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Alterskasse

Hofabgabeklausel: Achten Sie auf die Rentenfrist 31. März 2019

am Dienstag, 12.03.2019 - 09:20

Wer bis zum 31. März 2019 seinen Rentenantrag stellt, kann sich eine höhere Rente sichern. Lesen Sie, worauf Sie aufpassen müssen.

Wichtig: Haben Sie Rentenansprüche. Dann verpassen Sie die Antragsfrist 31. März 2019 nicht. Sie können unter Umständen viel Geld verlieren, warnt der Bayerische Bauernverband.

Mit der Abschaffung der Hofabgabeklausel hat der Gesetzgeber eine befristete Sonderregelung zur Einreichungsfrist von Rentenanträgen bei der Alterskasse eingeführt. Stichtag ist der 31. März 2019.

Wenn Sie bis zu diesem Datum einen Rentenantrag stellen, können Sie die beantragte Rente rückwirkend bis zum 1. September 2018 oder ab Vorliegen der Voraussetzungen für diese Rente, wie Wartezeit und Alter der Person, bekommen. Das gilt für alle Renten der landwirtschaftlichen Alterskasse.

Sie selbst können nicht bestimmen, dass die beantragte Rente erst ab einem bestimmten Tag gewährt wird. Die Alterskasse prüft die Voraussetzungen. Liegen alle vor, wird die Rente gewährt, auch wenn Sie diese erst zu einem späteren Zeitpunkt beziehen wollen.

Tipp: Der Stichtag 31. März 2019 ist für einzelne Renten besonders wichtig. Lassen Sie sich daher von Ihrer Bauernverbandsgeschäftstelle oder von der Alterskasse beraten.

Hier haben wir ein paar Beispiele.

Höhere Regelaltersrente möglich

Stellen Sie den Rentenantrag bis zum 31. März 2019, kann Ihnen ein Zuschlag von 0,5 Prozent je Monat späterer Inanspruchnahme gewährt werden. Wird der Antrag nach diesem Stichtag gestellt, entfällt er ganz. Das kann ein erheblicher Rentenverlust bedeuten, wie das Beispiel Landwirt Huber zeigt.

Der Landwirt hat im August 2018 sein 72. Lebensjahr vollendet. Seine Regelaltersgrenze ist das 65. Lebensjahr. Ein Rentenanspruch bestand bisher nicht, weil Huber seinen Hof nicht abgegeben hatte. Aufgrund der Abschaffung der Hofabgabeklausel beantragte er am 5. Februar 2019 seine Altersrente. Die Voraussetzungen für die Regelaltersrente lagen am 1. September 2018 vor, so dass ihm die Rente rückwirkend bis dahin gewährt wird - unter Berücksichtigung des Zuschlags.

In seinem Fall hat er 7 Jahre mal 12 Monate = 96 Monate später die Rente in Anspruch genommen. Dadurch wird ihm ein Zuschlag von 48 Prozent zum Rentenwert zugesprochen. Bei einer Beitragszahlung von 40 Jahren zur Alterskasse erhält er nun eine monatliche Rente von rund 875 Euro. Ohne den Zuschlag sind es nur 591 Euro/Monat. Das lohnt sich!

Vorzeitige Altersrente: So bleibt Zuverdienst außen vor

Wird der Rentenantrag bis zum 31. März 2019 gestellt und lagen am 31. Dezember 2018 alle Voraussetzungen für diese Rente vor, wird ein möglicher Hinzuverdienst aus dem landwirtschaftlichen Betrieb (Arbeitseinkommen) nicht auf die Rente angerechnet.

Voraussetzung für die vorzeitige Altersrente für einen Landwirt sind unter anderem ein Alter von 65 Jahren sowie eine Wartezeit von 35 Jahren. Auch der Ehegatte eines ehemaligen Landwirts kann Anspruch auf eine vorzeitige Altersrente haben. Lassen Sie sich zu den Voraussetzungen von den Experten Ihrer Bauernverbandsgeschäftsstelle beraten.

Stellen Sie aber erst nach dem 31. März 2019 den Antrag auf vorzeitige Altersrente, wird das Arbeitseinkommen aus dem weitergeführten landwirtschaftlichen Betrieb auf die vorzeitige Altersrente angerechnet. Die Rente wird dann entsprechend gekürzt!

Erwerbsminderungsrente: So verlieren Sie Zurechnungszeiten

Der Gesetzgeber hat die Zurechnungszeiten für die Erwerbsminderungsrente vom 62. auf das 65. Lebensjahr und 8 Monate in einem Schritt angehoben. Egal also, wann Ihre Erwerbsminderung eingetreten ist, bei der Berechnung der Rente wird derzeit so getan, als ob Sie bis zum 65. Lebensjahr und 8 Monate gearbeitet haben. Das sind die so genannten Zurechnungszeiten.

Diese Regelung gilt aber nur für Renten, die ab dem 1. Januar 2019 beginnen.

Stellen Sie nun aber den Rentenantrag bis zum 31. März 2019 und lag die Erwerbsminderung zum Beispiel durch einen Arbeitsunfall im November 2018 schon vor dem 1. Januar 2019 vor, erhalten Sie die Rente rückwirkend zum 1. Dezember 2018. Die längeren Zurechnungszeiten werden nicht berücksichtigt.

Stellen Sie Ihren Antrag in diesem Fall aber erst nach dem 31. März, zum Beispiel am 15. April, erhalten Sie die Rente erst ab diesem Zeitpunkt. Die Rente für Dezember bis März würde aber verloren gehen.

Tipp: Lassen Sie sich daher beraten, wann für Sie die Antragsstellung am besten ist. Je nach vorhandenen Beitragsmonaten und Lebensalter kann die Entscheidung anders ausfallen.