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Kurzfristige Beschäftigung: Diese neuen Regeln sollten Betriebe kennen

Erntehelfer in einem Erdbeerfeld
am Dienstag, 17.08.2021 - 12:31 (Jetzt kommentieren)

Seit dem 1. August 2021 gibt es für geringfügige Beschäftigungsverhältnisse neue Richtlinien. Um hohe Nachzahlungen von Sozialversicherungsbeiträgen zu vermeiden, müssen Sie die Situation von Saisonarbeitskräften, Studenten und sonstigen Aushilfen im Einzelfall genau prüfen.

Am 26. Juli 2021 haben die Spitzenorganisationen der Sozialversicherungsträger die Geringfügigkeitsrichtlinien überarbeitet. Die neuen Richtlinien erfordern seit dem 1. August vom Arbeitgeber eine genaue Prüfung von kurzfristigen Beschäftigungen. Darauf weist das Beratungsunternehmen Ecovis hin.

Mit den neuen Richtlinien beziehen sich die Spitzenorganisationen auf ein Urteil des Bundessozialgerichts. In dem Urteil von November 2020 geht es um die Zeitgrenzen für die kurzfristige Beschäftigung.

Was müssen mir die Arbeitskräfte mitteilen?

Von nun an müssen Sie in Erfahrung bringen, ob die Saisonarbeitskräfte, Aushilfen und Studenten im laufenden Jahr bereits in einem kurzfristigen Beschäftigungsverhältnis gestanden haben. Diese Zeiten müssen Sie mit anrechnen – sie fließen also in den Zeitraum der maximalen Beschäftigungsdauer mit ein.

„Sie sollten daher immer im Vorfeld abklären, ob die Angestellten im laufenden Jahr bereits weitere kurzfristige Beschäftigungen hatten. Sind die Zeitgrenzen überschritten, ist eine kurzfristige sozialversicherungsfreie Beschäftigung nicht mehr möglich“, sagt Ecovis-Rechtsanwalt Marcus Bodem.

Auf die Angaben des Arbeitnehmers sind Sie aber nur bis zum Jahresende angewiesen. Ab Januar 2022 erhalten Sie von den Einzugsstellen eine elektronische Meldung über weitere kurzfristige Beschäftigungen des Arbeitnehmers im Kalenderjahr. „Die Beurteilung, ob die Beschäftigung die zeitlichen Voraussetzungen einer kurzfristigen Beschäftigung erfüllt, fällt dann um Einiges leichter“, erläutert Bodem. Die elektronische Meldung wird nach Anmeldung einer kurzfristigen Beschäftigung ausgestellt. Grundlage für das neue Verfahren ist das vierte Gesetz zur Änderung des Seefischereigesetzes.

Was ändert sich für die kurzfristige Beschäftigung bei den Zeitgrenzen?

Das Beschäftigungsverhältnis darf seit dem 1. August maximal drei Monate oder 70 Arbeitstage betragen.

Wegen der Corona-Pandemie hat der Gesetzgeber die Zeitgrenzen allerdings ausgeweitet. Für die Zeit vom 1. Juni 2021 bis zum 31. Oktober 2021 beträgt die maximale Beschäftigungsdauer vier Monate beziehungsweise 102 Arbeitstage.

Nicht mehr entscheidend ist, wie viele Arbeitstage es pro Woche gibt. Zuvor musste das Beschäftigungsverhältnis auf drei Monate im Kalenderjahr befristet werden, wenn die Arbeitskraft an mindestens fünf Tagen in der Woche eingesetzt war. Waren es weniger als fünf Arbeitstage in der Woche, musste der Arbeitgeber das Beschäftigungsverhältnis auf maximal 70 Arbeitstage im Kalenderjahr begrenzen.

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