen.

Rheinland-Pfalz: Seit Juli auf Brachflächen erlaubt

In Rheinland-Pfalz, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen dürfen Bauern, die beim Beantragen von Direktzahlungen zur Bereitstellung von ÖVF beim Greening verpflichtet sind, seit dem 16. Juli brachliegende Ackerflächen in einzelnen Regionen zu Futterzwecken mähen oder durch Tiere beweiden lassen.

Da sich in Rheinland-Pfalz die Lage verschärft hat, hat Agrarminister Wissing seit 19. Juli in weiteren Regionen die Futternutzung auf Brachflächen erlaubt:

Hinzugekommen nun Flächen im Bereich der Landkreise und kreisfreien Städte Ahrweiler, Altenkirchen, Alzey-Worms, Bad Dürkheim, Bad Kreuznach, Cochem-Zell, Donnersbergkreis, Frankenthal, Koblenz, Ludwigshafen, Mainz, Mainz-Bingen, Mayen-Koblenz, Neuwied, Rhein-Hunsrück-Kreis, Rhein-Lahn-Kreis, Rhein-Pfalz-Kreis, Speyer, Westerwaldkreis und Worms.

Seit dem 16. Juli war die Nutzung solcher Flächen in folgenden Kreisen erlaubt:

Bernkastel-Wittlich, Bitburg-Prüm, Daun, Trier-Saarburg, Birkenfeld, Kaiserslautern, Kusel und Pirmasens, der Städte Trier, Kaiserslautern, Pirmasens und Zweibrücken und den Verbandsgemeinden Mayen-Land, Kaisersesch und Ulmen.

Nordrhein-Westfalen: Antragslose Nutzung

Für die Kreise Borken, Gütersloh, Minden-Lübbecke, Paderborn, Recklinghausen, Wesel, Märkischer Kreis und der Stadt Bielefeld können somit ab 16. Juli antragslos brachliegenden Flächen und Feldränder, die als ökologische Vorrangflächen beantragt wurden, zur Beweidung und zur Futtergewinnung genutzt werden.

Sofern Flächen in weiteren Landkreisen und kreisfreien Städten von der Trockenheit betroffen sind, kann einzelbetrieblich eine begründete und nachvollziehbare Ausnahmegenehmigung zur Futternutzung formlos beantragt werden.

Nieersachsen: Vorgaben für die Nutzung

In Niedersachsen gilt die Regelung flächendeckend. Damit können Landwirte im ganzen Bundesland den Aufwuchs auf Brachflächen verfüttern. Das Agrarressort in Hannover wies ausdrücklich darauf hin, dass eine andere Verwendung als zu Futterzwecken nicht erlaubt sei und die Nutzung nicht kommerzieller Art sein müsse.

 

Thüringen: Antrag nötig

In Thüringen können Landwirte Brachen nach einem schriftlichen, formlosen Antrag seit 1. Juli für die Winterfuttergewinnung nutzen. Im Antrag müssen die Landwirte darstellen, warum es sich um einen außergewöhnlichen Umstand handelt.

Außerdem müssen sie erläutern, wann und für welche Flächen die Ausnahme gelten soll. Hinsichtlich der Direktzahlungen hat dies laut Ministerium zur Folge, dass die Brachen bei der Anbaudiversifizierung vom 1. bis 15. Juli 2018 wie Gras und andere Grünfutterpflanzen behandelt werden. Eine Beweidung mit Ziegen und Schafen sei ab dem 1. August ohne Antrag uneingeschränkt möglich.

Bayern: Einzelgenehmigungen möglich

Auch in Bayern können die Bauern ÖVF seit dem 1. Juli zu Futterzwecken nutzen. Gleiches gilt für die sonstigen zur Futtergewinnung aus der Produktion genommenen Flächen in einem guten landwirtschaftlichen und ökologischen Zustand (GLÖZ). In Bayern gilt die Freigabe aber nur in bestimmten Landkreisen.

Sachsen bietet auch Finanzhilfen

In Sachsen sind als ökologische Vorrangflächen ausgewiesene Brachen ab 1. Juli 2018 zur Futtergewinnung oder direkten Beweidung mit Tieren frei. Wichtig: Vor der Nutzung müssen sich betroffene Landwirte bei dem örtlich zuständigen Förder- und Fachbildungszentrum (FBZ) bzw. der örtlich zuständigen Informations- und Servicestelle (ISS) des Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) melden. Dort erhalten sie das Anzeigeformular und weitere Informationen zum Verfahren. Das ist ab sofort möglich.

Weitere Hilfen für landwirtschaftliche Betriebe, die infolge der anhaltenden Trockenheit in Existenznot geraten, stehen mit der Förderrichtlinie „Krisen und Notstände“ (RL KuN/2015) zur Verfügung.

Wenn die gesamtbetrieblichen Umsatzerlöse im Schadjahr die durchschnittlichen Umsatzerlöse der vergangenen drei Jahre um mehr als 30 Prozent unterschreiten, kann der entstandene finanzielle Schaden durch einen Zuschuss bis zu 80 Prozent ausgeglichen werden, der nicht zurückgezahlt werden muss. Für diese Hilfen ist die Bewilligungsstelle des LfULG in Dresden-Klotzsche Ansprechpartner.

Sachsen-Anhalt: Bishere Anzeigen gelten als Antrag

Landwirtschaftsministerin Prof. Dr. Claudia Dalbert aus Sachsen-Anhalt hat inzwischen auf die Futterknappheit reagiert und die Futternutzung auf Bracheflächen ab dem 1. Juli erlaubt. Dazu können notleidende Betriebe entsprechende Anträge an das zuständige Amt für Flurneuordnung und Forsten (ALFF) formlos stellen. Bisher eingegangene Anzeigen wertet das Bundesland als Antrag. "Eingegangene Anzeigen und noch eingehende Anträge bearbeiten die Ämter dann zügig", so die Ministerin.

Die Futternutzung durch Dritte, die ebenfalls in einer Notsituation in Folge der Trockenheit sind, ist zulässig und muss im Antrag benannt werden. Eine Verwendung des Aufwuchses für andere Zwecke, zum Beispiel in einer Biogasanlage, ist nicht zulässig. Die Ausnahmen gelten ausschließlich zur Futterversorgung in tierhaltenden Betrieben aufgrund der Trockenheit.

Liquiditätshilfen der Rentenbank

Daneben bietet auch die Landwirtschaftliche Rentenbank Liquiditätshilfen für landwirtschaftliche Betriebe an, die Schäden durch Trockenheit oder Unwetter zu verzeichnen haben. Die Einbußen müssen mindestens 30 Prozent betragen.

Mit Material von AgE

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