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Umfrage-Ergebnisse

Getreide: Das sind die beliebtesten Vermarktungsstrategien

Finanzen beim Getreideanbau
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Katharina Krenn, agrarheute
am
30.09.2016

Jedes Jahr zur Ernte kommt die Frage: Wie vermarkte ich das Getreide am besten. agri Experts hat die Landwirte zu ihren bevorzugten Strategien befragt.

Die Getreideernte ist eingebracht – die Lager voll. Wie die deutschen Landwirte bei der Getreide-Vermarktung vorgehen, hat das Umfragepanel von agri Experts festgestellt. Das sind die wichtigsten Ergebnisse aus der Umfrage zu den Vermarktungsstrategien.

Die beliebtesten Vermarktungsinstrumente

Als Vermarktungsinstrumente nutzen die befragten Landwirte vor allem den sofortigen Verkauf (ex Ernte) (71 %) und Vorkontrakte (67 %). 15 % gaben an auch über Prämienkontrakte zu vermarkten. Nur 4,4 Prozent nutzen eine Preisabsicherung über Terminkontrakte oder eine Mindestpreisabsicherung über Optionen an der Matif.

Mehrheit vergleicht Angebote

Die meisten Landwirte gaben an, das Getreide ab ab Feld (42 %) in einem Umkreis bis 20 km zu vermarkten. 93 % der Probanden holen Angebote von Handelspartnern ein, bevor sie ihr Getreide vermarkten. Von diesen holen 45 % Angebote von mindestens drei Handelspartnern ein.

82 % der befragten Landwirte können ihr Getreide zumindest teilweise selbst lagern, die meisten davon auf dem eigenen Betrieb.

So informieren sich die Landwirte

Um sich rund um das Thema Getreidevermarktung zu informieren, lesen 87 % der Probanden Fachartikel bzw. Fachzeitschriften. 82 % der Probanden recherchieren im Internet. 71 % der Probanden beobachten die Getreidepreisentwicklungen am Markt kontinuierlich.

Als wichtigste Informationsquelle geben die Probanden das Internet (47 %) an, gefolgt von Börsendaten (20 %). Als zweitwichtigste Informationsquelle bezeichnen sie den Handel (38 %).

Dahin geht die Getreidevermarktung in Zukunft

  • Die Absicherung und Streuung wird wichtiger.
  • Die Getreidevermarktung hängt stark von der Entwicklung des Biogas-Sektors ab.
  • Der Handel wird durch Fusionen stärker und preisbestimmender werden.
  • Betriebe werden mehr Vorkontrakte abschließen.
  • Die eigene Lagerung wird wichtiger, um Preistäler aussitzen zu können.
  • Die Landwirte müssen bereit sein, bei guter Preissituation spontan und schnell zu handeln.
  • Die Liberalisierung der Märkte wird zunehmen, bei gleichzeitig höherer Bindung zum Handel vor Ort.
  • Preis-Absicherungsstrategien unter Nutzung von Future- und Optionsverkäufen werden verstärkt.

Umfrage Hintergrund

89 % der Probanden sind männlich, 7 % sind weiblich. Die Probanden sind durchschnittlich 42 Jahre alt. 36 % der Probanden kommen aus Süd-, 17 % aus Ost-, 13 % aus Nord- und 9 % aus Westdeutschland. 11 % der Probanden leben nicht in Deutschland. 191 Personen haben an der Umfrage teilgenommen.

 

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