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Mehrgefahrenversicherung

Grünland ist ab jetzt gegen Trockenheit versicherbar

am Donnerstag, 09.05.2019 - 09:07

Grünland gegen Dürreschäden zu versichern, war bisher nicht möglich. Jetzt gibt es ein neues Angebot der Münchener und Magdeburger Agrar. Hier die wichtigsten Details.

AF_Grünland-Trockenheit

Erstmals können Landwirte Grünland gegen Trockenheit Dürreschäden versichern. Diesen neuen Schutz bietet die Münchener und Magdeburger Agrar (MMA) seit diesem Jahr an. So hat sie ihre pauschale Trockenheitsversicherung um weitere Produkte wie Grünland, Gemüse, Obst oder Hopfen erweitert. Laut MMA seinen nun über 100 Kulturen versicherbar. Bei den bisherigen Angeboten anderer Anbieter ist Grünland ausgeschlossen.

Wer sein Grünland gegen Dürreschäden versichern will, muss sich aber beeilen. Die Versicherung für das Erntejahr 2019 können Interessierte für Mais, Grünland oder Wein nur noch bis spätestens zum 15. Mai abschließen. Einziger Haken: Die pauschale Trockenheitsversicherung können Landwirte nur abschließen, wenn sie schon eine Hageldeckung bei der MMA haben.

Ab 20 Euro Grünland in Bayern versicherbar

Nach Angaben des Versicherers kostet die Absicherung des Grünlands in bestimmten Regionen Südbayerns gegen Dürreschäden je 1.000 Euro Versicherungssumme 20,23 Euro/ha.      

Die Entschädigung erfolgt nach einem pauschalen Modell. So können Landwirte zwischen einer Entschädigung von 30 Prozent oder 50 Prozent der Versicherungssumme wählen. Bei höherer Entschädigung kostet die Absicherung aber mehr.

Kritischer Niederschlagswert ändert sich

Unwetter über Rapsfeld

Die Entschädigung wird fällig, wenn der kritische Niederschlagswert innerhalb des Haftungszeitraumes unterschritten wird. Dieser Wert ist je nach Kultur und Region unterschiedlich. Dazu kann die Versicherung bundesweit auf über 1.600 Wetterstationen zugreifen. Je höher die Entschädigung ist, desto niedriger ist der jeweilige kritische Niederschlagswert. Genaue Angaben welche Niederschlagswerte für welche Kulturen und in welchen Regionen greifen, wollte der Versicherer gegenüber agrarheute nicht machen.  

Ein Beispiel macht das deutlicher: Fällt im Raum Leipzig auf einem Maisfeld zwischen dem 1. Mai und 31. August weniger als 219,1mm Niederschlag, zahlt die Versicherung beispielsweise 30 Prozent der Versicherungssumme aus. Im Gegensatz zum SV Ernteindex verspricht die MMA die Auszahlung unmittelbar nach Ablauf des Haftungszeitraumes.

Für Neuverträge passt die MMA den kritischen Niederschlagswert jährlich an. Bei Bestandsverträgen ist der Wert für die vereinbarte Laufzeit fest. In die Niederschlagshistorie fließen die längstmöglich verfügbaren Daten der Wetterstation ein, mindestens jedoch 20 Jahre.

Auf Haftungszeiträume achten

Da nur die Niederschlagsmenge im jeweiligen Haftungszeitraum entscheidend ist, ob der Versicherte eine Schadenzahlung erhält, sollten Sie auf die Zeiträume achten. Die Haftungszeiträume unterscheiden sich je nach Kultur. Aus agrarheute-Sicht ist der Zeitraum für Mais zur Körnernutzung bis 31. August etwas zu kurz. Eine Herbstrockenheit würde nicht mehr berücksichtigt. 

Hier einige Beispiele für die Haftungzeiträume:

Kulturart Haftungszeitraum
Getreide 1. März bis 30. Juni
Mais 1. Mai bis 31. August

Kartoffeln

1. Mai bis 15. September
Grünland 1. April bis 15. September