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Konjunkturbarometer: Landwirte kämpfen mit Liquiditätslage

Konjunkturbarometer Agrar
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Anke Fritz, agrarheute
am
15.10.2018

Dürreschäden, hohe Futterkosten und teilweise niedrige Erzeugerpreise verschlechtern die wirtschaftliche Lage der Landwirte. Vor allem im Osten ist die Lage angespannt.

Die Dürreschäden in vielen Regionen Deutschlands und die schwierige Situation auf wichtigen Märkten hinterlassen deutliche Spuren im aktuellen Konjunkturbarometer Agrar des Deutschen Bauernverbandes (DBV). Eine schlechte Bewertung der aktuellen wirtschaftlichen Lage lässt viele Betriebsleiter hoffen, dass die Zukunft nur besser werden kann.

Aktuell ist der Index des Konjunkturbarometer Agrar gegenüber der vorangegangenen Erhebung aus Juni 2018 von 21,1 Punkten auf 23,4 Punkte leicht gestiegen. Der aktuelle Indexwert liegt damit um 3,2 Punkte niedriger als im September 2017 und damit erheblich unter den relativ hohen Werten aus der Zeit von 2011 bis 2014. In der Spitze wurden seinerzeit gut 36 Punkte erreicht. Der Indexwert fasst die Einschätzung der aktuellen wirtschaftlichen Entwicklung und die Erwartungen an die zukünftige wirtschaftliche Entwicklung zusammen.

 

Betriebe mit angespannte Liquiditätssituation

Die Liquidität der Betriebe hat sich gegenüber Juni weiter verschlechtert. Der Anteil der Landwirte, der die aktuelle betriebliche Liquidität als angespannt bewertet, ist im Osten Deutschlands mit 25 Prozent als Folge der dort stark ausgeprägten Dürreschäden besonders hoch. Im Vergleich der Betriebsformen ist die Liquidität vor allem in den Veredlungsbetrieben auf Grund gefallener Erzeugerpreise und höherer Futterkosten angespannt. Gut ein Fünftel der Veredlungsbetriebe beklagt eine angespannte Liquiditätssituation.

 

 

Nur 31 Prozent der Landwirte wollen investieren

Die Investitionsplanungen der Landwirte für die kommenden sechs Monate bleiben auf einem relativ niedrigen Niveau. Nur 31 Prozent der Landwirte wollen in dieser Zeit investieren; bereits vor einem Jahr waren es mit 32 Prozent kaum mehr. Das für die nächsten sechs Monate geplante Investitionsvolumen liegt mit 4,7 Milliarden Euro um 0,5 Milliarden Euro unter dem entsprechenden Vorjahresstand.

Vom aktuell geplanten Investitionsvolumen in Höhe von 4,7 Milliarden Euro entfallen auf:

  • Ställe und Stalltechnik: 2,3 Milliarden Euro ( 0,8 Milliarden Euro im Vergleich zum Vorjahr)
  • Landkäufe: 1,0 Milliarden Euro
  • Maschineninvestitionen: Plus 0,1 Milliarden Euro höher als im Vorjahr
  • Erneuerbare Energien: stabil mir 1,0 Milliarden Euro

Schlechte Ernte und niedrige Erzeigerpreise

Neben den vielfach enttäuschenden Ernteergebnissen sind niedrigere Schweine- und Rinderpreise sowie gestiegene Energie-, Dünge- und Futtermittelpreise Ursache für die aktuell verschlechterte wirtschaftliche Lage in den Betrieben. Positiv auf die Stimmungslage in den Betrieben wirken sich dagegen gestiegene Getreidepreise sowie die Preissituation auf dem Milchmarkt aus. Ein besonders belastender Einfluss geht unverändert von den Pachtpreisen aus. Relativ positiv werden hingegen die Kapitalmarktzinsen und Leasing-Konditionen beurteilt.

Mit Ausnahme des Getreidesektors werden im Jahresvergleich mit September 2017 in allen Bereichen niedrigere Erzeugerpreise und höhere Betriebsmittelpreise beklagt.

Mit Material von DBV
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