Login

Das ist ein Artikel vom Top-Thema:

Direktvermarktung

Hofläden und Verkaufsautomaten sind auf Wachstumskurs

Hofladen
am Dienstag, 17.03.2020 - 06:25 (Jetzt kommentieren)

Eine aktuelle Studie des BMEL zeigt: 47 Prozent der befragten konventionellen Betriebe wollen die Direktvermarktung ausbauen, bei den Bio-Höfen sind es sogar 70 Prozent. Auch Experten gehen davon aus, dass in den nächsten zehn Jahren mehr Betriebe auf Direktvermarktung über Hofläden, Verkaufsautomaten, Marktschwärmereien oder selbst organisierten Food-Coops setzen werden.

Das Bundeslandwirtschaftsministerium (BMEL) hat in der Studie „Innodirekt“ die Zukunftsperspektiven von direktvermarktenden Betrieben untersuchen lassen. Befragt wurden 200 ökologisch und konventionell wirtschaftende Landwirte mit Direktvermarktung, 40 Experten sowie 670 Kunden. Herausgekommen sind konkrete Tipps und Zahlen, die das Ausbaupotenzial der Direktvermarktung belegen.

So raten die Vermarktungsexperten den Betrieben, mit anderen nahe gelegenen Erzeugerbetrieben oder dem Lebensmittelhandwerk zu kooperieren und bestimmte Dienstleistungen, etwa das Schlachten, Käsen oder Obstpressen, auszulagern. Zudem empfehlen sie Kooperationen jenseits des Agrar- und Ernährungssektors, etwa mit externen Dienstleistern, Tourismusanbietern, Bildungsträgern, Pflegeeinrichtungen oder der Gemeindeverwaltung, die beispielsweise einen Dorfladen betreibt.

Mut zu ehrlichen Preisen: Produktionskosten konsequent aufschlagen

Um langfristig als Direktvermarkter erfolgreich zu sein, gilt es, neben Regionalität einen echten Mehrwert zu bieten. Die Kunden von heute schätzen besonders ein nachhaltiges Engagement der Erzeuger. Dafür sind die meisten bereit, mehr zu bezahlen. Die Experten empfehlen daher, die realen Produktionskosten konsequent in den Verkaufspreis einzurechnen und ehrliche Preise zu verlangen.

 

Bio hat die Nase vorn

Ein weiteres Ergebnis der Untersuchungen ist, dass Direktvermarktung bei ökologisch wirtschaftenden Betrieben eine weitaus höhere Bedeutung hat, als dies bei konventionell wirtschaftenden Betrieben der Fall ist. Der Anteil der verarbeitenden und vermarktenden Betriebe" an der Gesamtzahl der Öko-Betriebe lag sowohl 2010 als auch 2016 mehr als drei Mal so hoch wie im konventionellen Bereich.

Insgesamt waren 2016 in Deutschland 21,5 Prozent aller Betriebe mit Verarbeitung und Vermarktung landwirtschaftlicher Erzeugnisse Öko-Betriebe (2010 betrug dieser Wert 16,3 Prozent). Der Anteil der Öko-Betriebe mit Verarbeitung und Vermarktung landwirtschaftlicher Erzeugnisse an der Gesamtzahl der Betriebe mit dieser Einkommenskombination hat damit zwischen 2010 und 2016 sowohl bundesweit als auch in allen Bundesländern, mit Ausnahme von Mecklenburg-Vorpommern, zugenommen.

 

Die Studie "Neue und innovative Formen der Direktvermarktung landwirtschaftlicher Produkte. Analyse und Erarbeitung von Handlungsempfehlungen" wurde von Ecozept, Freising im Rahmen des Bundesprogramm Ökologischer Landbau durchgeführt.

Kommentare

agrarheute.comKommentare werden geladen. Bitte kurz warten...