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Klimaschutz: Rabobank bezahlt Landwirte für Kohlenstoff-Bindung

Bodenprofil
am Montag, 22.11.2021 - 14:15 (1 Kommentar)

In den Niederlanden verdienen die ersten Landwirte Geld mit der Fixierung von Kohlenstoff im Boden. Die Rabobank weitet ihr Pilotprojekt zum sogenannten Carbon Farming aus.

Zunächst auf drei Jahre ist das Pilotprojekt der Rabo Carbon Bank in den Niederlanden angelegt. Teilnehmende Landwirte verpflichten sich zu bestimmten klimafreundlichen Maßnahmen. Im Jahr 2024 wird dann der Kohlenstoffgehalt im Boden gemessen und mit Proben aus dem Ausgangsjahr 2021 verglichen. Pro Tonne CO2-Bindung erhält der Landwirt 40 Euro.

Das ist deutlich weniger als Emissionszertifikate derzeit in Europa kosten. An der Leipziger EEX marschiert der Kurs am Spotmarkt zurzeit stramm auf die Marke von 70 Euro zu. Im Rahmen des Pilotprojekts garantiert die Rabo Carbon Bank den Preis jedoch für drei Jahre. Zudem wird die Hälfte des Entgelts für die erwartete Kohlenstoffbindung vorab in drei gleichen Jahresraten ausgezahlt. Zum Ende der Laufzeit erfolgt eine Schlussabrechnung anhand der tatsächlich gemessenen Sequestrierung.

Wie das Carbon Farming funktioniert

In den Niederlanden sollen acht bis zehn Landwirte an dem Projekt zum Carbon Farming teilnehmen. Im Sommer hatte die Rabobank ein ähnliches Modell bereits in den USA gestartet. Die Landwirte können sieben verschiedene Maßnahmen ergreifen, um im Rahmen des Projekts den organischen Kohlenstoffgehalt im Boden zu erhöhen. Möglich sind eine reduzierte Bodenbearbeitung, Extensivierung, Zwischenfruchtanbau, Fruchtfolgeanpassung, veränderte Weidenutzung, eine angepasste Artenzusammensetzung sowie Agroforstsysteme.

Die auf den Landwirtschaftsbetrieben erwirtschaftete CO2-Bindung wird interessierten Käufern in Form von Emissionszertifikaten angeboten. So können beispielsweise Fluggesellschaften ihre Klimabilanz aufbessern.

Aus Landwirten könnten Klimawirte werden

Die Rabobank betrachtet das Vorhaben ausdrücklich als ein Projekt zum Lernen und Experimentieren. Das Ziel lautet, diese Form der regenerativen Landwirtschaft bis 2030 auf rund 50.000 Landwirtschaftsbetrieben einzuführen, um 1 Gigatonne CO2-Emissionen auszugleichen.

Die niederländische Agrarbank ist nicht das einzige Unternehmen, das aus der CO2-Fixierung in der Landwirtschaft ein Geschäftsmodell entwickeln will. Der Bayer-Konzern hat im Juli eine „Carbon Initiative“ gestartet. 28 Landwirte aus Frankreich, Spanien, Belgien, Dänemark, Deutschland, Österreich, Großbritannien und der Ukraine nehmen mit zusammen rund 500 Hektar an dem Programm teil. Auch das Start-up Indigo Ag will ein System der zertifizierten Kohlenstoffbindung im Boden aufbauen. Industriepartner sind unter anderem der Knäckebrot-Hersteller Wasa und das Agrarchemie-Unternehmen Corteva.

Agrarheute hatte im Februar drei deutsche Landwirte vorgestellt, die sich als echte Pioniere auf den Weg zum Klimawirt gemacht haben.

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