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Konjunkturbarometer

Bauern sind immer schlechter gelaunt

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Josef Koch, agrarheute
am
12.04.2019

Nicht nur die geplanten höheren Düngeauflagen vermiesen den Landwirten die Stimmung. Bauernpräsident Joachim Rukwied fordert mehr Verlässlichkeit in der Politik.

Nach den Ergebnissen des aktuellen Konjunkturbarometers Agrar des Deutschen Bauernverbandes (DBV) für März hat sich die Einschätzung der wirtschaftlichen Lage durch die Landwirte gegenüber Dezember 2018 verschlechtert. Während die aktuelle wirtschaftliche Situation stabil beurteilt wird, haben sich die Zukunftserwartungen weiter eingetrübt. Gleichzeitig werden die Investitionsplanungen deutlich zurückgenommen.

Aktuell ist der Index des Konjunkturbarometers Agrar gegenüber der vorangegangenen Erhebung von 23,9 Punkten auf 22,3 Punkte gefallen. Der aktuelle Indexwert entspricht in etwa dem Wert von März 2018 (22,1), liegt aber erheblich unter den Indexwerten früherer Jahre, wo in der Spitze gut 36 Punkte erreicht wurden.

Verunsicherung lähmt

„Landwirte scheuen derzeit Investitionen, weil politische Planungssicherheit fehlt. Wir brauchen dringend mehr Verlässlichkeit und Langfristigkeit in den politischen Entscheidungen. Die derzeitige Verunsicherung gefährdet den Landwirtschaftsstandort Deutschland“, sagt DBV-Präsident Joachim Rukwied.

Die Investitionsplanungen der Landwirte für die kommenden sechs Monate liegen erheblich unter dem entsprechenden Vorjahresstand. Nur 29 Prozent der Landwirte wollen in dieser Zeit investieren; vor einem Jahr waren es 35 Prozent.

Das für die nächsten sechs Monate geplante Investitionsvolumen liegt mit 4,1 Mrd. Euro um 0,4 Mrd. Euro unter dem entsprechenden Vorjahresstand. Das relativ hohe Niveau der Jahre 2013 und 2014 mit geplanten halbjährlichen Investitionen von gut 6 Mrd. Euro wird weit verfehlt. Investitionen in eine leistungsfähige Landwirtschaft sichern auch viele Arbeitsplätze in den vor- und nachgelagerten Wirtschaftsbereichen. Investitionen in Ställe bringen grundsätzlich mehr Tierwohl.

Weniger Stallbauten geplant

Vom aktuell geplanten Investitionsvolumen von 4,1 Mrd. Euro entfallen auf den Bereich Ställe und Stalltechnik 2,1 Mrd. Euro. Gegenüber dem entsprechenden Vorjahreswert ist dies ein Minus von 0,4 Mrd. Euro.

Mit 0,9 Mrd. Euro fallen die vorgesehenen Maschineninvestitionen im Jahresvergleich um 0,1 Mrd. Euro geringer aus. 0,9 Mrd. Euro sind für Investitionen in Erneuerbare Energien vorgesehen. Das ist eine leichte Steigerung um 0,2 Mrd. Euro.

Veredlungsbetriebe sehen Zukunft optimistischer

Auf der Notenskala von 1 bis 5 haben die Befragten die aktuelle wirtschaftliche Situation im Durchschnitt mit 2,97 besser beurteilt als die künftige Entwicklung mit einem Wert von 3,10.

Gegenüber Dezember 2018 hat sich die Einschätzung in den einzelnen Betriebsformen kaum verändert. Die Zukunftserwartungen haben sich in den Veredlungsbetrieben weiter verbessert. In den Acker- und Futterbaubetrieben dagegen haben sich die Erwartungen an die wirtschaftliche Zukunft gegenüber September und Dezember 2018 weiter eingetrübt.

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