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Düngegesetz

Koalition einigt sich bei Stoffstrombilanz

Schleppschlauchverteiler im Weizenfeld
© agrarfoto.com
von , am
12.06.2017

Die Koalition hat auch den letzten Schritt zur Neufassung des Düngerechts geschafft. Damit könnte die Stoffstrombilanz ab 2018 in Kraft treten.

Nach wochenlangen zähen Verhandlungen haben sich Union und SPD am vergangenen Freitag auf Details zur Umsetzung der im Düngegesetz geregelten Einführung einer obligatorischen Stoffstrombilanz für Tierhaltungsbetriebe ab dem Jahr 2018 verständigt.

  • Nach der Einigung zur Stoffstrombilanzverordnung soll der bislang vorgesehene 20 %-Abzug für Messungenauigkeiten bei der vorgeschriebenen Erfassung von Nährstoffgehalten gestrichen werden. Stattdessen wird ein Toleranzwert von 10 % auf den betrieblichen Bilanzüberschuss eingeführt. Mit 10 % sollen bei der Bilanzierung auch Grobfutterverluste angerechnet werden.
  • Vorgesehen ist zudem eine Klarstellung, dass für Biogasanlagen die Nährstoffströme erfasst werden müssen.
  • Schließlich soll die in der Verordnung geregelte Bewertung der betrieblichen Stoffstrombilanz zunächst bis Ende 2022 befristet werden. Spätestens 2021 soll die Bundesregierung dem Bundestag einen Bericht über deren Auswirkungen vorlegen. Die bis dann gewonnenen Erkenntnisse sollen in eine Weiterentwicklung der Vorschriften einfließen, die ab dem Jahr 2023 gelten sollen.

Stoffstrombilanz: Das ist der Zeitplan

Die Stoffstrombilanzverordnung soll in den kommenden Tagen vom Bundeskabinett beschlossen werden. Ein notwendiger Beschluss des Bundestages könnte in der letzten Sitzungswoche vor der Sommerpause herbeigeführt werden. Der Bundesrat könnte die Stoffstrombilanzverordnung dann am 7. Juli oder am 22. September endgültig verabschieden.

DBV zu Stoffstrombilanz: Erheblicher zusätzlicher Aufwand

Der Deutsche Bauernverband (DBV) äußerte sich in einer Stellungnahme kritisch. Nach wie vor stelle die Stoffstrombilanz ein kompliziertes Verfahren dar, beklagte der DBV in einer ersten Reaktion auf die Einigung innerhalb der Koalition. Auf viele landwirtschaftliche Betriebe komme ein erheblicher zusätzlicher Aufwand zu, zumal an der Pflicht zur Erstellung einer Feld-Stall-Bilanz festgehalten werde. Die Verantwortung dafür sieht der DBV in erster Linie bei der SPD-Bundestagsfraktion und den grün regierten Bundesländern, die ihr Versprechen einer einfachen Methode nicht gehalten hätten.

Der Bauernverband erkennt an, dass im Zuge der schwierigen Verhandlungen mit Unterstützung der Unionsfraktion noch wichtige fachliche Korrekturen im Sinne der Landwirtschaft vorgenommen worden seien. Unzureichend sei allerdings die Folgenabschätzung des neuen Bilanzierungsverfahrens für die Betriebe anhand von Beispielrechnungen. Daher sei noch nicht abschließend geklärt, wie sich die Stoffstrombilanzverordnung auf die erst kürzlich beschlossene Novelle der Düngeverordnung auswirken werde.

"Die Düngeverordnung muss der Maßstab für die Stoffstrombilanz bleiben und darf nicht indirekt verschärft werden", warnte der DBV mit Blick auf das weitere Verfahren zur Stoffstrombilanz im Bundesrat.

Umweltbundesamt hält neue Düngeregeln für nicht ausreichend

Skeptisch zum Düngepaket äußerte sich auch das Umweltbundesamt (UBA). In ihren soeben vorgelegten Daten zur "Umwelt 2017" bezweifelt die Behörde, dass die strengeren Regeln in der novellierten Düngeverordnung dazu beitragen werden, den Stickstoffüberschuss in der Landwirtschaft spürbar zu senken. Das UBA verweist auf das in der fortgeschriebenen Nachhaltigkeitsstrategie der Bundesregierung verankerte Ziel, den Stickstoffüberschuss im Mittel der Jahre 2028 bis 2032 auf maximal 70 kg pro Hektar und Jahr zu beschränken.

