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Klimaschutz

Klimaschutz: BMEL setzt auf sinkende Tierbestände

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Josef Koch, agrarheute
am
11.09.2018

Damit Deutschland seine Klimaziele erfüllen kann, setzt das Bundeslandwirtschaftsministerium auf sinkende Viehbestände. Möglich ist auch eine Fördergrenze von 2 GV/ha.

Mastschweine in Mastschweinebucht

Um die Treibhausgasemissionen der Landwirtschaft bis 2030 um 11 bis 14 Mio. t CO2-Äquivalente zu senken, setzt das Bundeslandwirtschaftsministerium als eine der zentralen Maßnahmen auf die Düngeverordnung. Die wird in Kauf genommen, dass die Nutztierhaltung in Deutschland zurückgeht. Das geht aus dem jetzt vorliegenden Protokoll der 6. Sitzung des Aktionsbündnisses Klimaschutz im Bundesumweltministerium von Ende Juni hervor.

Die betroffenen Bundesministerien waren zuvor aufgefordert worden, konkrete Vorschläge für die Treibhausgasminderung vorzulegen, die in dem für 2019 angekündigten Klimaschutzgesetz verankert werden sollen.

Laut Protokoll geht das Agrarressort davon aus, dass aufgrund der neuen Düngeverordnung insgesamt 3,5 Mio. t CO2-Äquivalente eingespart werden. Zudem soll die Vergärung von Wirtschaftsdünger und landwirtschaftlichen Reststoffen gestärkt werden und auf diesem Weg der Treibhausgasausstoß um weitere 4 Mio. t CO2- Äquivalente sinken.

Mehr Gülle in Biogasanlagen

Mittels geeigneter Förderinstrumente könnte ferner die Gülleverwertung in Biogasanlagen von 30 Prozent der Gülle auf 60 bis 70 Prozent gesteigert werden, schätzen die Ministeriumsvertreter.

Denkbar seien eine Verdoppelung des 75 kW-Deckels für kleine Biogasanlagen und die Herausnahme der Förderung der Abfallverwertung aus dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG), damit mehr Gülle als Mais eingesetzt werde.

2GV je Hektar als Fördergrenze?

Die Emissionen der Tierhaltung will das Ministerium auch über die Ausgestaltung der Agrarförderung begrenzen. Im Protokoll werden 2 Großvieheinheiten (GV) pro Hektar als mögliche Option genannt. Des Weiteren soll der Flächenanteil des Ökolandbaus auf 20 Prozent erhöht werden.

Über einen effizienteren Energieeinsatz sollen 1,1 Mio. t CO2-Äquivalente eingespart werden. In der Summe würden diese Maßnahmen auf eine Abnahme der Emissionen der Landwirtschaft um 9 bis 10 Mio. t CO2-Äquivalente hinauslaufen.

Das Ziel von 11 Mio. t lässt sich laut Agraressort voraussichtlich dadurch erreichen, dass Betriebe wegen des strengeren Düngerechts weniger Tiere halten.

Den Einsatz von Biokraftstoffen in der Landwirtschaft will man weiter fördern. Die Ernährungssicherheit habe jedoch Priorität, heißt es im Protokoll. Biokraftstoffe könnten daher nur teilweise Brennstoffe ersetzen.

Mit Material von AgE

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