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Agrarreform

Greening: Praxisfragen und Antworten

am Donnerstag, 28.01.2016 - 13:00 (Jetzt kommentieren)

Durch die neue EU-Agrarreform sind die Direktzahlungen an Greening-Maßnahmen gebunden. Im Laufe des ersten Geltungsjahres der neuen Vorschriften sind in der Praxis einige Fragen aufgetaucht. Die DSV Deutsche Saatveredelung AG liefert Antworten.

Seit einem Jahr nun ist die neue EU-Agrarreform in Kraft. Direktzahlungen sind seitdem zu 30 % an klima- und umweltschutzfördernde Schritte gekoppelt. Grund genug, um sich mit den entstandenen Praxisfragen sowie den betreffenden Antworten auseinanderzusetzen. Das Fachmagazin agrarmanager hat anhand einer Broschüre die wichtigsten Themenbereiche zusammengestellt. Die DSV Deutsche Saatveredelung AG hat in einer Broschüre Maßnahmen zusammengefasst, die praxisübliche, intensive Produktionsweisen ideal ergänzen. Zudem wurden darin Fragen behandelt, die im Laufe des ersten Geltungsjahres der neuen Vorschriften in der Praxis auftraten.

Was passiert zum Beispiel, wenn die Greeningvorgaben nicht eingehalten werden? Hier sind 10 Praxisfragen und Antworten.

1. Kann eine zur Grassamenproduktion genutzte Fläche nach dem Drusch als Begrünung angerechnet und damit als ökologische Vorrangfläche (öVF) behandelt werden?

Nein, das geht nicht. Für das Vorhandensein einer Untersaat ist eine Deckfrucht erforderlich. Diese ist bei einer Fläche mit Grasproduktion nicht gegeben. Man könnte nur eine Stilllegung davon machen, indem man die Fläche vom 1. 1. bis 31. 8. des Folgejahres sich selbst überlässt.

2. Ist es greeningkonform, wenn eine Untersaat zusammen mit einer Hauptfrucht ausgesät wird?

Ja. Die Art und Weise der Etablierung einer Untersaat ist egal. Wichtig ist nur, dass die Untersaat unter einer Deckfrucht steht, die genutzt wird.

3. Dürfen Pufferstreifen befahren werden?

Ausnahmsweise. Wichtig ist, dass Feldränder auch als solche erkennbar sind und somit ruhen sollen. Sind dort regelmäßige Fahrspuren erkennbar (z. B. wie bei Vorgewenden) kann es sein, dass solche Feldränder nicht anerkannt werden.

5. Gibt es Vorgaben für Saatgut (-Mischungen) für Pufferstreifen und Feldränder, die nicht im Rahmen der Agrarumweltmaßnahmen bereits gefördert werden?

Nein. Aus phytosanitären Gründen ist aber eine Begrünung anzustreben.

6. Darf ein Pufferstreifen ganzjährig genutzt werden?

Ja, eine Weide- oder Schnittnutzung bezogen auf Gras oder andere Grünfutterpflanzen (kein Getreide) ist möglich. Dabei muss sichergestellt sein, dass der Pufferstreifen vom angrenzenden, normal genutzten Schlag zu unterscheiden ist. Es ist daher nicht möglich, den ganzen Schlag mit Ackergras einzusäen und dann einen Pufferstreifen als öVF zu nutzen.

7. Gibt es einen verbotenen Pflegezeitraum auf Bracheflächen?

Ja, das Mäh- und Mulchverbot vom 1. 4. Bis 30.6. des Antragsjahres.

8. Darf eine Untersaat, die im Frühjahr/Sommer mit einer Futterbaumischung gesät wird, nach der GPS-Ernte noch bis zum 1. 10. genutzt werden?

Nein. Mit der Nutzung verliert die Fläche ihre Wertigkeit als öVF.

9. Darf nach dem 15. 2. eine Nutzung von Zwischenfrüchten und Untersaaten erfolgen und dürfen diese Kulturen als Hauptfrucht weitergenutzt werden?

  • Ja, eine Nutzung ist möglich. Es dürfen allerdings nur Grasuntersaaten, die aus einer Untersaat des Vorjahres hervorgegangen sind, im Folgejahr in eine Hauptfrucht überführt werden.
  • Andere Zwischenfrüchte (z. B. Kleegras) können dagegen nicht in eine Hauptfrucht überführt werden.

10. Wenn eine Selbstbegrünung erlaubt ist, darf man dann auf der Ackerfutterfläche das Gras/Kleegras als Selbstbegrünung für eine Brache stehen lassen und darf man diese mulchen oder nutzen (beweiden)?

Ja, unter Einhaltung des Verbotszeitraums für Pflegemaßnahmen vom 1. 4. bis 30. 6. Eine Beweidung oder anderweitige Nutzung ist nicht erlaubt.

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