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Buchführungsergebnisse 2014/2015

Gewinne sind dramatisch eingebrochen

© Mühlhausen/landpixel
pd/af
am
13.11.2015

Die Landwirtschaftskammern haben die ersten Buchführungsergebnisse für das Wirtschaftsjahr 2014/2015 ausgewertet. Die Ergebnisse sind dramatischer als erwartet.

Wie der Verband der Landwirtschaftskammern mitteilt, waren die Ernteerträge aus dem Jahr 2014 recht erfreulich, sie führten jedoch zu überversorgten Märkten bei nicht auskömmlichen Agrarpreisen. Vor allem im tierischen Segment erwiesen sich die Preiseinbrüche als verheerend. Im Betriebsergebnis schlugen die schlechten Preise deutlich stärker als die Kosteneinsparungen durch.

Die Betriebsergebnisse im Wirtschaftsjahr 2014/15 halbierten sich nahezu. Alle gängigen Zielgrößen, wie der fünfjährige Durchschnitt, die volle Faktorvergütung, etc. wurden nicht erreicht. Eigenkapitalverluste und überdies große Liquiditätsprobleme - vor allem bei Milchviehbetrieben - sind nun die Folge.

Spezialkosten übewiegend gesunken

Einsparungen ließen sich im Bereich des Pflanzenbaus umsetzen:

  • beim Pflanzenschutz bis zu 7 %,
  • bei Saat- und Pflanzgut bis zu 14 %,
  • und bei Treib- und Schmierstoffen bis zu 10 %,
  • bei den Düngemitteln wurden, regional verschieden, sowohl Einsparungen als auch Mehraufwendungen vermeldet
  • Auch in der tierischen Produktion konnten Einsparungen realisiert werden: bei Tierzukäufen 28 bis 8 %
  • sowie bei Futtermitteln 10 bis 5 %.

Pacht und Miete schlagen zu Buche

In den zurückliegenden, guten Jahren haben die Unternehmer vergleichsweise viel investiert. Demgemäß schlugen nun höhere Abschreibungen zu Buche mit 1 bis 5 %. Pacht und Mietaufwendungen stiegen erneut um 4 bis 8 %. Überwiegend gespart werden konnte lediglich beim Ausgabenblock: Strom, Heizstoffe, Wasser. Deutlich gespart wurde bei der Unterhaltung von Gebäuden, in dem Instandsetzungen verschoben wurden.

Gewinn fast halbiert

Im Durchschnitt aller Betriebe und aller Regionen wurde eine Abnahme des Gewinns zwischen 44 und 49 Prozent festgestellt.

  • Die Unternehmensergebnisse erreichten etwa 40.000 Euro; im Saarland sogar nur 33.000 Euro.
  • Der 5-jährige Durchschnitt wurde in einer Größenordnung zwischen einem Drittel bis zur Hälfte verfehlt.
  • Die Nettorentabilität (52 – 66 %) erlaubte im Wirtschaftsjahr 2014/15 in keinem Bundesland mit einer Landwirtschaftskammer die volle Entlohnung der Produktionsfaktoren Arbeit, Kapital und Boden.
  • Auf einen Unternehmergewinn mussten die Betriebe vollständig verzichten. Kurzum fanden sich die Unternehmen in einer Wirtschaftlichkeitssituation wieder, wie im WJ 2009/10.

Der Einfluss des Betriebsleiters wird immer größer

Während einige Betriebe rote Zahlen schreiben, gibt es genauso Unternehmen, die bei vergleichbarer Ausrichtung und bei vergleichbarer Faktorausstattung auch unter diesen ungünstigen Bedingungen noch Gewinne jenseits der 75.000 Euro erwirtschaften und eine volle Faktorvergütung oder noch mehr erzielen. Festzuhalten ist, dass im Wirtschaftsjahr 2014/15 zwei Drittel aller Betriebe kein ausreichendes Einkommen erwirtschaften konnten.

Zukunftsaussichten sind nicht rosig

Eine grundsätzliche Erholung der Märkte ist derzeit noch nicht in Sicht. Nach heutigem Kenntnisstand dürfte das begonnene Wirtschaftsjahr 2015/16 ähnlich kritisch werden, wie das Wirtschaftsjahr 2014/15. Einzelheiten wird die Vorschätzung ausweisen, die die Landwirtschaftskammern im Januar 2016 durchführen.

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