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#ceresaward2019

Landwirt des Jahres 2019: Das sind die Besten ihrer Branche

Linda Kelly
am Mittwoch, 16.10.2019 - 23:40 (Jetzt kommentieren)

Diese elf Landwirtinnen und Landwirte überzeugen mit Können, Unternehmergeist und Ideenreichtum. Deshalb wurden sie mit dem CeresAward 2019 ausgezeichnet.

Unternehmerin des Jahres ist Gesamtsiegerin

Linda Kelly 1

Die Preisträgerin in der Kategorie „Unternehmerin des Jahres“, Linda Kelly, wurde zur CeresAward Gesamtsiegerin gekürt und trägt als erste Frau den Titel: „Landwirtin des Jahres“. Der Hof von Linda Kelly und ihrer Familie liegt in der Nähe des Bodensees. Auf 170 ha Ackerfläche bauen sie Weizen, Gerste, Leguminosen, Körner- und Silomais an. Doch Linda Kellys Leidenschaft gilt den Süßlupinen. Vom Anbau, über die Verarbeitung bis zur Vermarktung der „Lupinello-Produkte“ hat die 36-Jährige alles selbst im Griff.   Zusätzlich kümmert sich die angehende Landwirtin um Marketing, Pressearbeit, Social Media, Hofführung und Rezeptentwicklung. In ihrem Lupinello Online-Shop können Kunden Lupinenkaffee, -flocken, -mehl und vieles mehr bestellen.

Biolandwirt des Jahres 2019

CeresAward2019-Karl Lingenhel

Kurz hinter der österreichischen Grenze, im nördlichen Bregenzerwald, liegt der Biobetrieb von Karl Lingenhel. Während das Wohnhaus mit dunklen Schindeln besetzt ist, strahlt der Anbau mit Laufstall, Erlebnisküche und Hofladen dagegen hell und neu. Damit spiegeln die Gebäude nahezu die Arbeitsweise des 55-Jährigen: Ursprüngliche Werte auf der einen Seite, Modernität und Praktikabilität auf der anderen. 30 Hektar Land, 25 Braunvieh Milchkühe, einige Streuobstbäume alter Sorten und mehrere Bienenkästen gehören zum durchdachten Kreislauf-Betrieb. Aus den Erzeugnissen stellt die Familie Spirituosen und Chutneys sowie Joghurt und verschiedene Käse her. Regelmäßig empfängt der Agrarwirt Schulklassen und Seminarteilnehmer auf seinem Betrieb.

Junglandwirtin des Jahres 2019

CeresAward2019-Magdalena Zelder

Auf dem Berlingerhof in Bombogen in Rheinland-Pfalz lebt Magdalena Zelder mit ihrem Mann, ihren Kindern, dem Hofhund, 90 Milchkühen und 720 Legehennen. Was das Besondere daran ist? Der Neustart mit einem fremden Betrieb. Vor sechs Jahren haben die Existenzgründer ihn samt Tieren und Technik gekauft. Seitdem hat sich einiges geändert. Die Milchviehherde hat sich fast verdoppelt und die Legehennenhaltung im Mobilstall hat sich die 31-Jährige als zweites Standbein von der Pike an aufgebaut. Die Eier vermarktet sie im neu geschaffenen Rund-um-die-Uhr Selbstbedienungshofladen, ebenso wie hofeigene Milch. Damit hat die gebürtige Saarländerin einen wichtigen Schritt bezüglich der finanziellen Sicherheit des jungen Betriebs getan – und dafür gesorgt, dass der fremde Betrieb zu ihrem Zuhause wird.

Ackerbauer des Jahres 2019

CeresAward2019-Phillip Krainbring

Der Agraringenieur Phillip Krainbring möchte Verbrauchern den Ackerbau nahebringen und sucht dafür den Dialog über Social Media. Genug zu erzählen hat er: Phillip Krainbring managt seit 2016 rund 440 ha Marktfrüchte. Als Verwalter lockert er die Fruchtfolge auf, sorgt für optimale Sortenwahl, wählt die richtigen Aufwandmengen und nutzt moderne Biologicals. Der 33-Jährige verwendet das Beste aus konventionell und bio. Bei Getreide und Mais setzt er auf elektronenbehandeltes Saatgut und Präparate mit Mikroorganismen. So verzichtet er immer öfters auf chemische Mittel und mineralische Dünger. Sein Ziel: 30 bis 50 Prozent weniger Stickstoff, nur noch die Hälfte an Fungiziden und Insektiziden sowie null Wachstumsregler.

