Login
Ernteversicherung

Hagel: Große Schäden an Rapsbeständen

Hagelschaden-Raps 2018
Thumbnail
Josef Koch, agrarheute
am
02.05.2018

Schwere Unwettter haben schon die ersten großen Hagelschäden an Rapsbeständen verursacht. Die Vereinigte Hagel meldet zweistellige Millionenverluste.

Die hohen Temperaturen im April führten zum Monatsende - wie so häufig bei dieser Wetterlage - zu teils heftigen Unwettern. Die ersten schweren Schäden an den Pflanzenbeständen haben Landwirte nur kurze Zeit später an die Vereinigte Hagel gemeldet.

Der April 2018 war laut Deutschem Wetterdienst der wärmste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahr 1881. Südöstlich von Offenburg wurde am 22. des Monats die Rekordtemperatur von 30,2 °C gemessen und damit der erste offizielle „Hitzetag“ des Jahres registriert.

Insgesamt beläuft sich die in der letzten Aprilwoche in Deutschland als geschädigt gemeldete Fläche laut Vereinigter Hagel auf über 6.500 Hektar mit einer Versicherungssumme von 17 Millionen Euro. Neben den klassischen Ackerbaukulturen waren auch Wein, Beerenobst und Gemüse von den Unwettern betroffen.

Vor allem Nordhessen und Westdeutschland betroffen

Die erste Unwetterfront traf Nordhessen am stärksten und zog aus dem Raum Battenberg/Lichtenfels über Waldeck bis nach Hofgeismar. Sie hinterließ deutliche Schäden bei den Versicherten. Rund 100 Betriebe mit mehr als 2.000 ha geschädigter Fläche werden gegenwärtig durch Schadenexperten der Vereinigten Hagel begutachtet.

Sowohl im Raps und Getreide als auch in Zuckerrüben haben Schätzer bereits große Abschläge von Blättern, Stängeln und Halmen bis hin zum Totalverlust festgestellt.

Am Abend des 29. April sowie am Folgetag kam es dann zu Schäden entlang der deutsch-niederländischen Grenze nördlich von Aachen bis Nettetal. Neben teils großkörnigem Hagel führte auch Starkregen mit bis zu 62 Liter in wenigen Minuten zu erheblichen Schäden. Diese Niederschlagsmenge ist für die Jahreszeit ungewöhnlich, liegt sie doch sogar über dem langjährigen Monatsmittel von 58 Litern.

Die geschädigte Fläche beträgt hier rund 1.500 Hektar. Auch die deutsch-luxemburgische Grenze wurde an den besagten Tagen von Unwettern heimgesucht. Von Trier über Welschbillig bis nach Bitburg wurden Schäden auf rund 1.000 Hektar gemeldet.

Auch interessant