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Anbindehaltung

IGM: Anbindehaltung soll bis 2022 um ein Viertel sinken

Fleckvieh in Anbindestall
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Josef Koch, agrarheute
am
23.01.2018

Die Interessengemeinschaft Genossenschaftliche Milchwirtschaft (IGM) sieht langfristig keine Zukunft für die Anbindehaltung von Kühen. Ein Verbot lehnt sie aber ab.

Fleckvieh in Anbindestall

Die Interessengemeinschaft Genossenschaftliche Milchwirtschaft (IGM) sieht die ganzjährige, ausschließliche Anbindung der Kühe ohne jeglichen Auslauf als Auslaufmodell. Sie erwartet, dass Betriebe mit ganzjähriger Anbindehaltung in den nächsten Jahren sicherstellen, den Tieren Auslauf in Form eines Laufhofes oder Weidegang zu ermöglichen.

„Die ganzjährige ausschließliche Anbindung von Kühen ohne jeglichen Auslauf gehört für die Mitglieder der IGM mittelfristig der Vergangenheit an“, unterstreicht IGM-Sprecher Thomas Stürtz bei einem Pressegespräch auf der Internationalen Grünen Woche.

Die IGM hat hierzu ein Positionspapier erarbeitet und gibt diese Empfehlungen an ihre Mitgliedsmolkereien weiter. „Die Mitglieder der IGM streben an, die Anzahl der Kühe in Anbindehaltung in den nächsten fünf Jahren sowie im darauf folgenden Fünfjahreszeitraum um jeweils 25 Prozent zu reduzieren“, bekräftigt Peter Manderfeld, stellvertretender Sprecher der IGM.

Zahlen der Unternehmen der Interessengemeinschaft Genossenschaftliche Milchwirtschaft (IGM), die im Herbst 2017 erhoben wurden, belegen den strukturellen Wandel der Haltungsformen.

Milchviehbetriebe besser fördern statt Anbindehaltung verbieten

Weiterhin setzt die IGM auf Förderung statt Verbot. Es müssen gezielt Fördermittel für die Umstellung der Betriebe bereitgestellt werden. Auch sollte ein entsprechendes Beratungsangebot zur Verbesse-rung der Haltungsbedingungen im Anbindestall (Klima, Liegeflächen, Tränken etc.) oder für den Umbau des Stalls angeboten werden.

Kühe, die in Anbindehaltung in Kombination mit Weidegang stehen, sind für die regionale Landschaftspflege wie auch für die Grünlandbewirtschaftung von großer Bedeutung. Vor allem in Grenzstandorten ohne landwirtschaftliche Produktionsalternativen leisten diese Betriebe einen wichtigen Beitrag für die Vielfalt der Kulturlandschaft. Ein kurzfristig wirksam werdendes Verbot der Anbindehaltung würde zwangsläufig zu massiven Problemen bei den betroffenen Betrieben und in den Regionen führen.

Das Haltungssystem ist nach IGM-Auffassung nur eine von vielen Faktoren, die Einfluss auf das Tierwohl haben.

Vertreter von 7 Genossenschaften sind bei IGM dabei

In der Interessengemeinschaft Genossenschaftliche Milchwirtschaft (IGM) haben sich ehrenamtliche Vertreter genossenschaftlicher Unternehmen zusammengeschlossen, um gemeinsame Positionen zu politischen Themen, die die Belange der Milcherzeuger und ihrer Genossenschaften tangieren, zu vertreten und sich über genossenschaftsspezifische und erzeugerbezogene Themen auszutauschen.

Dieser Plattform gehören die genossenschaftlichen Molkereiunternehme ARLA amba, Bayerische Milchin-dustrie eG, DMK Deutsches Milchkontor eG, Hochwald Milch eG, Molkerei Ammerland eG, Royal Fries-landCampina UA und Uelzena eG an.

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