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Bilanz

Höhere Gewinne der Landwirte reichen nicht

von , am
24.11.2017

Die Landwirte haben zwar im vergangenen Wirtschaftsjahr höhere Gewinne erzielt, doch das absolute Niveau ist zu gering und reicht nicht um alle Kosten zu decken.

Landwirt kniet mit Laptop auf Acker
Das vergangene Wirtschaftsjahr brachte für Ackerbauern kräftige Verluste. Die Prognosen für 2017/18 sehen nicht viel besser aus. © agrarfoto

Die Gewinne der landwirtschaftlichen Haupterwerbsbetriebe in Deutschland sind im Wirtschaftsjahr 2016/17 im Schnitt aller Höfe und Regionen zwar zwischen 8 und 62 Prozent gestiegen, aber das Vorjahresniveau war aufgrund der Milch- und Fleischkrise entsprechend sehr niedrig.

Die Lage auf den Höfen bleibt somit angespannt. Das geht aus einer Auswertung der Buchführungdaten landwirtschaftlicher Haupterwerbsbetriebe des Verband der Landwirtschaftskammern (VLK) hervor. 

Erreicht wurden demnach Gewinne zwischen 31.000 Euro und 61.000 Euro, was in etwa dem Durchschnittswert der vorangegangenen fünf Wirtschaftsjahre entspricht. Laut VLK ist dieser Mittelwert durch die schlechten Ergebnisse der zurückliegenden zwei Jahre deutlich gesunken.

Daher reichen die Gewinne des Wirtschaftsjahres 2016/17 noch immer nicht aus, um die eingesetzten Produktionsfaktoren Arbeit, Boden und Kapital voll zu entlohnen. Im Durchschnitt aller Betriebe und aller Regionen konnte die Landwirte daher keine Unternehmergewinne verbuchen. 

Weniger als ein Drittel erreichen ausreichende Gewinne

Alarmierend: Immerhin 10 Prozent aller Betriebe haben sogar Verluste geschrieben. Lediglich weniger als ein Drittel hat 2016/17 die angestrebte Gewinnhöhe von 80.000 Euro überschritten, die eine nachhaltige Entwicklung ermögliche.

Die mit Beginn des Vermarktungsjahres 2016/17 einsetzende Preiserholung auf den Märkten für Vieh, Fleisch und Milch brachten dem Verband der Landwirtschaftskammern zufolge nach zwei Jahren mit deutlichen Einkommensverlusten zwar wieder steigende Unternehmensergebnisse für die Tierhalter. Für die Milchviehalter ist der absolute Einkommenszuwachs jedoch zu gering ausgefallen, und die Lage der Futterbaubetriebe bleibt noch immer angespannt.

Ackerbauern verbuchen deutliches Minus

Deutlich besser sah es laut VLK für die Schweinehalter aus: Die Schweinehaltung sei 2016/17 wieder wirtschaftlich gewesen. Die größte Steigerung verzeichneten Schweinehalter in Nordrhein-Westfalen mit rund 173 Prozent auf 80.000 Euro. Die höchsten Gewinne erzielten die Veredlungsbetriebe in Rheinland-Pfalz mit knapp über 100.000 Euro. Das entsprach einem Plus von 72 Prozent gegenüber dem Vorjahr.  

Empfindliche Gewinneinbußen hätten nach einem mäßigen Vorjahr dagegen wiederum die Ackerbaubetriebe hinnehmen müssen. So sanken die Gewinne in Schleswig-Holstein um über 40 Prozent auf unter 30.000 Euro. In Nordrhein-Westfalen lagen die Gewinne mit knapp 55.000 Euro knapp drei Prozent schwächer. Umsatzeinbußen bei Getreide und Raps seien durch Erlöszuwächse im Hackfrucht- und Feldgemüseanbau nicht kompensiert worden.

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