Die Aussichten, dieses Ziel zu erreichen, hält man in der Umweltbehörde für gering, sollten die Anstrengungen nicht deutlich erhöht werden. Das Überschussproblem sei nach wie vor ungelöst. So habe man das in der ursprünglichen Nachhaltigkeitsstrategie der Bundesregierung von 2002 gesteckte Ziel verfehlt, den Stickstoffüberschuss bis 2010 auf 80 kg pro Hektar zu drücken.

Gleichwohl räumt das Umweltbundesamt Fortschritte beim Stickstoffeinsatz in der Landwirtschaft ein. Seinen Angaben zufolge ging der Stickstoffüberschuss pro Hektar landwirtschaftlich genutzte Fläche in Deutschland seit 1993 im Fünf-Jahresdurchschnitt um rund 19 Prozent zurück.

Mit Material von Agra Europe

Gülletag Triesdorf 2017: Gerüstet für die neue Düngeverordnung

Graml Schlitzgerät
Um bestehende Technik an neue Ausbringvorschriften anzupassen, bietet Graml Schlitzgeräte mit eigenem Fahrwerk. Diese übertragen keine Last auf das Fass und folgen diesem mit Hilfe einer Zwangslenkung. Mittels Aufbaustreuer kann Grünland nachgesät oder Zwischenfrüchte ausgebraucht werden. Als nachfolgende Wergzeuge können wie hier eine Planierschiene oder Rollstriegel montiert werden. © Maximilian Ruhl
Gülleverschlauchung
Gülleverschlauchung demonstrierte die Firma Roider. Über den Ausleger im Heck kann der Schlauch gezielt platziert werden. So ist es möglich ohne überfahren der Zuleitung am Vorgewende rückwärts zu stoßen. © Maximilian Ruhl
Multi Profi 21/15
Der Multi Profi 21/15 von Bomech kann die äußeren drei Meter des Verteilers klappen. Vorteile ergeben sich durch die reduzierte Länge beim Transport. Besonders bei kurzen Fässern wird so eine Kollision mit dem Schlepper bei Kurvenfahrten verhindert. Zudem ist eine Arbeitsbreite von 15 und 21 Metern möglich. © Maximilian Ruhl
Veenhuis
Dank hydraulischer Verschiebeachse vergrößert Veenhuis die Aufstandsfläche und reduziert die Belastung in der Fahrspur. Zusätzlich verbessert sich die Standfestigkeit in Hanglangen. © Maximilian Ruhl
Holmer TerraVariant 585
Gegenüber dem Vorgänger sparten die Konstrukteure des neuen Holmer TerraVariant 585 alleine am Rahmen über 400 kg Gewicht ein. Die 585PS starke Maschine erreicht dank Lastschaltgetriebe mit 18 Vor- und 6 Rückwärtsgängen eine Höchstgeschwindigkeit von 40km/h. © Maximilian Ruhl
Schneckenverteiler SKATE
Fliegl bietet mit seinem Schneckenverteiler SKATE einen Schleppschuh von 9, 12 und 15 Metern Breite. Schardrücke von bis zu acht kg sollen ein sicheres Eindringen in den Boden sicherstellen. © Maximilian Ruhl
Joskin NIRS Technik
Direktes Messen der Inhaltsstoffe erfolgt bei Joskin mit Hilfe von NIRS Technik. In der gelben Box auf der Leitung zum Verteiler werden die Nährstoffe N, P, K sowie Ammonium- und TS- Gehalt der Gülle unmittelbar vor dem Ausbringen ermittelt. © Maximilian Ruhl
Vredo Selbstfahrer
Ausgerüstet mit schmaler Bereifung kann eine organische Düngung auch in Reihenkulturen wie Mais erfolgen. Die Nährstoffe werden von den wachsenden Pflanzen unmittelbar verwertet und Mineraldünger kann eingespart werden. © Maximilian Ruhl
BSA Lowliner
In schwarz zeigt BSA seinen Pumptankwagen Lowliner. Optimiert auf einen niedrigen Schwerpunkt, laut Hersteller rund 25cm tiefer als üblich, und ein Zwei-Kammer-System zur Stützlasterhöhung soll das Fass hangstabil machen. © Maximilian Ruhl
Verdo VT4556
Mit 450 PS zieht der Verdo VT4556 Selbstfahrer das acht Meter breite Schlitzgerät ZB3. Ausgestattet mit 1000er Reifen, 1,4bar Luftdruck und Hundegang verteilt er die Last gleichmäßig auf den Boden. © Maximilian Ruhl
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