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Vermarktung

Grandke: Digitalisierung stärkt Erzeugergemeinschaften

am Donnerstag, 03.10.2019 - 08:20 (Jetzt kommentieren)

Marken- und Regionalprogramme werden weiter zunehmen. Die Anforderungen an Erzeugermeinschaften steigen. Auch Landwirte müssen beim Stallbau umdenken.

Grandke-Reinhard-DLG

Mit der Zunahme der Digitalisierung in der Vermarktung werden Erzeugergemeinschaften wichtiger. Dieses Fazit zog Dr. Reinhard Grandke, DLG-Hauptgeschäftsführer beim Vion-Fachgespräch mit mehr als 30 Geschäftsführer und Vorstände von Erzeugergemeinschaften und Verbänden. 

Grandke erwartet neben einer Zunahme des Bio-Sektors ein starkes Anwachsen von Marken- und Regionalprogrammen, die vom Lebensmitteleinzelhandel organisiert würden. Die Digitalisierung ermögliche den Schritt von der Differenzierung der Produkte hin zur Differenzierung der Prozesse.

„Schon bald können die Verbraucher sehen, wie lange ein Rind auf der Weide gestanden hat, wie lange der Transportweg war und wie lange das Fleisch gereift ist.“

Digitalisierung führe zu einem Zusammenrücken in der Kette. „Die Betriebe werden sich verändern müssen“, sagte er. Einzelkämpfer, das heißt der einzelne Landwirt, werde es immer schwerer haben, zu bestehen. Kooperationen würden die Betriebe aber entlasten. „Geschlossene Lieferketten werden immer wichtiger“, sagte Grandke in dem Fachgespräch.

Mehrere Ställe statt einen Großen?

Die Vielfalt der Prozesse stelle auch Landwirte vor neuen Herausforderungen. Die Betriebe werden weiter wachsen müssen, um die höheren Kosten für Digitalisierung, Bürokratie und Dokumentation stemmen zu können. Dann führe betriebswirtschaftlich kein Weg vorbei, auch wenn die Gesellschaft das oft kritisch sehe. So regte der Agrarexperte an, darüber nachzudenken, ob es künftig nicht besser sein, statt einen großen Schweine- oder Kuhstall, mehrere kleinere Einheiten zu bauen.

"So könnten Tierhalter leichter die unterschiedlichen Prozessanforderungen wie Bio-, Weide- und Tierschutzmilch oder Stroh-, Ökoschweine und Ebermast etc. in einem Betrieb erfüllen", argumentierte Grandke. 

Vertreter der Erzeugergemeinschaften sahen in der Diskussion das Credo zu weiterem Betriebswachstum kritisch. "Viele Landwirte klagten schon jetzt über ein zu hohe Arbeitsbelastung. Geeignete Fachkräfte sind Mangelware und kaum verfügbar", skizzierte ein EZG-Vorsitzender die Lage auf den Höfen.   

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