Energielandwirt des Jahres 2019

CeresAward2019-Wolfram Wiggert

Rund 500 ha bewirtschaftet Wolfram Wiggert auf dem Haslachhof in Löffingen im Schwarzwald. Und das ökologisch. Betriebszweige sind Marktfruchtbau, Mutterkuhhaltung und schließlich die Energieerzeugung. Die Biogasanlage erzeugt umweltfreundlichen Strom und Wärme, ein Teil geht direkt ins städtische Nahwärmenetz. Fast aller Input für die Anlage kommt vom Hof von Wolfram Wiggert. Dabei nutzt er das für die Fruchtfolge notwendige Luzerne-Gras. Anschließend werden mit den Gärresten Marktfrüchte wie Einkorn oder Hafer gedüngt. Eine Mutterkuhherde mit 35 Hinterwäldern mit Direktvermarktung des Fleisches rundet das Betriebskonzept ab. Ein weiterer Ansatz ist die CO2-Speicherung durch den Humusaufbau. Der Verkauf von CO2-Zertifikaten trägt zusätzlich zum Unternehmensgewinn bei.

Fleischrindhalter des Jahres 2019

CeresAward2019-Christian Rohlfing

Auf dem Gut Bad Sülze in Vorpommern hält Christian Rohlfing 320 Mutterkühe. Auf eine Rasse wollte sich der Landwirt jedoch nicht festlegen. Und so leben unter seinen Fittichen Deutsches Gelbvieh, Pustertaler Sprinzen, Uckermärker, Fleckvieh und Blond Aquitaine zum Teil in Reinzucht. Mit seinen Prachtexemplaren nimmt der Landwirt regelmäßig an Tierschauen teil. Doch spezialisiert ist sein ökologisch arbeitender Betrieb auf die Haltung von Fleischrindern und den Verkauf von hochwertigem Bio-Rindfleisch. Geschlachtet wird ein Tier erst, wenn sichergestellt ist, dass es zu 100 Prozent verwertet wird – denn nachhaltiges und umweltfreundliches Wirtschaften sind für den Landwirt selbstverständlich.

Geflügelhalter des Jahres 2019

CeresAward2019-Fabian Häde

Für Fabian Häde sind Nachhaltigkeit und Tierwohl wichtig. Deshalb will der 31-Jährige künftig das nachhaltigste Ei in Deutschland mit einem Fußabdruck von 0g CO2 vermarkten. Schon jetzt gewinnt er die Energie für die Legehennen mit der eigenen Fotovoltaikanlage. Außerdem stört ihn die gängige Praxis, dass männliche Eintagsküken getötet werden. Er versucht, mit einer kleinen Herde Zweinutzungshühner eine wirtschaftliche Vermarktung aufzubauen und betritt damit Neuland. Aber der Familienbetrieb Häde ist schon immer vorweg gegangen: Bereits 1975 stellten sie auf Bioerzeugung um. Heute führt Fabian Häde den Mustergeflügelhof im hessischen Alheim zusammen mit seinem Vater Leonhard. Die Stärken des jungen Geschäftsführers sind das Entwickeln von Konzepten und Visionen.

Geschäftsidee des Jahres 2019

CeresAward2019-Jens van Bebber

Dass sich Tierwohl, Umweltschutz und Wirtschaftlichkeit in der Schweinehaltung unter einen Hut bringen lassen, zeigen Katja Bodenkamp und Jens van Bebber mit ihrer Geschäftsidee. Unter dem Markennamen „Dukes of Berkshire“ produziert und vermarktet das Landwirts-Paar gemeinsam mit Partnern aus der gesamten Wertschöpfungskette Schweine aus besonders artgerechter Haltung. Ziel war dabei von Anfang an nicht die Produktion für die Nische, sondern ein skalierbares Konzept. Bei der Umgestaltung der bisher 10.000 Mastplätze sollten die Bedürfnisse der Tiere im Mittelpunkt stehen. Das Konzept ist ein Gegenentwurf zum Diktat der Kostenführerschaft in globalen Märkten, das heute viele Schweinehalter vor die Existenzfrage stellt. Gleichzeitig zeigen Katja Bodenkamp und Jens van Bebber mit ihrer Geschäftsidee, dass es auch in großen Beständen „anders“ geht.

