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Betriebsmittel

Landwirtschaft: Hohe Kosten fressen die Erlöse

Gewinnsteigerung in der Landwirtschaft
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Dr.Olaf Zinke, agrarheute
am
25.03.2019

Die Kosten für die landwirtschaftliche Produktion sind weiterhin sehr hoch.

Produktionskosten Jahre

Zum Beginn dieses Jahres kosteten Betriebsmittel für Landwirte fast so viel wie zur letzten Preisspitze im vorigen Herbst. Damals befanden sich die Kosten auf dem höchsten Stand seit sechs Jahren. Verantwortlich für die leichte Kostenentlastung zum Jahresbeginn 2019  sind die etwas niedrigeren Energie- und Treibstoffpreise.

Alle anderen Kostenarten sind jedoch weiter gestiegen oder halten sich auf sehr hohem Niveau. Zudem haben sich Energie- und Treibstoffe seit dem Jahreswechsel erneut verteuert. Die Rohölpreise sind nämlich von Ende Dezember bis März erneut um etwa 30 Prozent geklettert. Das dürfte auch auch die Energiepreise in der Landwirtschaft wieder nach oben treiben.

Bei den landwirtschaftlichen Erzeugerpreisen gab es zuletzt eine gegenläufige Entwicklung. Während die Ackerbauern für Getreide und pflanzliche Erzeugnisse (außer Zuckerrüben) deutlich mehr erlösten als im Jahr zuvor, bekamen die Tierhalter für die meisten Produkte weniger Geld als vor Jahresfrist.

Das zeigen jedenfalls die aktuellen Daten des Statistischen Bundesamtes. Diese erfassen die Entwicklung der landwirtschaftlichen Kosten und Erlöse bis zum Januar 2019.

Produktionskosten weiterhin sehr hoch

Betriebsmittelpreise nach Arten

Im Januar 2019 waren die Betriebsmittelpreise in der deutschen Landwirtschaft etwa 4,6 Prozent höher als im Jahr zuvor. Allerdings waren die Produktionskosten gegenüber Oktober ganz leicht um 0,4 Prozent zurückgegangen.

Grund war der Rückgang der Energiepreise seit dem Herbst um etwa 5,3 Prozent. Gegenüber dem Vorjahr waren die Kosten für Energie und Schmierstoffe jedoch noch immer 3,0 Prozent höher. Für Treibstoff mussten die Landwirte 11 Prozent weniger zahlen als im Herbst, jedoch immer noch 2 Prozent mehr als vor Jahresfrist.

Gleichzeitig verharrten die Einkaufpreise für Futtermittel auf ihrem extrem hohen Niveau. Für Einzelfuttermittel mussten Tierhalter 24,2 Prozent mehr Geld ausgeben als vor Jahresfrist und für Mischfutter betrug der Preisaufschlag 10 Prozent. Mehr Geld als im vorigen Jahr mussten die Landwirte auch für Düngemittel und Saatgut ausgeben.

Ebenfalls weiter gestiegen sind die Kosten für Instandhaltung und vor allem für Bauten mit einem sehr kräftigen Plus von fast 5 Prozent. Weiter verteuert haben sich auch landwirtschaftliche Maschinen und Fahrzeuge. Lediglich die Preise für Pflanzenschutz blieben nahezu unverändert.

In den nächsten Wochen dürften vor allem Futtermittel billiger werden und die Tierhalter entlasten. Zum einen sind die Preise für Futtergetreide bereits deutlich zurückgegangen und zum anderen ist Eiweißfutter am Weltmarkt und in Deutschland günstig zu bekommen. Auch bei wirtschaftseigenem Futter zeichnet sich für die neue Saison eine spürbare Entlastung ab und eine bessere Versorgung.

Noch dauert es bis zum Weideauftrieb und zum ersten Schnitt jedoch noch einige Wochen. Bis dahin bleibt die Futterversorgung noch extrem angespannt.  

Hohe Preise im Ackerbau, miese Kurse für Tierhalter

Erzeugerpreis nach Arten

Immerhin 7,1 Prozent höher als im vorigen Jahr waren im Januar die landwirtschaftlichen Erzeugerpreise. Allerdings ist der Markt zweigeteilt. Die Preise für die tierischen Produkte waren nämlich 3,4 Prozent niedriger als im Jahr zuvor. Dagegen lagen die Preise für pflanzliche Erzeugnisse im Mittel 23,8 Prozent über dem Vorjahreswert.

Am stärksten war der Preisanstieg bei Kartoffeln. Hier waren die Erzeugerpreise nach den Daten von Destatis mehr als doppelt so hoch wie im vorigen Jahr. Die Getreidepreise bewegten sich gut 26 Prozent über der Vorjahresmarke. Darunter verzeichneten Futtergerste mit knapp 37 Prozent und Brotweizen mit knapp 26 Prozent die höchsten Preisaufschläge. Für Raps bekamen die Landwirte hingegen nur knapp 3 Prozent mehr Geld und für Zuckerrüben wurden 10 Prozent weniger gezahlt.

Geringere Erlöse mussten die deutschen Landwirte bei fast allen tierischen Erzeugnissen verkraften. So waren die Preise für Milch im Januar knapp 5,0 Prozent niedriger als im Jahr zuvor. Bei Rindern betrug der Abschlag 7,6 Prozent und bei Jungbullen 6,5 Prozent. Für Schlachtkühe wurden sogar 12,8 Prozent niedrigere Preise gezahlt. Etwas mehr Geld bekamen die Erzeuger im Jahresvergleich für ihre Schweine mit  einem Plus von 2,3 Prozent und für Geflügel waren es 3,0 Prozent mehr.

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