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Haltungskennzeichnung: QS ist für Stufe 1 nötig

am
04.04.2019

Nur wer zu QS zugelassen ist, darf Schweine- und Geflügelfleisch in der Haltungsstufe 1 vermarkten. Ab 2020 trifft dies auch Rinderhalter.

Landwirte, die ihre Tiere in dem neuen vierstufigen System "Haltungsform" des Lebensmitteleinzelhandels vermarkten wollen, benötigen eine Zulassung für das QS-System. Das Erfüllen gesetzlicher Mindeststandards reicht dafür laut QS GmbH nicht aus.

Seit dem 1. April 2019 kennzeichnen die führenden deutschen Lebensmitteleinzelhändler (LEH) das bei ihnen angebotene frische Fleisch nach dem einheitlichen vierstufigen System "Haltungsform".

Die "Haltungsform" ist kein neues Tierwohl-Siegel, sondern soll angesichts einer Vielfalt bestehender und in der Breite verfügbarer Qualitäts-, Tierwohl- und Biozeichen die von den Verbrauchern gewünschte Transparenz schaffen über die Bedingungen, unter denen Rinder, Schweine sowie Hähnchen und Puten gehalten werden.

Für Stufe 1 „Stallhaltung“ ist die Zulassung im QS-System erforderlich, und das ab sofort für Schwein und Geflügel, für Rind spätestens ab Januar 2020.

Bei Stufe 2 „Stallhaltung plus“ müssen mindestens 10 Prozent mehr Platz im Stall zur Verfügung stehen sowie Beschäftigungsmaterial für das Nutztier. Diese Anforderungen werden bei der Initiative Tierwohl (ITW) erfüllt.

Stufe 3 „Außenklima“ erfordert unter anderem noch mehr Platz und Frischluft-Kontakt.

Stufe 4 „Premium“ bedeutet zusätzlichen Platz und Auslaufmöglichkeiten.

QS-System hat höhere Standards als Gesetzgeber

Haltungsform-Stufe 1

Betriebe, die am QS-System teilnehmen möchten, müssen bestimmte Anforderungen, die über die gesetzlichen Vorgaben hinausgehen, erfüllen. Die einzelnen Maßnahmen „über Gesetz“ finden sich auf der QS-Webseite.

Entscheidend ist die aufeinander aufbauende Qualitätssicherung vom Landwirt bis zur Ladentheke. Die Sicherung der Prozessqualität, unabhängige Kontrollen, umfassendes Monitoring und konsequente Rückverfolgbarkeit sind die Kernelemente des Prüfsystems.

Das Einhalten der Tierschutz- und Tiergesundheitsvorschriften sind für alle Tierhalter im QS Grundvoraussetzung. Sie sorgen für eine tierschutzgerechte Haltung, Tiergesundheit und Hygiene im Betrieb sowie einen angemessenen Transport der Tiere. Die Einhaltung der Anforderungen wird durch ein mehrstufiges Kontrollsystem sichergestellt. Verstöße gegen Tierschutz- und Tiergesundheitsvorschriften sanktioniert QS.

Mithilfe der im QS-System verpflichtenden Monitoringprogramme zu Futtermitteln, Salmonellen und Antibiotika werden wichtige Indikatoren ermittelt und überprüft. Zur Beurteilung der Tiergesundheit und des Tierwohls in den Ställen werden sämtliche Schlachtbefunde von QS ausgewertet und die Ergebnisse den Tierhaltern übermittelt.

Wer die Haltungsform-Kennzeichnung organisiert

Das neue Haltungsform-Kennzeichnungssystem ist einheitlich und unternehmensübergreifend. Die Organisation erfolgt über die Gesellschaft zur Förderung des Tierwohls in der Nutztierhaltung mbH. Sie ist zugleich Trägerin der Brancheninitiative Tierwohl.

Die Gesellschaft koordiniert die Festlegung der Mindestkriterien zwischen den LEH-Partnern und ordnet einzelne Programme auf Antrag eines teilnehmenden LEH der jeweiligen Stufe der Haltungsform zu.

Die QS Qualität und Sicherheit GmbH, das nach eigenen Angaben weltweit größte stufenübergreifende Prüfsystem für frische Lebensmittel, unterstützt die Gesellschaft zur Förderung des Tierwohls in der Nutztierhaltung mbH in der Geschäftsbesorgung mit der Organisation der Auditierung sowie beim Datenmanagement.

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