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Bilanzprognose

Gewinne brechen 2018/19 brutal ein

am
14.01.2019

Die Gewinnaussichten für 2018/19 sind für viele Betriebe sehr schlecht. Doch es gibt auch Ausnahmen in südlichen Bundesländern. Das zeigt die aktuelle Prognose der Landwirtschaftskammern.

Die Vorschätzung der Landwirtschaftskammern über die Ergebnisse
für das laufende Wirtschaftsjahr 2018/19 deutet auf einen deutlichen Einbruch der landwirtschaftlichen Unternehmensergebnisse um bis zu 50 Prozent hin. Die Prognose basiert auf den Buchführungsergebnissen von Haupterwerbsbetrieben des Vorjahres 2017/18, auf Ergebnissen des ersten Halbjahres 2018/19 und auf Trendanalysen.

Aus Sicht der Landwirtschaftskammern verschlechtern sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der landwirtschaftlichen Betriebe. Die Dürre des Jahres 2018 ist hier als eine von vielen Ursachen aufzuführen. Die Dürre schädigte vor allem Landwirte
im Norden.

Sinkende Milch-, Rindfleisch- und Schweinepreise, sowie weiter steigende Kosten sind weitere Gründe für den kräftigen Gewinnrückgang. Im Ergebnis lassen sich in keiner Hauptausrichtung der Landwirtschaft die eingesetzten Faktoren voll entlohnen. Besonders hart trifft es die Schweinehalter.

Dramatische Einbußen für Schweinehalter

Tierarzt und Landwirt im Schweinestall

Nach den bereits rückläufigen Unternehmensergebnissen im Vorjahr kommt es für Schweinehalger im laufenden Wirtschaftsjahr noch wesentlich schlechter. Die berechneten Unternehmensergebnisse der Veredlungsbetriebe liegen im laufenden Wirtschaftsjahr zwischen 19.000 Euro für Niedersachsen und 27.000 Euro für Nordrhein-Westfalen (NRW). In diesen beiden Ländern stehen die meisten Schweine.

Das korrespondiert mit einem Rückgang von 44 Prozent für NRW und mit 70 Prozent für Niedersachsen. Die Nettorentabilität der nordrheinwestfälischen Veredler wird
auf 34 Prozent geschätzt und die der niedersächsischen Berufskollegen auf 22 Prozent.
Für eine vollbeschäftigte Familien-Arbeitskraft ergibt sich so ein Unternehmensergebnis
von weniger als 20.000 Euro.

Milchbauern: Bis zur Hälfte weniger Gewinn

Milchkühe fressen im Laufstall

Fallende Milchpreise und beachtliche Mehrausgaben für Futtermittel führen dazu, dass
die Unternehmensergebnisse der Futterbaubetriebe zwischen 25 und 54 Prozent nachgeben. Erreicht werden absolute Gewinne nur noch zwischen 50.000 und 62.000 Euro.

Auch die Nettorentabilität als Indikator für die Wirtschaftlichkeit bricht ein. Die Landwirtschaftskammern ermitteln Werte zwischen 66 und 83 Prozent. Die eingesetzten Faktoren Arbeit, Kapital und Boden können Landwirte somit nicht voll vergüten.

Für eine voll beschäftigte Familien-Arbeitskraft bleibt damit ein Unternehmensergebnis zwischen 30.000 und 46.000 Euro übrig.

Ackerbau: Größte Unterschiede zwischen Nord und Süd

In Niedersachsen rutschen die Unternehmensergebnisse aufgrund der Dürre um 18 Prozent
ab und erreichen nur noch 42.000 Euro. Noch schlechter ergeht es den Ackerbauern in Schleswig-Holstein. Nach einem Rückgang um 15 Prozent im Gewinn werden nur noch
34.000 Euro als Unternehmensergebnis prognostiziert.

Die Nettorentabilität schwankt zwischen 43 Prozent in Schleswig-Holstein und 48 Prozent in Niedersachsen. Mehr als die Hälfte der Faktoransprüche können also nicht mehr bedient werden. Vor diesem Hintergrund errechnen die Landwirtschaftskammern ein Unternehmensergebnis für eine voll beschäftigte Familien-Arbeitskraft von 31.000 Euro in Schleswig-Holstein und von 36.000 Euro in Niedersachsen.

Im Südwesten war die Dürre des Sommers 2018 deutlich geringer ausgeprägt. So erreichten
die Bauern in Rheinland-Pfalz und im Saarland überwiegend noch durchschnittliche
Ernteerträge. In Verbindung mit guten Preisen für die meisten Marktfrüchte steigen
die Unternehmensergebnisse in Rheinland-Pfalz um 35 Prozent und für das Saarland um 54 Prozent sogar an.

Entsprechende Betriebe in Rheinland-Pfalz dürften mit 61.000 Euro abschneiden,
die Berufskollegen aus dem Saarland erreichen sogar 71.000 Euro. Das entspricht einer Nettorentabilität von 96 Prozent in Rheinland-Pfalz und 114 Prozent im Saarland. Für eine
voll beschäftigte Familien-Arbeitskraft ergibt sich damit in beiden Bundesländern ein Unternehmensergebnis von etwa 44.000 Euro.

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