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Risikomanagement

Vermarktung Live: Ackerbauern nutzen Preisspitzen geschickt aus

Symbolbild Raps Weizen Mais
am Mittwoch, 09.09.2020 - 11:00 (Jetzt kommentieren)

Unsere in der Vermarktung begleiteten Ackerbauern haben Teilmengen ihrer Getreide- und Rapsernte gut verkaufen können.

Dieter Jendrziak

Die Getreideernte ist weitestgehend abgeschlossen und trotz der teilweise schwierigen Witterungsbedingen im Norden noch ganz zufriedenstellend ausgefallen. Unsere beiden in der Vermarktung begleiteten Betriebsleiter Max Uwe Hansen aus Nordfriesland und Jan Schulze-Geißler aus dem nordwestlichen Niedersachsen ziehen jetzt ihre vorläufige Bilanz. Sie haben angesichts der erholten Notierungen weitere Mengen aus der Ernte 2020 verkauft.

Wir erinnern uns: Die schwierigen Aussaatbedingungen im Herbst hatten den Wintergetreideanteil auf beiden Betrieben deutlich reduziert. Das Frühjahr lief dann in Niedersachsen etwas besser, sodass früh gedrillt werden konnte. Die folgende ausgeprägte Frühjahrestrockenheit fiel nicht so negativ ins Gewicht. So waren denn auch die Erträge insbesondere der Sommerungen an der Küste Niedersachsens überdurchschnittlich gut. Aber auch bei Max Uwe Hansen im äußersten Norden von Schleswig-Holstein waren die Erträge noch zufriedenstellend.

Weizen für 175 Euro pro Tonne verkauft

Aussaat von Winterraps

Der Fokus liegt jetzt auf der Vermarktung. Nachdem Jan Schulze-Geißler im Frühjahr 500 t Futterweizen per Vorkontrakt für 175 Euro/t verkauft hatte, lieferte er in der Ernte nochmals 250 t für den gleichen Preis an den Landhandel.

300 t Raps wechselten ebenfalls in der der Erntezeit für 380 Euro/t den Besitzer. Allerdings bleibt der Raps bis zum Dezember im Lager des Ackerbauern.

Den Hafer, der neben einer sehr guten Qualität auch einen Spitzenertrag brachte, konnte Schulze-Geißler für einen sehr guten Preis von über 200 Euro/t per Vorkontrakt vermarkten.

Mit den Bohnen lief es ähnlich. Der gute Ertrag und die sehr gute Qualität bescherten dem Landwirt aufgrund des ansprechenden Kontraktpreises von 230 Euro/t plus Qualitätszuschlägen eine ordentliche Grundrente. Die noch freie Ware bleibt jetzt erst mal im Lager und der Betriebsleiter hat den Markt weiter fest im Blick.

Marktferne kostet den Erzeuger viel Geld

Max Uwe Hansen hatte ebenfalls 500 t Weizen im Frühjahr für 175 Euro/t vorkontrahiert. Noch liegen nicht alle Untersuchungen der Qualitätsparameter vor, sodass Hansen mit der weiteren Vermarktung des B-Weizens etwas abwartet.

Die anderen Früchte stehen ebenfalls im Angebot, aber die Offerten des Handels haben den Nordfriesen noch nicht überzeugt. Die Marktferne schlägt sich auch in diesem Jahr negativ in den Preisen nieder. Die großen Vermarkter wollen ihre Mengen möglichst kostengünstig bereitgestellt bekommen, sodass die Transportkosten, die schnell bis zu 20 Euro/t ausmachen, quasi dem Produzenten in Rechnung gestellt werden.

Neuer Raps unter optimalen Bedingungen gedrillt

Der Raps wurde im Rahmen der Fruchtfolge in diesem Jahr auf beiden Betrieben bei sehr guten Bedingungen gedrillt. Nachdem die trockene und heiße Witterung Mitte August eine gute und zügige Bodenbearbeitung ermöglichte, sorgte der nachfolgende Regen für optimale Startbedingungen.

Unsere agrarheute-Serie "Vermarktung live"

In unserer Serie Vermarktung live berichten wir über die Getreidevermarktung auf zwei Ackerbaubetrieben und deren Risikomanagement. So funktioniert die agrarheute-Serie "Vermarktung live".

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