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Klimaschutzziele

Gutachten empfiehlt Verschärfung des Düngerechts

Gülle wird auf einem Stoppelfeld ausgebracht
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Anke Fritz, agrarheute
am
05.09.2016

Deutschland und die EU streben an, ihre Treibhausgase bis zum Jahr 2050 im Vergleich zu 1990 um mindestens 80 bis 95 % zu reduzieren. Ein Gutachten gibt jetzt Empfehlungen für die Landwirtschaft.

Die Wissenschaftlichen Beiräte des Bundeslandwirtschaftsministeriums für Agrarpolitik und für Waldpolitik erteilen in ihrem gemeinsamen Gutachten zum Klimaschutz in der Land- und Forstwirtschaft einer flächendeckenden Verringerung der Produktionsintensität in der Landwirtschaft ebenso eine Absage wie einer Aufgabe der forstlichen Nutzung von Wäldern.

Die wichtigsten Empfehlungen im Bereich der Landwirtschaft:

  • Landwirtschaftlich genutzte Moore differenziert schützen
  • Stickstoffeffizienz der Düngung verbessern
    • Düngerecht verschärfen und konsequenter durchsetzen
    • Stickstoffabgabe einführen, wenn N-Überschüsse nicht hinreichend reduziert werden
    •  Weitere Maßnahmen zur N-Effizienzverbesserung der Düngung nutzen
  •  Bioenergieförderung auf sinnvolle Energielinien beschränken
    • Lignocellulose aus landwirtschaftlicher Produktion (zum Beispiel aus Kurzumtriebsplantagen) fördern
    • Klimaschutzleistung bestehender Biogasanlagen erhöhen, Neuanlagen nur bei Vergärung hoher Anteile von Gülle oder Reststoffen
  • Dauergrünland nach Schutzwürdigkeit gestaffelt schützen
  • THG-Vermeidungskosten durch EU-weiteAusschreibungen verringern

In der Diskussion um Minderungsmaßnahmen in der Landwirtschaft werden häufig auch die Maßnahmen Biokraftstoffproduktion, Ausdehnung des ökologischen Landbaus und Substitution von importierten Sojafuttermitteln durch im Inland erzeugte Körnerleguminosen vorgeschlagen. Auf Basis der derzeit verfügbaren Analysen sehen die Beiräte in diesen Maßnahmen keinen eindeutigen Beitrag zum Klimaschutz.

Die wichtigsten Empfehlungen im Bereich des Konsums:

  • Konsumsteuerung als Politikfeld etablieren
  • Den Konsum tierischer Produkte reduzieren
  • Auch andere Lebensmittel durch klimafreundlichere ersetzen
  • Weniger Lebensmittel wegwerfen
  • Mit der öffentlichen Gemeinschaftsverpflegung

Anders als häufig vorgeschlagen, sehen die Beiräte aufgrund des derzeitigenWissensstands im Konsum von Ökoprodukten sowie von frisch zubereiteten und von in der Region erzeugten Lebensmitteln keinen eindeutigen beziehungsweise generellen Beitrag zum Klimaschutz (wohl aber im Verzicht auf Flugware).

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