Login
Unternehmensergebnisse

Kammern prognostizieren durchschnittliche Gewinne

Thumbnail
Norbert Lehmann, agrarheute
am
12.01.2018

Die deutschen Landwirtschaftsbetriebe könnten im laufenden Wirtschaftsjahr durchschnittliche Gewinne erzielen. Das prognostizieren die Landwirtschaftskammern.

Die Landwirtschaftskammern haben jetzt ihre Vorschätzung über die Entwicklung der Wirtschaftsergebnisse für das Wirtschaftsjahr 2017/18 vorgelegt. Sie basiert auf den Buchführungsergebnissen von Haupterwerbsbetrieben des Vorjahres, auf Ergebnissen des ersten Halbjahres 2017/18 und auf Trendanalysen.

Aus Sicht der Landwirtschaftskammern verschlechtern sich nach einem vielversprechenden Beginn wichtige wirtschaftliche Rahmenbedingungen der landwirtschaftlichen Betriebe. Dennoch wird prognostiziert, dass sich im Durchschnitt aller Betriebe die Gewinne im Wirtschaftsjahr 2017/18 auf das Niveau des mehrjährigen Mittels stabilisieren.

Eine überwiegend mäßige Ernte in Verbindung mit unbefriedigenden Preisen für Marktfrüchte setzt die Ackerbaubetriebe weiter unter Druck. Die Hochpreisphase für Schweinefleisch und Ferkel ist bereits zu Ende und die Gewinne der Schweinehalter sinken. Lediglich im Futterbau lassen höhere Milchpreise und gestiegene Notierungen für Rindfleisch einen Einkommenszuwachs erwarten.

Marktfrüchte bringen wenig ein

Nach den Annahmen aus der Vorschätzung werden die Getreidepreise über das gesamte Wirtschaftsjahr 2017/18 gesehen etwa die Vorjahreswerte erreichen. Bei Raps wird der Vorjahreswert hingegen voraussichtlich nicht erreicht. Für Kartoffeln rechnen die Kammern für das komplette laufende Wirtschaftsjahr mit weitaus geringeren Preisen als im Vorjahr.

Der Gewinnrückgang der Ackerbaubetriebe fällt demzufolge je nach Ausrichtung und Region mit bis zu 26 Prozent unterschiedlich aus. Unternehmen mit der Ausrichtung Getreidebau erreichen 2017/18 voraussichtlich ein Unternehmensergebnis um die 40.000 Euro. In Hackfruchtbetrieben ist die Spanne größer und der Gewinn schwankt zwischen 38.000 Euro und 55.000 Euro.

Auf und ab bei der Milch

Die Milchpreise lagen bis November 2017 zuweilen über der 40-Cent/kg-Marke. Ab Spätherbst gingen die Preise zurück, sodass die Kammern für die zweite Hälfte des Wirtschaftsjahres 2017/18 einen flächendeckend niedrigeren Preis erwarten.

Im Mittel des Wirtschaftsjahres wird dennoch von überdurchschnittlichen Erlösen aus der Milchproduktion ausgegangen. Gegenüber dem Vorjahr werden die Ergebnisse der Futterbaubetriebe weiter steigen und Größenordnungen um 75.000 Euro erreichen können.

Bei einem robusten Markt für Rindfleisch gehen die Landwirtschaftskammern von weiterhin stabilen Preisen aus.

Schweinefleisch: Wenig Entlastung durch Exporte

Der Rückgang der chinesischen Schweinefleischimporte verstärkte sich bis zum Jahresende. Besonders starke Einschnitte hatten die deutschen Anbieter zu verzeichnen. Wie befürchtet setzten sich die Schlachtereiunternehmen ab Dezember 2017 mit ihren niedrigen Preisvorstellungen durch. Für das zweite Halbjahr des laufenden Wirtschaftsjahres ist von einem fortgesetzten Überangebot an Schweinefleisch auszugehen.

Vorherzusehen sind demgemäß schwache bis durchschnittliche Preise für Schlachtschweine. Für das Wirtschaftsjahr 2017/18 wird ein Preis prognostiziert, der um fünf bis sieben Prozent unter dem des Vorjahres liegt.

Die Unternehmensergebnisse der Schweinehalter sinken im laufenden Wirtschaftsjahr daher wahrscheinlich. In den Veredlungshochburgen von Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen rangieren die vorausberechneten Unternehmensergebnisse um 60.000 Euro.

Gesamtergebnis wird von Milcherlösen geprägt

Im Durchschnitt aller Betriebe und Regionen erhöhen sich die Gewinne im laufenden Wirtschaftsjahr voraussichtlich um bis zu 20 Prozent, erwarten die Kammern. Diese Steigerungen müssen vor dem Hintergrund eines nur unterdurchschnittlichen Vorjahres interpretiert werden. Sie kommen vor allem durch höhere Milchauszahlungen zustande.

Mit Ausnahme des Futterbaus weist der Trend bei allen anderen Produktionsausrichtungen nach unten. Erreicht werden absolute Größenordnungen zwischen 55.000 und 78.000 Euro. Das entspricht in etwa dem Durchschnitt der zurückliegenden fünf Wirtschaftsjahre.

Die prognostizierten Gewinne sind nach Darstellung der Kammern nicht ausreichend, um die eingesetzten Produktionsfaktoren Arbeit, Boden und Kapital voll zu entlohnen.

Auch interessant