Manager des Jahres 2019

CeresAward2019-Lutz-Philipp Decker

Vom Decker-Hof aus Bierbergen kommen Zuckerrüben, Getreide und ­­­­ ‑ Milch. Selbstverständlich ist das nicht, denn der Standort am Rande der Hildesheimer Börde ist eigentlich untypisch für Milchviehhaltung: viel Acker, wenig Grünland. Doch schon früh hat sich der 41-jährige Landwirt Lutz Philipp Decker für den Ausbau der Milchviehhaltung entschieden. Heute stehen 265 Kühe plus Jungvieh in einem lichtdurchflutetem Laufstall. Auf seinen Feldern versucht er den Pflug so wenig wie möglich einzusetzen und baut Zwischenfrüchte an, um das Bodenleben zu fördern. Um den Ackerbau zu veredeln, hat die Familie Decker in den vergangenen Jahren die Biogassparte auf 3060 kW elektrische Leistung ausgebaut. „Ich will die Marge im Ackerbau auch für meine Berufskollegen erhalten und nicht die Pachtpreise in der Region anheben“, sagt Decker.

Milchviehhalter des Jahres 2019

CeresAward2019-Andreas Kraus

Andreas Kraus aus Deubach bei Augsburg setzt auf seine Fleckviehkühe. Gemeinsam mit seinem Vater hat er schon viele Jahre erfolgreich gezüchtet. Seit 2016 verkauft er Milch an einer Hoftankstelle und seit letztem Jahr versucht er, in einer Nische neues Wachstum zu erreichen - mit A2-Milch. Für Menschen mit einer Laktose-Unverträglichkeit ist die so genannte A2-Milch eine Alternative, weil bei ihr ein bestimmtes Eiweiß verändert ist. Doch nicht jede Kuh gibt A2-Milch. Also begann der Landwirt seine Herde nach und nach auf reine A2-Milch-Erzeugung umstellen. Mitte letzten Jahres konnte er die erste A2-Milch an Supermärkte ausliefern. Mittlerweile ist Kraus zwei Tage die Woche unterwegs, um Werbung für sein Produkt zu machen und die Verbraucher über die Vorzüge seiner speziellen Milch aufzuklären.

Schweinehalter des Jahres 2019

CeresAward2019-Martin Volke

Martin Volke aus dem hessischen Fritzlar ist zwar erst 27 Jahre alt, doch bereits als Betriebsleiter für die Geschicke des breit aufgestellten Unternehmens verantwortlich. Schwerpunkt ist die Schweinemast mit Direktvermarkung. So vertreibt er etwa die Hälfte der jährlich gemästeten 4.000 Schweine über den eigenen Hofladen, Catering, Schulverpflegung und auf Wochenmärkten. Seit ein paar Jahren gibt es einen neuen Maststall, in dem das Tierwohl entscheidend ist. Hier konnte Martin Volke erste Erfolge bei der Haltung von Langschwanzschweinen erzielen. Neben den Schweinen spielen auch der Acker- und Gemüsebau sowie die Haltung von Legehennen eine Rolle für den Betriebserfolg.

CeresAward: Das sind die Gewinner!

CeresAward-Finalistin Linda Kelly
Ceres-Award-Gewinner Phillip Krainbring
CeresAward-Gewinner Wolfram Wiggert
CeresAward-Gewinnerin Magdalena Zelder
CeresAward-Gewinner Karl Lingenhel
CeresAward-Gewinner Andreas Kraus
CeresAward-Gewinner Fabian Häde
CeresAward-Gewinner Lutz Philipp Decker
CeresAward-Gewinner Martin Volke
CeresAward-Gewinner Christian Rohlfing
CeresAward-Gewinner Jens van Bebber
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